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Kurz vor ihrer Auflösung zahlt die WestLB immer noch prächtig

Obgleich mancher Headhunter schon einen Stand vor der WestLB aufbauen möchte, scheinen die Beschäftigten des Düsseldorfer Instituts weniger wechselwillig zu sein als erwartet. Dabei soll das Institut binnen einen Jahres aufgelöst werden. So sank die Zahl der Mitarbeiter gegenüber dem Vorjahreszeitraum lediglich um 97 oder 2 Prozent auf 4376 Beschäftigte (auf Vollzeitbasis), wie aus den am heutigen Donnerstag (25. August) vorgelegten Halbjahresbericht hervorgeht.

Das Institut konnte sich mit einem Vorsteuergewinn von 50 Mio. Euro nur mühsam in die schwarzen Zahlen retten. Der Zinsüberschuss purzelte um 40 Prozent auf 565 Mio. Euro und der Provisionsüberschuss um 37 Prozent auf 120 Mio. Euro. Dagegen generierte die WestLB ein Handelsergebnis von 26 Mio. Euro; im Vorjahr hatte die krisengeschüttelte Bank hierbei noch einen Verlust von 396 Mio. Euro verkraften müssen.

Die Restrukturierung kommt der Bank und damit letztlich dem Steuerzahler teuer zu stehen. Im ersten Halbjahr gab die WestLB hierfür allein 158 Mio. Euro aus, was mehr als das Fünffache des Vorjahreszeitraums ausmacht. Laut der Bank könnte es noch schlimmer kommen. “Die Transformation der WestLB ist mit hoher Unsicherheit verbunden und führt möglicherweise zu weiteren erheblichen Aufwendungen”, verkündete das Unternehmen.

Unterdessen regiert beim Personal der Rotstift. So sank der Personalaufwand um 11,9 Prozent auf 251 Mio. Euro. Für jeden Mitarbeiter ließ die WestLB somit fast 57.400 Euro springen, was 10 Prozent weniger als im Vorjahr waren. Dennoch zählt die Krisenbank immer noch zu den größzügigeren Arbeitgebern unter den deutschen Banken. Beispielsweise mussten sich die Beschäftigten der weitaus lukrativeren Hypo Vereinsbank oder der Helaba mit etwa 48.000 bzw. 43.300 Euro begnügen.

Bei der Auflösung der WestLB scheint ebenfalls das Wohl der Mitarbeiter Priorität zu genießen. So sagte WestLB-Chef Dietrich Voigtländer zu den Zukunftsplänen für das Institut: “Bei der Umsetzung werden wir besonderes Augenmerk darauf legen, für möglichst viele Kompetenzen und Arbeitsplätze eine Anschlusslösung zu finden.”

Unterdessen hat HSBC Trinkaus Interesse an Teilen der Bank signalisiert. Laut Branchenexperten müsse die Transaktion indes zügig über die Bühne gehen, da andernfalls der Wert der Geschäftsbereiche sinke. Denn Kunden und leistungsstarke Mitarbeiter könnten bei einem längeren Procedere abspringen.

Kommentare (1)

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  1. Vielleicht kann sich Ihr Blatt ja damit beschäftigen, wie viel es den Steuerzahler kostet, wenn die Bank als Ganzes abgewickelt würde. Und was es bringen würde, wenn man die Beschäftigten endlich mal in Ruhe für ihr Gehalt arbeiten lassen würde?????

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