☰ Menu eFinancialCareers

Das ultimative Ranking für die Schweiz: Welche Bank am besten zahlt und wo die Mitarbeiter ihr Geld wert sind

Emmentalerlöcher

Nachdem auch Vailant seine Geschäftszahlen für das abgelaufenen Jahr vorgelegt hat, ist jetzt wieder die Zeit für unser ultimatives Ranking gekommen: Welche Bank hat in der Schweiz in 2011 am besten gezahlt – und zwar jeweils nach Gesamtbank, Private Banking, Investmentbanking und Asset Management. Weiter haben wir untersucht, ob die Mitarbeiter auch ihr Geld tatsächlich wert waren.

Um grosse und kleine Institute vergleichen zu können, haben wir den Personalaufwand und den Vorsteuergewinn auf die jeweilige Mitarbeiterzahl umgelegt. Zum Ergebnis darf schon einmal verraten werden: Ein Zusammenhang zwischen Höhe der Vergütung und Vorsteuergewinn lässt sich selbst mit grösstem Wohlwollen kaum entdecken. Konkret:

Gesamtbank: Bei der Bezahlung spielt die Grösse der Bank eine Rolle und nicht etwa die Performance

Bei der Bezahlung fahren die Mitarbeiter der beiden Schweizer Grossbanken am besten. Die Credit Suisse liess in 2011 für jeden ihrer Mitarbeiter durchschnittlich fast 265.000 Franken springen und die UBS etwa 241.000 Franken. Von den „Kleinen“ schneidet Vontobel am besten ab und landet sogar noch vor der UBS auf Platz zwei. Dort tragen die Mitarbeiter im Schnitt 264.000 Franken nachhause. Auf den letzten drei Plätzen liegen Zürcher Kantonalbank (ZBK), Valiant und Raiffeisen.

[/caption]

Doch beim Vorsteuergewinn pro Mitarbeiter ergibt sich nahezu exakt (!) das gegenteilige Bild. Hier liegt die Credit Suisse mit gut 55.000 Franken abgeschlagen auf dem letzten Platz, gefolgt von der UBS mit gut 84.000 Franken. Wie man richtig Geld verdient, macht indes die ZKB vor. Jeder Mitarbeiter generierte einen Vorsteuergewinn von rund 167.000 Franken, Valiant folgt mit 158.000 Franken auf Platz zwei.

[/caption]

Daher verwundert es nicht weiter, dass die Credit Suisse mit 88,5 Prozent die mit Abstand schlechteste Kostenertragsquote vorweist. Auch UBS, Sarasin und Vontobel schneiden mit 80 Prozent recht bescheiden ab. Dagegen scheinen ZKB, Raiffeisen und Valiant ihre Ausgaben im Griff zu haben. Die Kostenertragsquote beläuft sich dort auf etwa 60 Prozent.

[/caption]

Private Banking: Bezahlung scheint ähnlich auszufallen

Bei der Bezahlung im Private Banking scheinen die Institute nahe beieinander zu liegen. So wenden Julius Bär (hier gilt der Wert der Gesamtbank), Vontobel, Sarasin und UBS (aber nur Americas) mit zwischen 223.000 bis 236.000 Franken ähnliche Summen für die Bezahlung ihrer Mitarbeiter auf. Credit Suisse und UBS scheinen nach unten auszureissen. Dies dürfte jedoch auf die Tatsache zurückgehen, dass die beiden Grossbanken auch ihr Retailgeschäft hierunter verbuchen.

Bei der Bezahlung mag zwar Gleichheit herrschen, bei der Leistung indes nicht. Das beste Beispiel stellt die UBS dar. Mit einem Vorsteuergewinn von 168.000 Franken pro Kopf sichert sich das Institut den zweiten Platz. Dabei wird die grösste Schweizer Bank lediglich von den Familiy Office-Mitarbeitern der Bank Sarasin übertroffen, die aber durch ihre Spezialisierung auf schwerreiche Kunden ein wenig ausser Konkurrenz laufen. Den schlechtesten Platz belegt mit 31.000 Franken ebenfalls die UBS – und zwar mit ihrer Wealth Management-Sparte auf dem amerikanischen Doppelkontinent.

[/caption]

Beim Private Banking scheinen die Tage der Traummargen gezählt zu sein. Die Kostenertragsquote im Mittelfeld erstreckt sich von 75,3 Prozent (Sarasin) bis 84 Prozent (Vontobel). Julius Bär reiht sich mit 76,8 Prozent gut ein. Doch auch hier stellt die UBS eine Ausreisser dar. Das amerikanische Wealth Management schneidet mit einer Quote von 90,3 Prozent am schlechtesten ab, während die UBS (im Rest der Welt) mit nur 65,1 glänzen kann. Allerdings dürften dort für das gute Abschneiden die Filialmitarbeiter eine Rolle spielen.

[/caption]

Investmentbanking: Spitzengehälter und Minigewinne

Nirgendwo wird der fehlende Zusammenhang von Bezahlung und Leistung deutlicher als im Investmentbanking. So liessen UBS und Credit Suisse für jeden ihrer Investmentbanker in 2011 durchschnittlich 337.000 bzw. 319.000 Franken springen.

[/caption]

Um die Gewinne der Investmentbanker zu erkennen, sollten die Leser dieses Artikels jetzt zur Lupe greifen. So generierte jeder Investmentbanker der Credit Suisse einen Vorsteuergewinn von winzigen 3780 Franken – im Gesamtjahr 2011, wohlgemerkt. Bei der UBS waren es ebenfalls bescheidene 17.600 Franken. Lediglich die Kollegen von Vontobel scheinen mit einem Vorsteuergewinn von pro Kopf von 284.000 Franken ihr Geld wert zu sein.

[/caption]

Da UBS und Credit Suisse nahezu 100 Prozent der Erträge für ihre horrenden Kosten ausgeben, bleibt für den Gewinn nicht mehr viel übrig. Die Aktionäre der beiden Schweizer Grossbanken dürfte dies wenig erfreuen.

[/caption]

Asset Management: Bessere Verdienste als im Investmentbanking

Durch das Schwächeln der Investmentbanker stammen die Spitzenverdiener in Schweizer Bankhäusern aus dem Asset Management. Zumindest bei Credit Suisse und Vontobel kassieren die Mitarbeiter mit 345.000 bzw. 337.000 Franken spürbar mehr als die Kollegen aus dem Investmentbanking.

[/caption]

Im Asset Management scheint noch am ehesten ein Zusammenhang zwischen Vergütung und Leistung zu bestehen. So belegt die Credit Suisse hier nicht nur bei den Verdienstmöglichkeiten, sondern auch beim Vorsteuergewinn pro Kopf mit 205.000 Franken auf den ersten Platz.

[/caption]

Bei der Kostenertragsquote liegen UBS und Credit Suisse mit rund 75 Prozent gleichauf. Von diesem Mittelfeld sind lediglich Vontobel mit 81,4 Prozent und Sarasin mit 65,8 Prozent ein wenig entfernt.

[/caption]

Fazit: Das Filialgeschäft wird verkannt

Die drei Königssparten des Bankings – Investmentbanking, Private Banking und Asset Management – konnten mit ihren Ergebnissen in 2011 nicht wirklich überzeugen. Die Gewinner scheinen also aus einer anderen Sparte zu stammen. Die auffallend niedrigen Kostenquoten bei der ZKB mit 63,5 Prozent und bei Raiffeisen mit 60,5 Prozent sprechen dafür, dass sich mit dem langweilen Filialgeschäft in der Schweiz noch das meiste Geld verdienen lässt.

Kommentare (1)

Comments

Antworten

Pseudonym

Pflichtfeld

E-Mail

Ungültige E-Mail-Adresse

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier