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Wieso die Deutsche Bank einige Spitzenkräfte verlieren könnte

Die Deutsche Bank bei der Vorstellung ihres Geschäftsberichts für 2011.

Die Deutsche Bank bei der Vorstellung ihres Geschäftsberichts für 2011.

Während die meisten Investmentbanken wahrscheinlich recht glücklich wären, wenn sie im gegenwärtigen Marktumfeld einige Mitarbeiter an die Konkurrenz verlieren würden – um keine teuren Abfindungspakete schnüren zu müssen – kann dies von der Deutschen Bank kaum behauptet werden.

Entgegen dem Branchentrend verringerte die Deutsche Bank die Mitarbeiterzahl in ihrem Corporate and Investmentbanking im abgelaufenen Jahr gerade einmal um 429 Stellen. Vielmehr hat der deutsche Branchenprimus bekräftigt, seinen Marktanteil zulasten seiner kostendrückenden Mitbewerber ausbauen zu wollen. So zählte die Deutsche Bank in London im Januar noch zu den wenigen Unternehmen, die weiter Neueinstellungen vornahmen.

Daher dürfte es für die Deutsche Bank wenig erfreulich sein, dass Headhunter von der wachsenden Bereitschaft ihrer Londoner Investmentbanker berichten, das Unternehmen zu verlassen, weil der Baranteil an den Boni enttäuschend ausgefallen sei.

„Die Spitzenkräfte der Deutschen Bank scheinen einen großen Anteil an aufgeschobenen Boni in diesem Jahr zu haben“, betont ein auf Aktienderivate spezialisierter Headhunter. „Es gibt eine Menge Banker bei der Deutschen Bank, die gegenüber ihren 2009er Boni schlecht weggekommen sind,“ sagt ein Fixed Income-Recruiter und ergänzt: „Da sie weniger zurücklassen, sind sie eher zu einem Wechsel bereit.“

Der Vergütungsbericht 2009 der Deutschen Bank legt nahe, dass 50 Prozent der 2009er Boni auf 24 Monate und weitere 25 Prozent auf 36 und 48 Monate aufgeschoben ausbezahlt wurden. In 2009 belief sich der Personalaufwand pro Kopf im Corporate and Investment Banking auf durchschnittlich 357.000 Euro.

Das erscheint nicht sonderlich großzügig zu sein, da das Institut in 2010 durchschnittlich 372.000 Euro aufwendete. Mithin sollen einige Investmentbanker sehr unzufrieden mit ihrer Bezahlung in 2010 gewesen sein, da das Vergütungspaket in 2009 attraktiver ausgefallen sei.

Laut einem weiteren Headhunter dürften eine Reihe von Mitarbeitern Mitte März einen Aktienanteil erhalten und anschließend eher zu einem Wechsel bereit sein. Doch der Recruiter betont, dass dies auch auf jede andere Bank zutreffe, die Boni auf drei Jahre verteilt auszahlt, wonach die hohen Bonus-Zusagen aus 2009 alle obsolet werden.

Doch nach der Unzufriedenheit vieler Mitarbeiter über die Bonushöhe im abgelaufenen Jahr sollen einige Spitzenkräfte der Bank Halteboni erhalten, die bis 2013 aufgeschoben sind. Dies könnte so manche Führungskraft veranlassen, noch ein wenig länger an Bord zu bleiben.

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