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WestLB muss Halteprämien zahlen: Headhunter halten einige Profile immer noch für interessant

Stolzer Auftritt, traurige Realität: die ehemalige WestLB in Düsseldorf.

Stolzer Auftritt, traurige Realität: die ehemalige WestLB in Düsseldorf.

„Der letzte macht das Licht aus“, so lautet ein bekanntes Sprichwort. Um den Exodus von Leistungsträgern zu stoppen, muss die WestLB jetzt tief in die Tasche greifen und Halteprämien zahlen.

„Die Zusage einer Zahlung erfolgt je nach Gefährdungspotenzial der unerwünschten Abwanderung … in Höhe von drei, sechs neun oder ausnahmsweise auch zwölf Monatsfixgehältern“, zitiert die Rheinische Post aus einer Vereinbarung zwischen Vorstand und Betriebsrat.

Für viele Mitarbeiter dürfte dies einen außerordentlichen Geldsegen von bis zu sechsstelligen Summen bedeuten. Die Halteprämien werden indes nur gezahlt, wenn bestimmte Ziele erreicht werden.

Hintergrund ist die geplante Abwicklung der Bank, die ab Ende Juni kein Neugeschäft mehr annehmen darf. Gerade die besseren Mitarbeiter mit Chancen auf dem Arbeitsmarkt wollen das absehbare Ende der Bank nicht abwarten und suchen schon seit Monaten nach neuen Jobs.

„Da die Arbeitnehmer die Entwicklung voraussehen können, kündigen Leistungsträger und Schlüsselpersonal ihre Verträge. Die ungeordnete Abwanderung von Know-how-Trägern hat bereits eingesetzt,“ heißt es in der Vertriebsvereinbarung der WestLB.

Headhunter: Einige Profile sind hoch interessant

Executive Search-Experte Thomas von Ciriacy-Wantrup von Fricke Finance & Legal in Frankfurt registriert schon seit langem eine starke Nachfrage von WestLB-Mitarbeitern. „Das ist ein Dauerbrenner“, sagt von Ciriacy-Wantrup.

Der aktuelle Streit zwischen Land Nordrhein-Westfalen, den dortigen Sparkassenverbänden, dem Bund und der Helaba sorgt ebenfalls für Unsicherheit bei den Mitarbeitern. Im Kern des Streites steht die Frage, welche Geschäfts-Portfolien und Risiken die Helaba konkret übernimmt. Davon hängt auch ab, welche Mitarbeiter eine Zukunft haben und welche in der Ersten Abwicklungsanstalt landen und abgewickelt werden.

Laut von Ciriacy-Wantrup hält sich die Bank jedenfalls mit Informationen zurück, wie es mit den einzelnen Mitarbeitern weitergehen soll. Somit sei die Unsicherheit entsprechend groß.

Trotz des seit Jahren schleichenden Niedergangs der WestLB sieht von Ciriacy-Wantrup für WestLB-Mitarbeiter durchaus Chancen auf dem Arbeitsmarkt. „Die Bank hat noch einige Talente“, ergänzt der Headhunter. So hätte die WestLB auch in den zurückliegenden Jahren interessante Traineeprogramme angeboten und damit Personal entwickelt.

„Darüber hinaus zählt die WestLB in einigen Sparten wie der langfristigen Projektfinanzierung zu den führenden Anbietern der Welt. Damit gibt es auch Leute mit einem sehr guten Profil,“ betont von Ciracy-Wantrup.

Andere Banken wollen ein Stück vom WestLB-Kuchen abbekommen

Eine große Rolle spiele der „Bankenstandort Düsseldorf“. Viele Mitarbeiter seien in der Region verwurzelt und wollten nicht umziehen. Und auch für Banken ist die Wirtschaftsregion Rhein-Ruhr mit ihren vielfältigen Industrieunternehmen höchst interessant. Daher würden andere Banken wie z.B. die LBBW neue Niederlassungen in der Region eröffnen, um vom WestLB-Kuchen ein Stück abzubekommen.

Vor diesem Hintergrund scheinen die Halteprämien der WestLB durchaus Sinn zu machen. So beobachtet von Ciriacy-Wantrup: „Alle, die ein gutes Profil haben, die suchen.“ Im Flurfunk der WestLB gebe es schon seit Monaten kaum noch ein anderes Thema als die persönliche berufliche Zukunft.

Der Talentpool wird sukzessive leergefischt

Laut dem Executive Search-Experten Dirk Albütz von Heads! in Konigstein bei Frankfurt sind bereits viele Spitzenkräfte der WestLB abgesprungen. So hat der Personalexperte mehrere Abgänge auf die Corporate Seite und in den M&A-Bereich beobachtet. „Das ist ein Abschied auf Raten“, sagt Albütz. Der Headhunter rechnet damit, dass nur noch einzelne interessante Profile bei der WestLB zu finden sind.

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