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Rückblick 2006 / Ausblick 2007

Was bewegte den Arbeitsmarkt für Finanzdienstleistungen in 2006? Wer hatte das Nachsehen? Und wo liegen die Hot Spots in 2007?

Obwohl es noch immer zu Entlassungen in bestimmten Bereichen bzw. aufgrund der spezifischen Situation einiger deutscher Banken kam, war 2006 insgesamt (endlich) wieder einmal ein gutes Jahr für den Arbeitsmarkt in der Finanzbranche.

“Im Jahr 2006 lief es wirklich für fast alle Bereiche gut”, bestätigt Tim Zühlke, Partner bei der international tätigen Personalberatung Smith & Jessen in Frankfurt. Wir zeigen auf, welche Bereiche 2006 am Besten liefen.

Ein gutes Jahr 2006

… hatten Banker im klassischen Beratungsgeschäft, also Corporate Financers und M&A-Berater. Kein Wunder, denn die Deal-Pipelines der Banken sind prall gefüllt: Das Volumen von M&A-Transaktionen mit deutscher Beteiligung belief sich 2006 Daten des Informationsdienstleisters Thomson Financial zufolge auf rund 230 Mrd. € und liegt damit erstmals seit 2001 wieder über 200 Mrd. €.

… hatten Banker im Bereich Structured Products. “Neues Personal wurde dabei für die gesamte Produktions- und Vertriebskette gesucht”, weiß Zühlke. Vom Strukturierer bis hin zum Salesman war es für alle Positionen ein gutes Jahr. “Betroffen” im positiven Sinn waren dabei sowohl Kredit- als auch Equity-Derivate.

… verzeichneten auch mit Real Estate befasste Banker. “Die Immobilienbranche boomte, davon profitierten sowohl Real Estate Investmentbanker als auch Real Estate Asset Manager,” bestätigt Zühlke. Die Immobilienunternehmen suchten und suchen insbesondere Asset Manager. “Der Fokus liegt derzeit auf Experten für die renditeorientierte Betreuung von Großimmobilien,” ergänzt Matthias Junges, geschäftsführender Gesellschafter der Bad Homburger Personalberatung MJ Consult. “Die Unternehmen suchen nicht nur einen, sondern viele solcher Asset Manager.”

Ein schlechtes Jahr 2006

… hatten die Mitarbeiter in verschiedenen Back-Office-Abteilungen der deutschen Großbanken. “Auf der Streichliste von Banken und Versicherungen standen vor allem die klassischen Back-Office-Jobs”, erläutert Hans-Rudolf Ulrich, Finanzdienstleistungsexperte der Managementberatung Kienbaum.

… hatten die Mitarbeiter verschiedener Abteilungen der Münchener HVB. Nach der Übernahme durch die italienische UniCredit kehrte der neue Eigentümer mit eisernem Besen durch die Reihen der Banker. 2006 traf es unter anderem die IT-Spezialisten des Konzerns, deren Zahl im Zuge von Zusammenlegungen der IT-Töchter sowie durch Outsourcing stark reduziert wurde.

… erlebten auch die Angestellten der Dresdner Bank. Die Allianz-Tochter kündigte Ende des Jahres weitere Stellenkürzungen an – rund 1.860 Arbeitsplätze in Deutschland sollen demnach gestrichen werden. Seit Anfang des Jahrzehnts wurden bereits rund 18.000 Vollzeitstellen bei der Dresdner Bank gestrichen.

Hervorragende Perspektiven 2007

Auch für 2007 wird insgesamt ein gutes Jahr erwartet. Die befragten Personalexperten erwarten für nahezu alle Bereiche eine sehr gute Entwicklung. Schlechte Perspektiven scheint es kaum zu geben. “Wir befinden uns in einer breiten Aufwärtsbewegung,” erklärt Junges. “2007 ist beinahe in allen Bereichen der Finanzdienstleistungen mit Neueinstellungen zu rechnen. Sogar Sekretärinnen werden gesucht!”

Ein gutes Jahr 2007

… dürfte es erneut für Personal im Bereich M&A geben “Ich erwarte auch für 2007 ein gutes Jahr für das M&A-Geschäft, auch wenn das Volumen der Transaktionen insgesamt unter dem Wert von 2006 liegen könnte”, erklärt Berthold Fürst, Leiter M&A Deutschland der Deutschen Bank, gegenüber Dow Jones Newswires. Während 2006 vor allem Unternehmen und deren Wachstumsakquisitionen die Transaktionszahlen trieben, könnte 2007 als neuer Trend hinzukommen, dass sich Unternehmen verstärkt gegen ungewollte Avancen anderer schützen werden. “Viele Unternehmen bereiten sich bereits jetzt darauf vor”, erläuterte Investmentbanker Fürst. Neben den ganz großen Transaktionen erwartet Junges insbesondere Deals im gehobenen Mittelstand bis hin zu S-DAX- und M-DAX-Unternehmen.

…wird es für IT-Spezialisten in der Finanzbranche geben. “Regelungen wie Basel II, Solvency II und Co. sorgen dafür, dass dieser Sektor richtiggehend brennt,” erklärt Junges. Gesucht werden insbesondere Spezialisten, die neben der IT-Spezialisierung über einen ausgeprägten Finanzbackground verfügen.

…dürfte auch den Salespeople der Banken bevorstehen. Gefragt ist alles und jeder im Salesbereich – sowohl im Wholesale- als auch im Retailsektor werden Vertriebsexperten für klassische Investment Products, im Asset Management und für Structured Products gesucht. “Der Bedarf an Senior-Sales-Spezialisten im Asset Management wird insbesondere aus dem Ausland von auf den deutschen Markt zielenden Investmentunternehmen gesponsert,” weiß MJ-Consult-Mann Junges.

Ein schlechtes Jahr 2007

…dürfte erneut das Verwaltungspersonal der deutschen Versicherungen bevorstehen. Auch wenn die Allianz den teilweisen Aufschub ihres planten Stellenabbaus angekündigt hat, stehen in den nächsten Jahren Tausende Jobs bei Allianz, Talanx, Ergo, AXA und Co auf den Streichlisten.

…könnte auch nochmals den Back-Office-Beschäftigten bevorstehen. Doch Back-Office ist nicht gleich Back-Office, also muss die verhältnismäßig schwache Perspektive auch noch lange nicht für alle Bereiche gelten.

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