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GASTKOMMENTAR: Wie Sie damit umgehen, wenn Sie mit über 45 arbeitslos werden

julian-rye

Die Finanzdienstleistungen werden oftmals als Spielwiese für junge Leute verstanden. Gelegentlich wird das Klischee erzählt, dass Banken alljährlich tausende von Hochschul-Absolventen anziehen und wohlhabende Frührentner mit 45 oder jünger ausspeien. Doch was passiert, wenn Sie Ihren Job mit über 40 verlieren? War es das? Nur, wenn Sie es selbst so wollen.

Was haben Sie zu bieten?

Zunächst müssen Sie sich darüber klar werden, was Sie anzubieten haben. Welchen Mehrwert können Sie leisten? Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie für einen neuen Arbeitgeber leisten können und was sein Geschäft voranbringt. Formulieren Sie Ihre Berufserfahrung auf eine Weise, die Sie einzigartig macht und die Sie von Ihren Mitbewerbern unterscheidet.

Ihr Lebenslauf

Schon Ihr Lebenslauf kann den Eindruck verstärken, dass Sie zum „alten Eisen“ gehören. Soweit sollten Sie es nicht kommen lassen. Daher sollten Sie Begriffe nutzen, die von Energie, Motivation, Geschwindigkeit und Kreativität zeugen.

Sorgen Sie dafür, dass schon das Design Ihres Lebenslaufes dem Leser einiges über Ihren jüngsten Job verrät. Selbst wenn Sie über eine Menge Geschichten über Ihre Leistungen verfügen, sollten diese umso mehr zugespitzt und weniger detailliert ausfallen, je weiter sie zurückliegen. Durch dieses Design wird auf subtile Weise der Aufbau einer Karriere suggeriert, indem Sie Ihren Wert konstant gesteigert und in Ihrem letzten Job am meisten geliefert haben. Auf diese Weise wird ebenfalls angedeutet, dass es sich um das Minimum handelt, was ein künftiger Arbeitgeber von Ihnen erwarten kann.

Verwenden Sie keinen chronologischen, sondern einen achronologischen Lebenslauf (bei dem die letzten Stationen ganz oben stehen). Bedenken Sie, dass es sich bei einem Lebenslauf um ein Marketinginstrument handelt und nicht um die Geschichte Ihrer Karriere. Daher sollten Sie darüber nachdenken, was dort hineingehört und wie Sie dies formulieren.

Auf dieser Karrierestufe sollten Sie nichts mehr von Ihrer Schulbildung erzählen. Denn üblicherweise entscheiden die Leute auf der Basis der vergangenen drei bis fünf Jahre, wen Sie zu einem Vorstellungsgespräch einladen und nutzen dann weiter zurückliegende Informationen, um Ihre Entscheidung zu unterfüttern. Ihre Grund-, Sekundar- und Abitur-Noten tragen hierzu wenig bei – lassen Sie jedoch älter erscheinen.

Ihre privaten Aktivitäten

Ihre Interessen abseits der Arbeit sollten Sie in Gespräche über Ihr Netzwerk einflechten (was zum passenden Zeitpunkt auch gemeinsame Interessen mit Consultants und Headhuntern betreffen kann). Streichen Sie besonders gemeinsame Interessen heraus, die für Ihre Gesundheit sprechen wie z.B. Sport.

Was Sie zu Ihren Alter sagen sollten

Sprechen Sie nicht von Ihrem Alter – und sprechen Sie dieses Thema keinesfalls selbst an. Geben Sie keine Kommentare ab wie: „In den 80er und 90er Jahren war es in der Finanzbranche besser, es hat mehr Spaß gemacht.“ Versuchen Sie immer in die Zukunft zu blicken.

Antidiskriminierungsgestze erschweren es, Sie in einem Vorstellungsgespräch direkt auf Ihr Alter anzusprechen, dennoch können Fragen gestellt werden, die in irgendeinem Bezug zu Ihrem Alter stehen. Derartige Fragen sollten Sie beantworten, indem Sie Ihre Berufserfahrung betonen und die Frage nicht ganz direkt beantworten – was Politiker ständig machen. Anschließend sollten Sie nahtlos zu einem anderen Thema übergehen. Dies erfordert ein wenig Übung, doch es kann sich um ein nützliches Instrument handeln.

Falls Sie mit der Nase direkt auf Ihr Alter gestoßen werden, dann sollten Sie sich niemals defensiv verhalten. Entschuldigen Sie sich nicht und fühlen Sie sich nicht peinlich berührt. Beantworten Sie die Frage kurz und fahren Sie dann mit dem Gespräch fort. Es gilt die Gleichung: Alter = wertvolle Berufserfahrung etc.

Präsentation

Bei allen Gesprächen – seien es formale Unterhaltungen wie Vorstellungsgespräche oder Networking-Gespräche – sollten Sie in Hochform sein. Zeigen Sie Energie, Begeisterung und Kreativität. Geben Sie sich belesen und wissenskundig über Ihren Branchen-Sektor und die herrschenden Trends. Seien Sie auf dem Laufenden und haben Sie Meinungen, die sich in einem Gespräch debattieren lassen. Achten Sie auch bei Ihrem Networking darauf (was sogar Familie und Freunde umfassen kann). Kleiden Sie sich gut und seien Sie gepflegt. Auch wenn es ein wenig dauert, bis Sie einen neuen Job finden, dürfen Sie sich nicht gehen lassen.

Indikatoren wie Demografie und Gesundheitsstatistiken sprechen dafür, dass auch ältere Arbeitnehmer Mehrwert beitragen können. Und dies gilt auch jenseits der traditionellen Ausstiegsalter im Investmentbanking.

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