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GASTKOMMENTAR: Ich habe gerade den CFA gemacht, aber ich frage mich, ob es die Zeit und das Geld wert war

Kürzlich habe ich den berühmt-berüchtigten CFA erworben. Zahllose Stunden über den Büchern wurden in einigen strapaziösen dreistündigen Prüfungen abgefragt. Solche Anstrengungen werden hauptsächlich auf sich genommen, um die prestigeträchtigen drei Buchstaben CFA hinter seinen Namen auf Visitenkarten und Lebensläufen abdrucken zu dürfen.

Das CFA-Curriculum vermittelt Ihnen zweifelsohne ein gründliches Verständnis der Finanzwissenschaft und ähnlicher Disziplinen. Doch worin besteht der wahre Wert der drei Buchstaben und werden Sie dadurch zu einer besseren Arbeitskraft?

Ähnliche Fragen können zu Universitäten und Business Schools gestellt werden. Lernen ist immer wichtig, doch manchmal erscheint es, als sei der korrekte Titel auf dem Lebenslauf wichtiger als das, was Sie wirklich gelernt haben. Sind Sie wirklich eine bessere Arbeitskraft, weil Sie eine Spitzen- und keine durchschnittliche Uni besucht haben?

Sicherlich mag es Qualitätsunterschiede bei den Lehrveranstaltungen geben, doch hängt nicht alles letztlich von den Anstrengungen des einzelnen Studenten ab? Einen klangvollen Uni-Namen im Lebenslauf zu haben, mag sicherlich so manchem den Kopf verdrehen, doch ist dies gerechtfertigt?

Dabei handelt es sich um wichtige Fragen. Sie müssen gestellt werden, weil es einen riesigen Unterschied zwischen den Preisschildern der unterschiedlichen Institutionen gibt.

Der Rummel, der bestimmte Uni-Namen wie Harvard oder Oxford umgibt, trifft gewissermaßen auch auf die CFA-Akkreditierung zu. In den Wirtschaftswissenschaften wird dies auch als “Signalwirkung” bezeichnet. Damit signalisieren Sie einem potenziellen Arbeitgeber, dass Sie ein produktiver, exzellenter Bewerber sind.

Das interessante an dieser Signalwirkung besteht darin, dass die Ausbildung an sich nicht unbedingt irgendeinen tatsächlichen Wert aufweist. Dies kann auch einfach heißen, dass Sie dies von anderen Stellenbewerbern unterscheidet, denn Sie haben etwas bewältigt, was als schwierig erachtet wird. Falls Sie sich allein um das Endresultat sorgen, einen besseren Job oder ein höheres Gehalt zu erhalten, dann kann ein hochprofilierter Titel in Ihrem Lebenslauf das Geld und die Zeit wert sein.

Doch falls Sie nach Kompetenzen und Wissen an sich suchen, dann sollten Sie sich schon überlegen, ob es sich lohnt, den Preis einer Spitzenuniversität zu bezahlen. Bekommen Sie wirklich den Zusatznutzen für Ihr Geld oder sollten Sie lieber einen kosteneffizienteren Weg in Betracht ziehen, diese Fähigkeiten zu erwerben?

Eigenständig neue Kompetenzen zu erwerben oder diese von an einer weniger renommierten Hochschule zu erwerben, wird indes nicht den gleichen schillernden Effekt in Ihrem Lebenslauf haben. Denn Sie können sehr wohl eine exzellente Arbeitskraft oder oder ein herausragender Student sein und die gleichen Kompetenzen erwerben, obgleich Sie keinen Abschluss oder MBA von einer der besten Unis vorweisen können.

Kommentare (2)

Comments
  1. Ich habe im Mai nach langen Jahren meine Doktorarbeit zum Dr. rer. pol. im Bereich Kapitalmarktforschung und Finanzwirtschaft mit einer Summa cum laude abgeschlossen und kann mich derzeit nicht des Eindruckes erwehren, dass mir der Titel nichts bringt. Im Gegenteil. Da ich ja aufgrund der Dauer der Promotion nun deutlich älter bin als frisch Diplomierte oder Leute mit einem Bachelor stehe ich meiner Meinung nach wesentlich schlechter dar. Bei bisherigen Gespächen mit potenziellen Arbeitgebern habe ich kein einziges Mal den Eindruck bekommen, dass die durch eine Doktorarbeit zum Ausdruck gebrachten Qualitäten und Fähigkeiten von besonderem Stellenwert wären. Zumindest für mich stellt sich die Lage momentan so dar, dass sich die Mühen für die Erlangung des Doktortitels nicht gelohnt haben.

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