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MBA oder Promotion?

Was ist besser für Karriere und Geldbeutel – ein MBA oder der gute alte Doktorhut? efinancialcareers hat nachgefragt.

Bei den führenden Banken in Frankfurt ist von einem Trend “weg vom Doktor, hin zum MBA” noch nichts zu spüren. Das sagen unisono Sprecher von Deutscher Bank und des Deutschland-Ablegers der Schweizer UBS.

“Der Anteil der promovierten Nachwuchskräfte in Deutschland übersteigt die Zahl der MBA-Absolventen gegenwärtig mit einem Verhältnis von 95 zu 5”, bestätigt Martin Möhrle, Chief Learning Officer bei der Deutschen Bank. Der Experte geht davon aus, dass sich das nur langsam in den kommenden zehn Jahren bei 50 zu 50 einpendeln wird.

Da sind Industriekonzerne schon ein Stück weiter. “Der Anteil von Managern mit einem MBA ist bei den Dax-30-Unternehmen rasant gestiegen”, hat Klaus-Dieter Schaaf beobachtet, Gründungspartner der Executive Consulting Agentur Schaaf Peemöller + Partner.

Angesichts der Vielfalt von MBA-Anbietern in Deutschland sollten Hochschulabsolventen unbedingt die richtige Adresse wählen, ergänzt Deutsche-Bank-Experte Möhrle. Die Mannheim Business School, die WHU in Vallendar, die ESMT in Berlin und die Handelshochschule Leipzig zählten neben den bekannten Managerschmieden in den USA und Europa sicher zu den Einrichtungen in Deutschland, wo “die Qualität unstrittig” ist, so Möhrle weiter.

Und wer glaubt, mit einem MBA mehr Geld verdienen zu können als mit dem traditionellen Doktorhut, liegt falsch. “Für eine Promotion gibt es nach wie vor 10.000 bis 15.000 Euro drauf”, sagt Christian Näser, Mitglied der Geschäftsleitung bei Kienbaum Management Consulting. Näser kann sich deshalb nicht vorstellen, dass ein MBA eine Promotion in absehbarer Zeit ersetzen wird.

Was haben Sie für Erfahrungen gemacht? Hat es sich in Ihrem Job gelohnt, für die Promotion ein paar Jahre dranzuhängen? Oder würden Sie heute statt dessen lieber einen MBA machen?

Kommentare (3)

Comments
  1. Für mich als Wirtschaftsanwalt führte kein Weg am Doktorhut vorbei. Ich kenne übrigens kaum einen Anwaltskollegen bei einer anderen großen Sozietät, der nicht promoviert wurde.
    In unserer Branche sieht es bald ähnlich aus wie bei Chemikern. Ohne Promotion geht dort auch nichts.

  2. Ich arbeite in der M&A-Beratung bei einer Big 4 WP-Gesellschaft. Meine Promotion hat sich hier (bisher) für meine Karriere weder monetär noch bezüglich der Aufstiegschancen ausgezahlt. Der Titel wird sich nach meiner Einschätzung erst bei einem Wechsel zu einer Bank oder einem Industrieunternehmen bezahlt machen.

  3. Das Problem ist in Deutschland in erster Linie der totale Wertverlust des MBA, nachdem jede kleinere Fachhochschule und bald auch eine Volkshochschule einen MBA anbieten darf. Zur Not dann auch noch mit einer absurden Eingrenzung (Krankenschwestern-MBA, Medien-MBA, etc.).
    Ich habe es selbst im Beruf gesehen, daß es leider besser ist, einen Doktor in “Liebesleben der gemeinen Waldameise” zu machen, als ein anspruchsvolles MBA Studium an einer Top-Schule, zumal nach ein paar Jahren eh keiner mehr nach dem Thema der Promotion fragt. Wichtig ist nur noch der Titel. In dem Sinne kann ich auch Kollegen Recht geben, die nach 3 Jahren als Doktorand-Sklave an der Uni im Notfall eher einen Doktor kaufen würden, als das Elend an der Uni nochmals zu wiederholen.
    Deutschland ist halt Obrigkeitsgehörig, fast so schlimm wie in Österreich.

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