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Lassen Sie sich von keinem Recruiter abhalten, ein Gegenangebot anzunehmen

Mit der Annahme eines Gegenangebots können Sie auch gleich Ihre ganze Karriere aufgeben. Ihr Vorgesetzter wird sich Ihre Absicht zu wechseln ganz genau merken und Sie heimlich verachten. Auch Ihre Kollegen werden Ihren Verratsversuch nicht vergessen und Sie dafür hassen.

Falls Sie ein Anstellungsangebot irgendwo anders erhalten, Ihrem Vorgesetzten Ihren Weggang verkünden und anschließend Ihre Meinung ändern, wenn Ihr Nocharbeitgeber plötzlich eine großzügige Gehaltserhöhung oder eine Beförderung hervorzaubert, dann Sie sind ein Narr.

Derartige Geschichten werden Ihnen Headhunter und Recruiter erzählen.

Psycho-Attacken

Bei einem Arbeitgeber zu kündigen und bei einem anderen anzufangen, hat immer auch ein wenig von psychologischer Kriegführung an sich. Umso höher Sie in der Unternehmenshierarchie stehen und umso mehr Sie geschätzt werden, umso aggressiver wird dieser Psychokrieg ausfallen.

Einerseits möchte Ihr künftiger Arbeitgeber und der Headhunter, dass Sie schleunigst kündigen. Denn schließlich sind diese nicht unabhängig: Der neue Arbeitgeber möchte die verwaiste Stelle besetzen und der Headhunter möchte seine Gebühren einstreichen.

Andererseits möchte Ihr alter Arbeitgeber, dass Sie bleiben. Auch diese verhalten sich keinesfalls objektiv. Sie zu ersetzen, ist mit hohen Kosten verbunden, denn plötzlich haben sie entdeckt, wie wertvoll Sie tatsächlich sind. Rechnen Sie damit, mit Führungskräften in einen Raum gesperrt zu werden, die nur dafür eingeflogen wurden, um Sie zu hofieren. Wahrscheinlich wird Ihnen mehr Geld oder eine Beförderung in Aussicht gestellt.

Vielleicht sollten Sie das verlockende Angebot annehmen.

Furcht und Optimismus

Wenn es darum geht, Gegenangebote auszuschlagen, dann wissen Headhunter, wie das zu bewerkstelligen ist. Laut dem Londoner Karrierecoach Sital Ruparelia behaupten Headhunter, dass 75 Prozent derjenigen, die ein Gegenangebot annehmen, sich in den folgenden sechs Monaten abermals nach einem neuen Job umschauen.

Allerdings gibt es keine Statistik, die dies belegen würde.

Laut John Nicholson, dem Chef des Business-Pychologie-Unternehmens Nicholson McBride tendieren Investmentbanker dazu, sowohl furchtsamer als auch opportunistischer als andere Berufsgruppen zu sein. Dabei stelle die Annahme einen Gegenangebots einen Sieg des Opportunismus dar und die Ablehnung einen Triumph der Furcht.

Wenn ein Gegenangebot richtig und angemessen ist

Was Recruiter auch immer vorbringen mögen, es gibt Situationen, in denen ein Gegenangebot akzeptiert werden sollte. Furcht und Opportunismus sollten keine Rolle bei einem Entscheidungsfindungsprozess spielen.

Denken Sie vielmehr rational und leidenschaftslos über folgende Punkte nach:

1. Der Wert Ihres Netzwerks bei Ihrem alten Arbeitgeber

Wenn Sie irgendwo für einige Zeit gearbeitet haben, dann werden Sie dort ein bedeutendes internes Netzwerk aufgebaut haben. Laut Graham Ward, Coach am INSEAD Global Leadership Centre und ehemaligen Goldman Sax-Mitarbeiter, ist das überaus wertvoll. “Wegzugehen und anderswo ein neues Netzwerk wiederaufzubauen ist ein aufwendiges Unternehmen”, betont Ward.

2. Ihre Vergangenheit bei Ihrem Nocharbeitgeber

Doch falls Sie sich für einen Weggang entscheiden, handelte es sich dabei um Opportunismus? “Jeder mag es, zum Tanzen aufgefordert zu werden”, sagt Ward. “Das heißt jedoch nicht, dass Sie auch auf die Tanzfläche springen sollten.”

Ward schlägt vor, darüber nachzudenken, wie Sie bei Ihrem alten Arbeitgeber behandelt wurden, ob diese dazu beigetragen haben, Ihre Führungsqualitäten zu verbessern und ob sie es Ihnen erlauben, sich gemäß Ihrem Karriereplan weiterzuentwickeln. Falls die Antwort auf eine dieser Fragen “ja” lautet, dann sollten Sie nur für ein entsprechendes finanzielles Angebot wechseln. Doch handelt es sich dabei um einen hinreichenden Grund für einen Wechsel?

Wie Sie mit Ihrem Vorgesetzten ein Gespräch unter Erwachsenen führen

Ward betont, dass es sehr wohl möglich ist, ein Gegenangebot hervorzulocken und anzunehmen, ohne gleich mit einer Kündigung zu drohen.

“Bei einem guten Verhältnis zu Ihrem Vorgesetzten handelt es sich um ein Privileg”, ergänzt Ward. “Falls Sie ein gutes Verhältnis haben, dann benötigen Sie keine Drohung. Alle talentierten Personen erhalten gelegentlich Jobangebote und ihr Vorgesetzter weiß das. Ich habe wieder einmal ein Angebot von einem anderen Unternehmen erhalten. Können wir über mögliche Karrierechancen sprechen, wenn ich mich dazu entscheide, dies abzulehnen?”

Allerdings werden Gegenangebote von Finanzaufsichtsbehörden nicht immer gern gesehen. Doch laut Headhuntern sind derartige Offerten immer noch weit verbreitet: “Die meisten Banken scheinen einen Teil ihres Bonuspools dafür reserviert zu haben, Ihre Spitzenarbeitskräfte zu schützen.”

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