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Deutsche Bank streicht Bonuspool um 17 Prozent zusammen und zahlt dennoch fürstlich

Zum letzten Mal präsentierte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann heute die Geschäftszahlen für 2011.

Zum letzten Mal präsentierte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann heute die Geschäftszahlen für 2011.

So mancher Mitarbeiter der Deutschen Bank dürfte den Kopf hängen lassen. Denn der Bonuspool der Bank für 2011 wurde gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent zurechtgestutzt. Die absolute Höhe des Pools wollte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2011 am heutigen Donnerstag (2. Februar) jedoch nicht verraten. Dies wäre für die Mitbewerber eine allzu interessante Information.

Konkret sagte Ackermann: „Dem Ausbau unserer Kapitalbasis räumen wir hohe Priorität ein. Deshalb haben wir den Bonuspool insgesamt um 17 Prozent reduziert. Dabei wurde die Barkomponente um 37 Prozent deutlich gekürzt. Der Anteil der aufgeschobenen Vergütungselemente beträgt jetzt 61 Prozent.“

Laut Personalvorstand Hermann-Josef Lamberti wird der deutsche Branchenprimus bei der Auszahlung der Boni an den bestehenden Instrumenten festhalten. Innovative Lösungen wie die Zahlung der Boni in toxischen Wertpapieren wie bei der Credit Suisse schloss Lamberti gegenüber eFinancialCareers aus.

Gobal Transaction Banking sowie das Privat- und Firmenkundengeschäft übertreffen die Vorgaben

Mit einen Vorsteuerergebnis von 5,4 Milliarden Euro verfehlte Ackermann indes das selbstgesteckte Ziel von 10 Mrd. Euro um Längen. Verantwortlich hierfür machte Ackermann die turbulente Situation auf den Märkten sowie Sonderausgaben im Zuge von Rechtsstreitigkeiten. Dennoch übertraf der Vorsteuergewinn das Vorjahr um immerhin 36 Prozent, womit sich die Deutsche Bank im Vergleich zu den Wettbewerbern tapfer schlug.

Besonders weit verfehlte der Investmentbanking-Chef und designierte Ackermann-Nachfolger Anshu Jain seine Vorgaben von 6,4 Mrd. Euro. Aufgrund der Krise in 2012 konnte die Investmentbanking-Sparte lediglich 2,9 Mrd. Euro einstreichen, womit der deutsche Branchenprimus ebenfalls besser als die internationale Konkurrenz abschnitt. Trotz des ernüchternden Ergebnisses schloss Jain einen weiteren Personalabbau – über die bekannten 500 Stellen hinaus – vorerst aus.

Obgleich die Margen im Investmentbanking künftig eher fallen würden, wolle die Deutsche Bank weiter Marktanteile gewinnen. So sei das Institut im Fixed Income-Geschäft in 2011 wahrscheinlich der drittgrößte Player, während sich andere Großbanken – wie z.B. die UBS – aus dem Segment zurückziehen.

Deutsche Bank bläst zum Angriff auf weitere Marktanteile im Investmentbanking

„Unser Investmentbanking ist für die Zukunft gut positioniert. Viele Wettbewerber sind dabei, ihr Investmentbanking abzubauen oder sogar ganz aufzugeben“, sagte Ackermann. „Zwar gehen wir davon aus, dass Investmentbanken selbst bei einem besseren Marktumfeld auf absehbare Zukunft das hohe Ertragsniveau früherer Spitzenzeiten nicht mehr erreichen werden. Doch auch wenn der Kuchen kleiner werden dürfte, kann sich die Deutsche Bank daraus ein größeres Stück herausschneiden“, ergänzte der 63jährige Schweizer.

Dagegen konnte das Global Transaction Banking seinen Siegeszug der zurückliegenden Jahre fortsetzen, die Zielvorgaben von 1 Mrd. Euro übertraf die Sparte um etwa 10 Prozent. Der Geschäftsbereich Private & Business Clients schlug die Zielmarke von 1,6 Mrd. Euro sogar um rund 200 Mio.  Euro. Das Asset und Wealth Management trug indes nur 0,8 statt der avisierten 1,0 Mrd. Euro zum Vorsteuergewinn des Konzerns bei.

Im Investmentbanking fallen die Personalkosten um 12 Prozent

In der Gesamtbank purzelte die Mitarbeiterzahl gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozent auf knapp 101.000 Beschäftigte, wobei die Hauptlast auf dem heimischen Markt lag. In Deutschland verminderte die Deutsche Bank die Beschäftigtenzahl um 4 Prozent auf gut 47.300. Dagegen kletterte der Personalaufwand um 4 Prozent auf 13,1 Mrd. Euro.  Für jeden ihrer Mitarbeiter blätterte das Institut somit durchschnittlich etwa 130.000 Euro auf den Tisch, was 5 Prozent mehr als im Vorjahr waren.

Im Investmentbanking kreiste jedoch der Rotstift. Das Personal sank um 3 Prozent auf nur noch 15.184 Mitarbeiter und der Personalaufwand wurde sogar um 15 Prozent auf 5,1 Mrd. Euro zusammengestrichen.  Mithin fiel der Personalaufwand pro Kopf um 12 Prozent auf knapp 333.000 Euro. Diese Zahl ist jedoch mit vielen Wettbewerbern nicht zu vergleichen, da die Deutsche Bank viele Backoffice-Positionen aus dem Investmentbanking ausgegliedert hat. Trotz des überzeugenden Ergebnisses baute die Deutsche Bank ihre Mitarbeiterzahl im Global Transaction Banking um 2 Prozent auf 4419 Beschäftigte ab.

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