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Vom Karriereknick zum Karrierekick: Wird Sergio Ermotti der neue UBS-Chef?

Vom Karriereknick…

Vor gerade einmal zwei Monaten erlebte Sergio Ermotti bei der Unicredit eine herbe Niederlage. Bei der Nachfolge des geschassten Unicredit-Chefs Alessandro Profumo zog der Schweizer gegenüber dem Italiener Federico Ghizzoni den Kürzeren. Branchenbeobachter sahen darin auch eine Vorentscheidung für die künftige Strategie der Unicredit Group.

Denn Ghizzoni war zuvor für das Osteuropageschäft verantwortlich, während Ermotti für das Investment- und Private Banking zuständig war. Mit der Ernennung Ghizzonis setzten sich bei dem Finanzriesen aus Mailand die einflussreichen italienischen Sparkassenstiftungen durch.

Diese Zurückstellung dürfte für Ermotti um so erniedrigender ausgefallen sein, als der 50jährige für einen wichtigen Teil der Gewinne bei Unicredit verantwortlich ist. So verzeichnet die deutsche Tochter Hypo Vereinsbank bis Ende September fast 1,7 Mrd. Euro Vorsteuergewinn. Diese stammen hauptsächlich aus dem Investmentbanking, das konzernweit in München konzentriert ist.

… zum Karrierekick

Vor diesem Hintergrund stellt die Ernennung Ermottis zum CEO für Europa, Mittleren Osten und Afrika bei der UBS eine kleine Sensation dar. Diese Position wird Ermotti im April von John Cyran übernehmen, der sich aus persönlichen Gründen zurückzieht.

Denn durch seine Kompetenzen im Investment und Private Banking sowie seine internationalen Erfahrungen bringt Ermotti erstklassige Qualfikationen für die UBS mit, die ihr Hauptgeschäft in eben diesen beiden Sparten sieht – und nicht im Retailgeschäft wie die Unicredit.

UBS-Chef Oswald Grübel ist denn auch voll des Lobes für seinen künftigen Mitarbetier: “Mit seinem hervorragenden Leistungsnachweis sowie seinen fundierten Branchenkenntnissen und Führungsqualitäten wird Sergio Ermotti mein Managementteam sehr gut ergänzen.”

Doch vielleicht rekrutiert Grübel hier nicht nur einen guten Mitarbeiter, sondern einen noch viel besseren Nachfolger. Denn der heute 67jährige Deutsche an der UBS-Spitze hatte sich bereits vor einigen Jahren vom Credit Suisse-Chefposten aufs Altenteil verabschiedet und wurde lediglich zur Bewältigung der UBS-Krise aus dem Ruhestand zurückbeordert.

Da diese Aufgabe mittlerweile als bewältigt gelten darf, wird demnächst ein Chefposten in Zürich frei. Mithin hat Ermotti gute Chancen, nach dem verpatzten Aufstieg an die Unicredit-Spitze doch noch einen Chefsessel zu erlangen – und zwar in Zürich. “Ermotti hat jetzt auf alle Fälle die Chance, sich als Nachfolger zu empfehlen”, hieß es aus Branchenkreisen.

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