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Sechs Tipps, mit denen Sie jedes Telefoninterview überstehen

Falsch: Für ein Telefoninterview sind Handys suboptimal.

Falsch: Für ein Telefoninterview sind Handys suboptimal.

Anschreiben, Lebenslauf und persönliches Vorstellungsgespräch stellen heutzutage längst nicht mehr sämtliche Hürden dar, die Bewerber auf dem Weg zur neuen Stelle überwinden müssen. Vielmehr haben sich die Arbeitgeber eine neue Gemeinheit ausgedacht: das Telefoninterview.

Laut dem Executive Search-Experten David Kitzinger von Badenoch & Clark in Luxemburg hängt die Häufigkeit von Telefoninterviews von der betreffenden Stelle ab. „Wenn es sich um ein Sales-Profil handelt, ist ein Telefoninterview eher selten, weil hierfür auch die äußere Erscheinung und der Auftritt entscheidend sind. Bei Back Office-Positionen kommt dies durchaus häufiger vor“, sagt Kitzinger. Mit der geographischen Ferne zwischen Bewerber und Arbeitgeber steige die Wahrscheinlichkeit für ein Telefoninterview.

Üblicherweise sind diese Telefonate kürzer als ein normales Vorstellungsgespräch und werden genutzt, um die Kandidatenliste ein wenig zusammenzustreichen. Somit ist der erste Eindruck hier noch entscheidender als bei persönlichen Vorstellungsgesprächen. Denn wenn Sie das Telefoninterview vermasseln, dann sind Sie raus. Daher haben wir nachgefragt, worauf Sie hierbei achten müssen.

1. Welche Ziele verfolgt der Gesprächspartner?

Vor einem Telefoninterview sollte sich ein Kandidat überlegen, ob er sich auf ein solches Verfahren überhaupt einlassen sollte. „Es muss auf Seriösität geachtet werden und darauf, dass keine Informationen abgeschöpft werden“, warnt Mirja Linke von Deininger Consulting in Frankfurt. Die Executive Search-Expertin rät, sich drei Fragen zu stellen: „Wer ruft an, warum ruft er an und worum soll es gehen.“ Auch sensible Daten – wie Gehälter – sollten bei einem Telefoninterview nicht vorschnell preisgegeben werden. „Da wäre ich sehr vorsichtig – gerade bei Beratern“, ergänzt Linke.

 2. Suchen Sie einen ruhigen Raum auf und nutzen Sie das Festnetz

„Man braucht einen ruhigen Raum, in dem man ungestört, stressfrei und ohne Ablenkung telefonieren kann“, betont Kitzinger. Das Telefonat sollte nicht in einer zeitlich gedrängten Situation stattfinden, da diese Unruhe auch ohne Sichtkontakt schnell in einem Gespräch durchscheine.

Darüber hinaus rät Kitzinger zur Verwendung eins Festnetztelefons: „Es kommt immer wieder vor, dass es mit dem Handy Probleme gibt oder die Sprachqualität mangelhaft ist.“ Dies gelte besonders, wenn es sich um einen Conference-Call handelt.

3. Geben Sie punktgenaue Antworten

Aufgrund der fehlenden Körpersprache drehen sich Telefoninterviews eher um fachliche Fragen als um die Persönlichkeit. Daher rät Linke, sich noch besser vorzubereiten als auf ein persönliches Vorstellungsgespräch. Kandidaten sollten ihren Lebenslauf genau kennen und sich in die Lage versetzen, was der andere fachlich benötigt. „Sie müssen punktgenaue Antworten geben. Das muss sitzen“, betont Linke. „Kandidaten, die hingegen nicht gut vorbereitet sind, sind ganz schnell draußen. Telefoninterviews sind extrem tough“, ergänzt die Headhunterin.

4. Erzählen Sie Erfolgsgeschichten

Jan Veder von der Options Group in Frankfurt rät dazu, „Erfolgsgeschichten“ aus seiner Karriere parat zu haben: „Legen Sie sich ein paar Sätze zu den einzelnen Stationen Ihres Lebenslaufs zurecht und erzählen Sie, was Sie besonders gut gemacht haben.“ Dagegen würden viele Kandidaten zu sehr technischen Antworten tendieren und die Stationen ihres Lebenslaufs lediglich herunterbeten. Darüber hinaus sollte sich ein Bewerber schon vorher über die Bedürfnisse des Arbeitgebers in spe bewusst sein. Jeder sollte sich fragen: „Wo drückt dem Arbeitgeber der Schuh?“

5. Stellen sie Fragen

Telefoninterviews sind tendenziell kürzer als persönliche Vorstellungsgespräche. „Es wird nicht viel Zeit für Fragen geben. Dennoch sollten Sie einige Fragen bereit halten – das zeugt von wirklichem Interesse“, sagt Kitzinger. Generell sollten sich Kandidaten proaktiv verhalten und fragen, wie sie dabei helfen können, den Bewerbungsprozess voranzubringen. Im polyglotten Luxemburg würde beispielsweise die Frage gut ankommen, ob der Lebenslauf noch in einer anderen Sprache benötigt wird.

Einen besonderen Tipp gibt Veder. Kandidaten könnten ihrem Gesprächspartner die Frage stellen: „Was macht Ihnen an Ihrer Position besonders Spaß.“ Zum einen lernt man die positiven Seiten der Stelle kennen, zum anderen gibt es dem Gespräch eine positive Stimmung, was auf den Fragesteller zurückwirke.

6. Haben Telefoninterviews Zukunft?

Die Globalisierung und die Tatsache, dass immer häufiger Positionen über Ländergrenzen oder sogar Kontinente hinweg besetzt werden müssen, spricht für die Zukunft des Telefoninterviews.

Dennoch sieht Linke Telefoninterviews kritisch. „Die Kandidaten können dabei eher verlieren als gewinnen“, meint Linke. Da die Zahl der Kandidaten aufgrund der demografischen Entwicklung eher abnehmen wird, rechnet Linke mit einer sinkenden Bedeutung des Telefoninterviews. „Doch manchmal geht es nicht anders.”

Foto: iStock/Thinkstock

Kommentare (1)

Comments
  1. Die Häufigkeit von Telefonivterviews hängt tatsächlich von der Stelle ab, auch auch von der örtlichen Entfernung. Wenn ein Bewerber in Berlin wohnt sich aber nach Nürnberg beworben hat wird man ihn/sie wohl eher einmal kurz am Telefon kennen lernen wollen, als den Bewerber der direkt im Nachbarort lebt. Ja, vermasseln sollte man es nicht das ist klar, aber wer das Vorstellungsgespräch vermasselt ist auch raus – somit hat man hier noch größere Chancen da man erstmal eine Basis schaffen kann auf die man dann vor Ort aufbauen kann. Grundsätzlich würde ich sagen, dass das Telefoninterview noch an Bedeutung gewinnen wird, da alles globaler zusammen wächst und man durch Skype und Co. die Möglichkeit hat, auch mit Bewerbern aus anderen Ländern zu sprechen, ohne diese direkt einladen zu müssen.

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