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EXKLUSIV: Das angebliche Bonusversprechen an die Dresdner Investmentbanker im Wortlaut

Der ehemalige Hauptsitz der Dresdner Bank in Frankfurt.

Der ehemalige Hauptsitz der Dresdner Bank in Frankfurt.

Nach der Ankündigung der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank hat der damalige Chef des Dresdner Bank-Investmentbankings Stefan Jentzsch in einer internen Besprechung im August 2008 den Mitarbeitern einen Bonus von 400 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Dies wurde später in einem Brief an die Mitarbeiter bekräftigt. Den entsprechenden Ausschnitt aus dem Schreiben veröffentlicht eFinancialCareers weiter unten exklusiv im Original und in der deutschen Übersetzung.

Worum sich der Streit dreht

Doch die Ernüchterung kam kurz nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman-Brothers im September 2008. Für das Geschäftsjahr 2008 hatten allein die Investmentbanker von Dresdner Kleinwort einen Verlust von stolzen 6,2 Mrd. Euro produziert. Infolgedessen strich die Bank die in Aussicht gestellten Boni um 90 Prozent zusammen.

Dennoch gehen die Investmentbanker wegen der ungezahlten Boni durch sämtliche Rechts-Instanzen. So scheiterte die Gruppe bereits am 12. Oktober letztinstanzlich vor dem deutschen Bundesarbeitsgericht. Da indes eine Vielzahl – der besonders hochbezahlten – Investmentbanker in London beschäftigt waren, geht es seit dem heutigen Montag (23. Januar) vor englischen Gerichten weiter.

Dabei wird es um die Frage gehen, ob die Zusage der Bank rechtlich verbindlich war oder unter dem Vorbehalt stand, dass keine riesigen Verluste anfallen. Handelte es sich um Ermessens-Boni (discretionary bonuses) oder Garantieboni (guaranteed bonuses)? Die Ausschnitte aus dem damaligen Brief an die Mitarbeiter – die eFinancialCareers vorliegen – lesen sich folgendermaßen:

Hier das englische Original im Wortlaut…

„The provisional award stated above is subject to review in the event that additional material deviations in Dresdner Kleinwortfs revenue and earnings, as against the forecast for the months of November and December 2008 are identified during preparation of the annual financial statements for 2008, i.e. that Dresdner Kleinwortfs earnings position does not deteriorate materially in this period. This will be reviewed in January 2009 by Stefan Jentzsch. In the event that such additional material deviations are identified, the Company reserves the right to review the provisional award and, if necessary, to reduce the provisional award.”

Und hier die Übersetzung…

„Die vorläufig zugesagte Prämie unterliegt der Überprüfung, falls nachträglich wesentliche Abweichungen bei den Erträgen und Ergebnissen eintreten sollten, wie sie in den Prognosen für die Monate November und Dezember 2008 während der Vorbereitung des Jahresgeschäftsberichts für 2008 genannt wurden. Dies bedeutet, dass sich die Ertragssituation von Dresdner Kleinwort in dieser Zeit nicht nachhaltig verschlechtert. Diese wird im Januar 2009 von Stefan Jentzsch überprüft werden. Falls sich solche wesentliche Abweichungen ergeben sollten, behält sich das Unternehmen das Recht vor, die vorläufigen Prämien zu überprüfen und – sofern notwendig – zu reduzieren.“

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