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Warum ich gerne für eine japanische Bank arbeite!

Seit vergangenem November arbeite ich für eine japanische Bank. Bis dahin habe ich im Laufe meiner Karriere nur für amerikanische und europäische Banken geschafft – und ich muss sagen: Die Kultur der Japaner gefällt mir am besten.

Dabei sind die kulturellen Unterschiede enorm. Rund 40 Prozent der Mitarbeiter und fast alle Führungskräfte sind Japaner. Deren Arbeitsethos prägt das Unternehmen. Japaner sind Ehrenmänner. Wenn sie etwas sagen, meinen sie es.

Nach meiner Erfahrung ist das ein großer Unterschied zu amerikanischen Banken. Amerikaner sind darauf bedacht, ihre Karriere in einer “Friss-sonst-wirst-Du-gefressen”-Welt zu forcieren. Die Amerikanische Kultur ist individualistisch geprägt – in Japan steht das Kollektiv im Mittelpunkt.

Der Nachteil dieses Kollektivismus sind die langen Entscheidungswege. Während eine amerikanische Bank in wenigen Tagen und Wochen Entscheidungen trifft, dauert dieser Prozess bei einem japanischen Institut Monate.

Das gilt auch für die Einstellung von Personal. Es dauerte mehr als vier Monate, bis ich eingestellt worden bin – in dieser Zeit wurde meine Arbeit der vergangenen zehn Jahre und diverse Referenzen überprüft.

Trotz all der Bürokratie bin ich froh, hier zu sein. Das japanische System der Entscheidungsfindung hat die meisten Banken davor bewahrt, zu tief mit strukturierten Produkten verstrickt zu sein wie es viele US-Häuser sind. Japanische Banken sind deshalb gut positioniert, um von einer Erholung zu profitieren.

Der Autor arbeitet für eine japanische Bank, aber nicht für Nomura.

Kommentare (1)

Comments
  1. Da wird er sich noch revidieren, der gute Mann !
    Also, ich habe bisher für ein amerikanisches Unternehmen gearbeitet, danach für ein britisches, dann japanisch, dann deutsch. Alle drei kämen für mich wieder in Frage – außer dem japanischen !
    Das mit dem Kollektiv stimmt – und als Deutscher kommst Du da nie und nimmer rein ! Und dann dieses ewige Hierarchiedenken und Antichambrieren … mein persönlicher Höhepunkt: Drei Herren aus der Zentrale in Osaka waren speziell nach Europa gereist um ein neues Produkt vorzustellen. Bei einer anschließenden Frage-und-Antwort Sitzung stellte eine Mitarbeiterin dem Obersten der drei DIREKT eine fachlich fundierte Produktfrage – seine Antwort: ob er jetzt diese Frage beantworten solle … ?

    Mir hats danach gereicht !

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