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Deutsche Bank baut Beschäftigung in Deutschland auf, weltweit aber ab

Überschattet vom Machtkampf zwischen Vorstandschef Josef Ackermann und Aufsichtsratsschef Clemens Börsig hat die Deutsche Bank für das zweite Quartal einen Gewinn von 1,1 Mrd. Euro (Vorjahr 645 Mio. Euro) gemeldet.

Damit reiht sich Deutschlands Branchenprimus in die globale Finanzelite um die US-Investmentbank Goldman Sachs und die Schweizer Credit Suisse ein, die dank des Booms im Anleihegeschäft zuletzt ebenfalls hohe Gewinne gemeldet hatten.

Während das Frankfurter Institut im schwankungsanfälligen Investmentbanking von April bis Juni rund eine Mrd. Euro vor Steuern verdiente, schrumpfte der Gewinn im Bereich Privatkunden/Asset Management deutlich.

So rutschte das Private Banking (Asset and Wealth Management) mit einem Minus von 85 Mio. Euro (Vorjahr: plus 242 Mio. Euro) tief in die Verlustzone. Und auch das Privat- und Firmenkundengeschäft (Private & Business Clients) musste einen herben Dämpfer hinnehmen: In diesem Bereich fiel der Gewinn auf 55 (328) Mio. Euro – vor allem wegen hoher Abfindungszahlungen für Mitarbeiter, von denen sich die Bank getrennt hat.

Während die Zahl der Beschäftigten in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr unterm Strich um 123 auf 28.056 gestiegen ist, fiel sie weltweit um zwei Prozent auf 78.896 (80.253). Die größten Einschnitte musste wie zuletzt auch das Investmentbanking verkraften. Die Zahl der Vollzeitstellen fiel binnen Jahresfrist weltweit um 1.371 auf 14.021 (15.392).

Dagegen kam der Bereich Privatkundengeschäft/Asset Management mit einem Rückgang von 601 auf 31.700 vergleichsweise glimpflich davon. In der Infrastruktursparte wurden dagegen in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 600 zusätzliche Stellen geschaffen (33.150).

Der Personalaufwand ist im zweiten Quartal um 17 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro (2,7 Mrd. Euro) geklettert, gleichzeitig haben sich die Erträge aber auf 5,2 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. .

Dabei entfielen auf den Bereich Corporate and Investmentbanking 1,5 Mrd. Euro – ein Anstieg um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im gleichen Zeitraum sind die Erträge aber um 84 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro gestiegen.

Derweil sind die Kosten für Gehälter und Boni im Privatkundengeschäft/Asset Management um 22 Prozent auf 855 Mio. Euro gestiegen, obwohl die Erträge im Vergleich zum zweiten Quartal 2008 um 17 Prozent auf zwei Mrd. Euro gesunken sind.

Was meinen Sie? Ist das “Sorgenkind” Investmentbanking wieder genesen, oder droht dem Bereich nach einer kurzen Erholungsphase wieder der Zusammenbruch?

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