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Warum mehrere Private-Equity-Manager der Allianz den Rücken kehren!

Die Neuausrichtung des alternativen Anlagegeschäfts hat bei der Allianz eine Fluchtwelle ausgelöst. “Die haben zahlreiche Abgänge”, kommentierte der Top-Manager eines konkurrierenden Hauses. Bei der Private-Equity-Sparte Allianz Capital Partners (ACP) sollen einem Medienbericht zufolgen die beiden Geschäftsführer Matts Lundgren und Stefan Sanne vor dem Absprung stehen. Auch Investmentmanager Boris Bernstein überlege, das Haus zu verlassen. Auch Jonny Maxwell, der Chef der Private-Equity-Dachfonds (Allianz Private Equity Partners, APEP), will demnach den Konzern verlassen.

Die Allianz wollte sich zu den Namen nicht äußern. Eine Sprecherin sagte, der Münchener Versicherer stehe zum Geschäft mit alternativen Investments. Die jüngste Ankündigung, das Volumen der Sparte binnen fünf Jahren auf 15 Mrd. Euro zu verdoppeln, habe Bestand.

Hintergrund ist offenbar der Plan, sich aus dem Geschäft mit stark kreditfinanzierten Mehrheitsübernahmen zurückzuziehen. Dies hat mehrere Gründe: Die Allianz weist die Private-Equity-Investments in der Bilanz aus, entsprechend kräftig schwankt das Ergebnis. Allein im dritten Quartal musste der Münchener Konzern im Private-Equity-Geschäft vor allem wegen Problemen bei den ACP-Beteiligungen Manroland und Selecta einen Verlust von 34 Mio. Euro verkraften. Zugleich belasten die Investments aber auch die Eigenmittelausstattung der Gesellschaft.

Deshalb hatte die Allianz zwei Jahre lang versucht, Co-Investoren ins Boot zu holen. Dieser Plan ging aber wegen der Finanzkrise nicht auf. Der Alternativplan, ACP komplett abzuspalten, wurde vom Allianz-Top-Management um Vorstandschef Michael Diekmann und Finanzvorstand Paul Achleitner offenbar im Sommer gekippt. Dies würde auch die zahlreichen Abgänge erklären. ACP-Gründer Thomas Pütter hatte sich Ende Juli nach London verabschiedet, ist aber nach wie vor Chef des Investmentkommittees. In der Branche wird spekuliert, dass dies nur eine Übergangslösung ist.

Karl Ralf Jung, der bis Sommer gemeinsam mit Pütter und seither alleine die alternativen Investments verantwortet, will alle Unterbereiche der Sparte auf die ACP verschmelzen. Diese würde damit künftig neben Private Equity auch Dachfonds sowie Investments in Infrastruktur und Erneuerbare Energien umfassen.

Jung hat zwar erst vor kurzem einen Ausstieg aus dem klassischen Private-Equity-Geschäft ausgeschlossen, zugleich aber eingeräumt, dass Private Equity bei einem Versicherungsunternehmen eine andere Dimension als bei einem großen Fonds hat.

Die Allianz wolle keine Mehrheitsübernahmen, die teuer und in hohem Maße fremdkapitalfinanziert seien. “An großen Auktionen werden wir nicht mehr teilnehmen”, so Jung. Statt dessen präferiert die Allianz andere Möglichkeiten wie Minderheitsbeteiligungen, Mezzanine- und Fremdkapital, aber auch Infrastrukturengagements.

Hinsichtlich drohender Personalverluste hatte sich der ehemalige Dresdner Bank-Manager Jung um eine klare Aussage gedrückt. “Wir haben Abgänge, und wir haben Zugänge”, so Jung.

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