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GASTKOMMENTAR: Die sonderbare Vorstellung meines Vorgesetzten von einer Fortbildung

Foto: marketing deluxe via flickr

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Eine meiner Haupttätigkeiten in der Bank besteht im Wertpapiergeschäft mit normalen Kunden. Nachdem ich im November/Dezember schon sehr großes Pech mit einer bereits zugesagten Sonderzahlung hatte, musste ich kurz vor dem Jahreswechsel noch eine weitere Negativmeldung verkraften. Da ich auf einen kleinen Geldsegen zum Jahresausklang verzichten musste, fragte ich nach einer sinnvollen Weiterbildung. Dabei präsentierte ich sogleich einige passende Angebote bei unserer überregionalen Ausbildungsstätte. Die Ablehnung meines Vorgesetzten kam umgehend – ohne erst bei der Personalabteilung nachzufragen.

Wenige Tage später offerierte mir jener Vorgesetzte eine glorreiche Alternative: Demnach sollte ich einige Kunden einladen und live beraten. Er würde dies als Zuhörer gerne kommentieren und mich gleichzeitig coachen und fortbilden. So hatte ich mir die Fortbildung eigentlich nicht vorgestellt.

Kurz vor Weihnachten waren die Kunden natürlich nicht übermäßig begeistert, in die Bank zu kommen. Doch vor allem wollen es Kunden schlichtweg nicht, dass ein für sie Fremder ihrem Beratungsgespräch beiwohnt – schließlich geht es um ihre Privatsphäre. Da ich neben meiner eigentlichen Tätigkeit bei der Bank Auszubildende betreue und dort auch simulierte Kundengespräche führe, sollte mir ein derartiges Beratungsgespräch eigentlich leicht fallen.

Nach reiflicher Überlegung fiel mir nur ein Kunde ein, dem ich ein solches Gespräch zumuten konnte. Kurzerhand rief ich ihn an: Es kostete mich sehr viel Überredungskunst und nach langem Zögern sagte er schließlich zu – nur um mir zu helfen.

Das Beratungsgespräch lief sehr schleppend – zumal ich vom Kunden bereits alles wusste und alle sehr nervös waren. Das Gespräch dauerte meinem Vorgesetzten nicht lang genug und ich hatte nach seinem Geschmack auch zu wenig gefragt. Warum sollte ich auch? Den Kunden kenne ich schon sehr lange und normalerweise diskutiere ich mit ihm sinnvollere Sachen und mache Abschlüsse. Mein Vorgesetzter sah sich natürlich bestätigt, dass ich mehr Schulungen bräuchte. Es würden zwar nicht mehr Abschlüsse zustande kommen, aber die gesamte Gesprächsführung würde sich verbessern – wirklich toll.

Weitergebracht hat mich diese Art der Fortbildung nicht. Dennoch habe ich gelernt, dass ich mich vorerst nicht um eine weitere Fortbildung bemühen werde. Warum sollte ich auch? Denn so ein Unsinn bringt mich auf keinen Fall weiter und gefährdet auch noch meine langjährigen Kundenbeziehungen.

Kommentare (1)

Comments
  1. Volksbank …wir machen den Weg frei….

    schon mal darüber nachgedacht, dass der Chef einen nicht mehr haben will?

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