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Rückblick 2007: Besser als gedacht

Krise auf dem Bankenarbeitsmarkt? Das Jahr 2007 war viel besser, als die Hiobsbotschaften um Subprime glauben machen.

Nach dem Rekordjahr 2006 war die Erwartungshaltung in Bezug auf das Financial Hiring für 2007 sehr hoch. Die bange Frage, ob man das Vorjahr noch würde toppen können, konnte zunächst mit einem klaren “Ja” beantwortet werden. “Das erste Halbjahr lief quer durch fast alle Bereiche hervorragend”, erklärt Özcan Acikel, Geschäftsführer des Frankfurter Büros der internationalen Personalberatung Smith & Jessen Headhunters. “Bis die Subprime-Krise die ganze Branche kräftig durchschüttelte.”

Unterm Strich aber vermochten die Subprime-Beben zwar die Erträge mancher Banken teilweise kräftig schmälern, die insgesamt gute Lage auf dem Finanzarbeitsmarkt jedoch nicht zunichte machen. “2007 war insgesamt ein gutes Jahr”, zieht Acikel Bilanz.

Ein gutes Jahr 2007

…hatten weiterhin – Subprime zum Trotz – Spezialisten im Real Estate-Sektor. “Alle Themen rund um den Bereich Real Estate waren in diesem Jahr sehr stark gefragt”, weiß Andreas Christl, Gründer und Managing Partner der international tätigen Personalberatung TALENTSpy mit Sitz in München. “Bis fast zum Jahresende wurden insbesondere Real Estate Financer gesucht”, ergänzt Matthias Junges, geschäftsführender Gesellschafter der Bad Homburger Personalberatung MJ Consult.

…liegt auch hinter den mit Mergers&Acquisition beschäftigten Bankern, wenig verwunderlich angesichts einer Rekordzahl an M&A-Transaktionen in Deutschland im ersten Halbjahr 2007. Auch die leicht abkühlende M&A-Konjunktur in Folge der Subprime-Krise dürfte ein Rekordjahr wohl nicht mehr verhindert haben.

“Eine starke Nachfrage verzeichneten insbesondere Strukturierer im Bereich Acquisition Finance”, bestätigt Junges. Speziell die Geschäfte mit Private Equity-Investoren zeigten sich dabei als Antreiber für die Nachfrage bis hin zum Jahresende. “Die neuesten Zahlen vom BVK zeigen, dass die deutsche Private Equity Branche bisher relativ unbeeindruckt von der Kreditkrise ist”, weiß Christl.

…beobachteten die Personalberater auch bei IT-Spezialisten mit Schwerpunkt auf Banking und Versicherungen. Diese werden teilweise händeringend gesucht. Beide Branchen weisen derzeit eine hohe Dynamik auf, wenn es um Investitionen sowohl in neue Softwareanwendungen als auch große IT-Projekte und ums Outsourcing geht. Antreiber sind die große Anzahl neuer Gesetze und Regelungen, die sich auch auf IT-Systeme und Anwendungslandschaften niederschlagen. Auch das stetige Bemühen um schlankere Prozesse führte zu einer Vielzahl von IT-Projekten. “Themen wie Gesamtbanksteuerung, Prozesse und Systeme hatten in diesem Jahr Konjunktur”, bestätigt TALENTspy-Gründer Christl.

Ein schlechtes Jahr 2007

…hatten nach einem ausgezeichneten Start die Spezialisten für Strukturierte Finanzierungen. Die Subprime-Krise schlug hier natürlich mit aller Macht zu. Deutliche Einbußen im Handel mit Kreditprodukten aller Art, bei der Strukturierung forderungsbesicherter Anleihen und mit Krediten unterlegten Investmentpools (CDO) waren zu verzeichnen. “Entlassungen in diesen Bereichen haben wir bereits gesehen”, berichtet Smith & Jessen-Mann Acikel. “Credit- und vor allem Leveraged Finance-Teams werden derzeit verkleinert”.

Die Deutsche Bank beispielsweise zog sich aus einem speziellen Kredithandelsbereich, den “Relative-Value”-Strategien, zurück. Nicht nur die Entlassungen schlugen sich in diesem Bereich negativ nieder – der teilweise zusammengebrochene Markt und der hohe Abschreibungsbedarf drückten die Gewinne der Banken in diesen Bereichen – und damit auch die Bonuszahlungen für 2007.

…mussten die Angestellten der von der Subprime-Krise am heftigsten betroffenen deutschen Finanzinstitute durchleben. Allen voran Angestellte der Düsseldorfer Institute WestLB und IKB, aber natürlich auch die Banker der stark angeschlagenen SachsenLB dürfen manch unruhige Nacht verbracht haben ob der unsicheren Zukunft ihrer eventuell bald verkauften, fusionierten oder gar zugesperrten Bankhäuser. Kommen – wie im Fall der WestLB – dann noch andere Leichen aus den Kellern zutage (Stichwort: Fehlspekulationen) – sind alle Angestellten negativ betroffen. “Insbesondere trifft es natürlich die Banker in den direkt von Subprime beeinflussten Bereiche der betroffenen Häuser”, so Junges.

…haben nochmals viele Versicherungsangestellte hinter sich. Die Entlassungen in der Fläche, die im Zuge von großen Rationalisierungsprogrammen noch in den Vorjahren beschlossen worden waren, betrafen dabei vielfach weniger qualifizierte Arbeitsplätze in der Verwaltung und in der Schadensbearbeitung. Viele Versicherungen haben Personal in den Bereichen abgebaut, in denen sich im Laufe der Jahrzehnte Speckgürtel gebildet hatten.

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