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Landesbank-Ranking: Wer erwirtschaftet die höchsten Gewinne und wer zahlt am besten?

Zu der Frage, wer die meisten Negativschlagzeilen produziert, ist ein Landesbank-Ranking schlichtweg überflüssig. Diesen Platz konnte sich die HSH Nordbank unter Dr. Dirk Jens Nonnenmacher sichern, obgleich die meisten übrigen Landesbanken in dieser Disziplin in den zurückliegenden Jahren auch wahre Höchstleistungen vollbracht haben.

Doch wie sieht es bei Vorsteuergewinn und Bezahlung der Mitarbeiter im ersten Halbjahr 2010 aus? In dieser Woche haben die BayernLB, die Helaba sowie die NordLB ihre Geschäftszahlen für die ersten sechs Monate vorgelegt. Somit kann diese wichtige Frage jetzt endlich beantwortet werden. So viel darf schon einmal verraten werden: ein Zusammenhang von Gewinnen und Bezahlung ist schwerlich zu erkennen.

Vorsteuergewinn: Fiskus darf aufatmen

Trotz der Erholung an den Finanzmärkten haben die Landesbanken in 2009 zusammen einen Verlust von mehr als 5 Mrd. Euro produziert. Da sich die Landesbanken durchweg im Besitz der Bundesländer sowie der öffentlich-rechtlichen Sparkassen befinden, haben Fiskus und Steuerzahler lange Gesichter gemacht.

Doch in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres hat sich die Situation deutlich aufgehellt. So verzeichneten die sieben Landesbanken unter dem Strich einen kleinen Vorsteuergewinn von insgesamt 277 Mio. Euro, wozu die einzelnen Institute allerdings sehr unterschiedlich beigetragen haben.

So erwirtschaftete allein die BayernLB ein Plus von über einer halben Milliarde Euro. Auch Landesbank Berlin (LBB), Helaba, WestLB und NordLB konnten jeweils mit Vorsteuergewinnen von 100 bis 131 Mio. Euro glänzen. Dagegen haben die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die kleine, aber unfeine HSH Nordbank Verluste von 321 und 427 Mio. Euro eingefahren.

Mitarbeiterzahlen: Im Süden am größten

Insgesamt beschäftigen die sieben Landesbanken über 51.000 Mitarbeiter, wobei die LBBW mit gut 13.000 und die BayernLB mit über 10.000 Beschäftigten die größten Institute sind. Dagegen stellen die WestLB mit gut 4300 und die HSH Nordbank mit nur gut 3400 Beschäftigten die kleinsten Institute dar.


* Die Helaba weist für das erste Halbjahr keine Beschäftigtenzahl aus, weshalb die Werte von Jahresende 2009 verwendet werden.

Personalaufwand: Große Institute an der Spitze

Der Personalaufwand enthält neben den Bruttogehältern auch noch weitere Kostenbestandteile wie z.B. Lohnnebenkosten. Dennoch lässt sich aus diesen Zahlen das unterschiedliche Bezahlungsniveau ablesen. Wie nicht anders zu erwarten, weisen die beiden Institute mit den meisten Mitarbeitern auch den höchsten Personalaufwand aus. So zahlten die LBBW für ihre Mitarbeiter 538 und die BayernLB 348 Mio. Euro. Dagegen belief sich der Personalaufwand bei der HSH Nordbank auf nur 189 Mio. Euro.

Personalaufwand pro Kopf: Wer viel verliert, kann auch gut zahlen

Mit einem durchschnittlichen Personalaufwand pro Kopf von annähernd 60.000 Euro ist die WestLB der generöseste Arbeitgeber, wobei die Düsseldorfer bei der Profitabilität mit einem Vorsteuergewinn von gut 100 Mio. Euro nur Mittelklasse sind. Da die WestLB ihre toxischen Wertpapiere in einer Bad Bank ausgegliedert und in die bewährten Hände des Steuerzahlers übertragen hat, sind diese Daten indes nur bedingt vergleichbar. Auf dem zweiten Platz landet mit einem Personalaufwand pro Kopf von rund 55.000 Euro die HSH Nord- und Skandalbank, die auch bei den Verlusten die rote Laterne hält.

Eher bescheiden nimmt sich die Bezahlung bei der LBBW und der NordLB mit jeweils gut 40.000 Euro im ersten Halbjahr aus. Die BayernLB zahlt für ihre Mitarbeiter gar nur etwa 32.000 Euro.

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