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Arbeitsplatz Müllkippe: Bad Banks suchen händeringend nach guten Bankern

Beim Steuerzahler verbreiten die Namen Erste Abwicklungsanstalt (EAA) und FMS Wertmanagement Angst und Schrecken. Bei beiden Instituten handelt es sich um sogenannte “Bad Banks”, die die toxischen Wertpapierportfolios der West LB (EAA) und der Hypo Real Estate (HRE) übernommen haben und möglichst kostenschonend für den Fiskus abwickeln sollen.

Bis Ende August konnte die EAA das Volumen ihrer giftigen Wertpapiere um 11,9 Prozent auf nurmehr 68,3 Mrd. Euro verringern. Auf die FMS Wertmanagement wurden Anfang Oktober Wertpapiere in einem Nominalwert von 173 Mrd. Euro übertragen.

Wie jede andere Giftmüllkippe benötigen die beiden öffentlich-rechtlichen Institute hochqualifiziertes Personal, das sich mit den gefährlichen Stoffen gut auskennt und danach wird derzeit händeringend gesucht.

Dutzende von Stellen vakant

“Dafür brauchen wir Mitarbeiter, die bankenspezifische Fachkompetenz und fundierte Detailkenntnisse in den jeweiligen Aufgabenfeldern mitbringen. So suchen wir gegenwertig einen Steuerexperten, bzw. Steuerexpertin sowie Spezialisten für Controlling/Reporting und Management Information System’ – jeweils vorzugsweise mit Berufserfahrung im Bankensektor,” heißt es seitens der EAA.

Derzeit beschäftigt die EAA mit Sitz in Düsseldorf gerade einmal 31 Mitarbeiter, die laut einem Unternehmenssprecher in den kommenden Monaten auf 50 Beschäftigte aufgestockt werden sollen.

Nicht viel anders sieht es bei der FMS Wertmanagement mit Sitz in München aus. Der dortige Personalstamm von heute etwa 10 Mitarbeitern soll laut Angaben des staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin demnächst auf 50 bis 60 Mitarbeiter vervielfacht werden.

Marktgerechte Bezahlung und verantwortungsvolle Aufgabe

Dabei gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Laut der SoFFin besteht für Bad Banks keine Beschränkung der Vergütungen auf 500.000 Euro jährlich. Allerdings wird bei der Behörde davon ausgegangen, dass eine solche Höchstgrenze obsolet ist.

Dagegen verweist die EAA auf ihre öffentlich-rechtliche Struktur: “In diesem Rahmen zahlen wir markt- und branchenübliche Gehälter. Wir bieten spannende und verantwortungsvolle Aufgaben bei leistungsgerechter Bezahlung.”

Laut der EAA scheint die Mitarbeiter die verantwortungsvolle Aufgabe zu locken: “Genauso wie es in der Wirtschaft Spezialisten für die Sanierung und Restrukturierung von Unternehmen gibt, die in Schieflage geraten sind, bieten wir hier eine neuartige Herausforderung für Banker: Wir sanieren und restrukturieren Portfolien.” Unterdessen stellt sich die EAA auf eine längerfristige Aufgabe ein, denn es werden nur unbefristete Verträge abgeschlossen.

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