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Kolumne: Was man tun kann, wenn der Bonus enttäuschend ausfällt

Sagen Sie mir, dass ich einen Alptraum habe und bald aufwache. Gut möglich, dass wir ein Jahr erleben werden, bei dem trotz guter Ergebnisse niemand gut bezahlt wird. Das wäre so ungerecht.

In Märkten, die von Zentralbankgeld und Bürgschaften der Steuerzahler überschwemmt wurden, haben wir ganz gut abgeschnitten.

Die Regierungen haben die Aktienmärkte nach oben getrieben und natürlich haben wir allen gezeigt, wie geschickt wir Kapitalerhöhungen mit hohen Abschlägen managen können, die dann der Steuerzahler bezahlen muss, und dabei gleichzeitig satte Gebühren für das Finanzierungs-“Risiko” kassiert haben. Wer hätte gedacht, dass wir schon so bald wieder hohe Gewinne kassieren würden, nachdem wir vor kurzem auf den Knien herumrutschen mussten. Und das soll alles umsonst gewesen sein.

Nur weil ein Haufen von neidischen Politikern ziemlich durchsichtig gegen Banker-Boni schießen.

Sollte das Undenkbare passieren, wie werden Sie dann reagieren? Doch wohl nicht wie ein Ex-Kollege, der nach einer Besprechung mit seinem Chef aus dem Büro stürmte, seine Sachen verärgert vom Schreibtisch wischte und anschließend das Gebäude verließ. Erst einen Tag später bemerkte er, dass er die halbe Million, wegen der er sich so aufgeregt hatte, nicht bekommen würde, wenn er Ende des Monats nicht mehr auf der Gehaltsliste steht, weil sein Verhalten als Kündigung aufgefasst würde. Als er anschließend versuchte, sich mit seiner Karte wieder ins Büro zu schleichen, funktionierte das wie erwartet nicht. He hatte gekündigt – und seine Firma eine halbe Million gespart.

Würde ist in solchen Fällen angesagt. Wenn die Zahlen so schrecklich sind, dass Ihnen das Schlucken schwerfällt, dann tun sie es trotzdem. Wenigstens bis Sie Ihren Bonus bekommen.

Wenn Sie Zeit zum Überlegen brauchen, hier einige Formulierungshilfen.

“Ich hatte mehr erwartet. Was meinen Sie, wie ich mich dabei fühle.”

“Stimmt das mit meiner Leistungsbeurteilung überein?”

“Welche zusätzliche Verantwortung kann ich im kommenden Jahr übernehmen?” – Schauen Sie dabei möglichst ernst. Natürlich rufen Sie als nächstes einen Headhunter an, aber lassen Sie Ihren Chef bloß wissen, dass Sie langfristig planen.

Denken Sie dran: Die Welt ist klein, das Leben im Kasino Finanzdistrikt ist schnelllebig, spannend, oft unfair, aber nie langweilig. Und es ist verblüffend, wie schnell Ihr Chef aufs Abstellgleis mit einem “Vice Chairman”-Titel geschoben werden kann, während Sie die Karriereleiter hochklettern.

Geduld und Ruhe, wenn die Kanonen donnern, werden sich letztlich auszahlen. Selbst, wenn es das in diesem Jahr nicht tut.

David Charters neuestes Buch “Where Egos Dare” ist bei Elliott and Thompson für 6,99 Pfund.

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