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Steuer- und Abgabenlast in Frankfurt am höchsten: Von armen Briten, noch ärmeren Hessen und kinderlieben Scheichs

Den Spitzenverdienern unter den Londoner Bankern scheinen die Zähne zu klappern – und das aus gutem Grund. Denn ab April steigt der Spitzensteuersatz auf der Insel für Einkommen über 150.000 Pfund (166.000 Euro) auf 50 Prozent. Damit müssen die Banker dort die höchsten Steuern und Sozialabgaben unter den großen Finanzplätzen zahlen, wie aus einer Studie von KPMG hervorgeht.

Doch die Banker in Frankfurt sollten sich nicht zu früh freuen: Denn aus der Studie geht auch hervor, dass bislang Frankfurt die Spitze anführt. Mithin müssen Banker hierzulande derzeit mehr zahlen als anderswo auf dem Globus.

Für die Studie hat das internationale Wirtschafts- und Steuerberatungsunternehmen KPMG vier Fälle ausgewertet. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Single mit einem Fixgehalt von 100.000 Pfund (110.000 Euro) und einem Bonus von 150.000 Pfund (166.000 Euro)

Gleich ob die geplante Steuererhöhung in London kommt oder nicht: Der Frankfurter Single-Banker muss die höchsten Steuern und Sozialabgaben abdrücken. Stolze 116.021 Pfund (127.971 Euro) sind hier fällig. Dagegen müssen in London auch nach der Steuererhöhung “nur” 108.780 Pfund (120.006 Euro) an Fiskus und Sozialkassen überwiesen werden. Auf dem letzten Platz findet sich übrigens Dubai. Dort belaufen sich die Abgaben auf überschaubare 0 Pfund (0 Euro).

Verheiratet, zwei Kinder mit einem Fixgehalt 150.000 Pfund (166.000 Euro) und einem Bonus von 350.000 Pfund (386.000 Euro)

Selbstverständlich gebührt auch in dieser Gehaltsklasse Frankfurt mit einer Abgabenbelastung von 222.690 Pfund (245.671 Euro) heutzutage der erste Platz. Allerdings müssen die Hessen den Londoner Kollegen ab April den Vortritt lassen, was ihnen sicher nicht allzu schwer fällt. Denn ab diesem Zeitpunkt sind in Großbritannien 236.280 Pfund (260.664 Euro) fällig. In Dubai werden auf dieses – aus Sicht der Scheichs bescheidene Einkommen – noch keine Abgaben erhoben.

Single mit einem Fixgehalt von 250.000 Pfund (276.000 Euro) und einem Bonus von 750.000 Pfund (827.000 Euro)

In diesem Fall ergibt sich ein ähnliches Szenario wie zuvor: Noch liegt Frankfurt mit einer Abgabenbelastung von 486.808 Pfund (536.754 Euro) vorn. Doch ab dem Frühjahr dürfen sich die Briten über eine Abgabenlast von 491.280 Pfund (541.7836 Euro) freuen. Allerdings verstehen die Scheichs bei einem Millioneneinkommen auch keinen Spaß und verlangen Abgaben von 322.706 Pfund (355.880 Euro), womit die Bewohner des Emirats immer noch auf dem letzten Platz liegen.

Verheiratet, zwei Kinder mit einem Fixgehalt von 250.000 Pfund (276.000 Euro) und einem – klitzekleinen – Bonus von 750.000 Euro (827.000 Euro)

Auch das Frankfurter Familienoberhaupt liegt mit einer Last von 469.881 Pfund (518.231 Euro) auf Platz 1, den unser Banker ab April für den Londoner Kollegen mit einer Belastung von 491.280 Pfund (541.832 Euro) räumen muss. Dubai muss ein überaus kinderliebes Land sein. Denn dort fällt die Belastung mit Steuern und Abgaben wieder auf 0 Pfund (und ebenso viel Euro).

Noch eine kleine Anmerkung zum Schluss: Obgleich Frankreich nicht als Niedrigsteuerland bekannt ist, liegt Paris in den Fällen zwei bis drei lediglich auf einem mittleren vierten Platz. Da wird die französische Hauptstadt zu einer kleinen Steueroase. Bei all diesen guten Nachrichten macht die Arbeit gleich doppelt Spaß – allerdings nicht in Frankfurt.

Kommentare (2)

Comments
  1. Diese Analyse ist eine Milchmädchenrechnung, denn sie bezieht sich auf Steuern UND Sozialabgaben, bezieht aber die Sozialleistungen nicht mit ein.

    In Frankfurt kann man für seine wenn auch teure Krankenkassenbeiträge immerhin noch zum Arzt und ins Krankenhaus gehen und ggf. Frau und Kinder umsonst mitversichern. Wenn man Arbeitslos wird bekommt man für seine Arbeitslosenversicherungsbeiträge bis zu 2 Jahre Arbeitslosenunterstützung.

    In UK hingegen bekommt man für seine National Insurance Contributions vergammelte Krankenhäuser und schlecht ausgebildete Ärzte, d.h man muss sich nochmal zusätzlich privat krankenversichern. Die Kosten dafür fehlen hier.

    Bei Arbeitslosigkeit in UK gibts nur ein Almosen von ein paar Pfund pro Tag und das nur wenn man kein Vermögen hat.

    Da zahle ich doch lieber in Frankfurt meine Sozialabgaben.

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