☰ Menu eFinancialCareers

Finanzsektor: Gute Jobaussichten im Außendienst (Teil 1)

Für Finanzberater im Außendienst ergeben sich in den kommenden Jahren wachsende Einstiegschancen im Banken- und Finanzsektor.

Der Außendienst, lange eine Domäne der Versicherungsunternehmen, liegt mittlerweile auch bei den Kreditinstituten voll im Trend: Deutschlands Banken setzen in den kommenden drei Jahren verstärkt darauf, ihre Kunden im eigenen Heim zu besuchen und zu beraten. Mehr als zwei Drittel der Kreditinstitute wollen bis zum Jahr 2007 in diese Form des Vertriebs mehr Geld investieren als bisher.

Das belegt der “Branchenkompass Kreditinstitute”, eine aktuelle Studie der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut auf Basis einer Forsa-Umfrage unter 100 Top-Managern aus 100 der größten Kreditinstitute Deutschlands zu den Branchentrends sowie zu Strategien und Investitionszielen bis zum Jahr 2007.

Vermögensplanung und Altersvorsorge

Vor allem das margenstarke Geschäft mit der Vermögensplanung und der privaten Altersvorsorge wird in Deutschland nach Ansicht der Banklenker weiter anziehen. In vielen Instituten hat sich im Zuge dessen die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Vertrieb dieser beratungsintensiven Produkte durch einen hauseigenen Außendienst erfolgversprechend ist.

Die Banken begegnen damit dem zunehmenden Wettbewerb durch freie Finanzvertriebe und Makler, heißt es in der Steria-Studie. Zugleich bietet die intensive Außendienstberatung ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber Discountanbietern oder Direktbanken.

Bereits im Vorjahr war die private und persönliche Kundenberatung für margenstarke Produkte die am stärksten verbreitete Vertriebsinvestition bei deutschen Banken: Fast neun von zehn Befragten wollten sie ausbauen. Einen besonderen Sprung macht in diesem Jahr nun der Außendienst: Während im Jahr 2004 nur wenig mehr als die Hälfte der Kreditinstitute diesen Bereich ausbauen wollte, sind es nun gut zwei Drittel.

Auch Firmenkunden im Beraterfokus

Der Außendienst kommt nicht nur im Privatkundengeschäft verstärkt zum Einsatz: Spezialisten für Unternehmen sollen ihre Kunden häufiger als bislang besuchen. Kreditinstitute mit Schwerpunkt Firmengeschäft investieren mit 73 % sogar noch etwas mehr in den Außendienst als Banken, die auf Privatkunden spezialisiert sind.

Mit 58 % zeigen sich indessen die Sparkassen zurückhaltend, wenn es um den geplanten Ausbau des Außendienstes geht. Die Genossenschaftsbanken setzen dagegen mit 79 % besonders intensiv auf diese Schiene des Vertriebs.

Die Postbank setzte zuletzt mit der Übernahme der vertriebsstarken BHW Gruppe ein deutliches Zeichen in Richtung Stärkung des Außendienstes. Unter dem Dach der Hameler BHW Gruppe arbeiten eine Bausparkasse, eine Hypothekenbank, eine Bank, eine Lebensversicherung sowie ein Immobilienmakler, eine Kapitalanlagegesellschaft, eine Pensionskasse – und nicht weniger als 4.321 Außendienstberater, die nun auch Produkte der Bonner Postbank im Portfolio haben.

Überwiegend leistungsabhängige Vergütungsmodelle

Einer aktuellen Erhebung der Hamburger Vergütungsberatung PersonalMarkt Services GmbH zufolge liegt das durchschnittlichen Grundgehalt eines angestellten Außendienstlers im Banken- und Finanzsektor bei 48.284 Euro. Hinzu kommen zumeist noch leistungsabhängige Prämien: “68 % der Außendienstmitarbeiter erhalten Prämien”, erläutert Frank Behrmann von PersonalMarkt. “Der Mittelwert dieser Prämien liegt bei 11.088 Euro.”

Addiert man dann noch diverse Extras wie beispielsweise Dienstwagen hinzu, den immerhin über ein Drittel der Außendienstmitarbeiter von ihren Arbeitgebern zur Verfügung gestellt bekommen, ergeben sich Gesamtgehälter von durchschnittlich 56.667 Euro pro Jahr.

Die angegeben Jahresgehälter schwanken dabei stark. “Die großen Unterschiede entstehen durch viele Parameter, wie z.B. Firmengröße, Alter, Umsatzverantwortung, Personalverantwortung, Region, Prämien und diverse unterschiedliche Feinheiten der einzelnen Positionen”, erläutert Behrmann.

So beziehen beispielsweise Nachwuchsberater bis zu 25 Jahren durchschnittliche jährliche Gesamtgehälter von 41.225 Euro auf, während etwa erfahrenere Berater im Alter von 45 Jahren durchschnittlich 83.944 Euro im Jahr nach Hause bringen.

Höhere Gehälter in der Vertriebssteuerung

Bei einem Aufstieg in die Verkaufsleitung oder Vertriebssteuerung liegt das durchschnittliche Grundgehalt schon bei 77.685 Euro im Mittelwert. Zuzüglich Prämien, Dienstwagen und anderer Extras addieren sich die Jahresgehälter im Durchschnitt auf 100.773 Euro.

Und die Zusatzleistungen zum Grundgehalt werden für die Leiter des Vertriebs schneller vergeben als für die “normalen” Außendienstler: Gemäß den Erhebungen von PersonalMarkt erhalten 79 % der Leiter Prämienzahlungen, die im Mittelwert 27.241 Euro betragen, immerhin noch 64 % verfügen über einen Firmenwagen.

Lesen Sie im zweiten Teil alles über Einstiegschancen und Berufsaussichten für selbstständige Finanzberater im Außendienst.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier