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Trotz griechischen Desasters schließt Commerzbank weitere Stellenstreichungen aus

Die griechische Staatsschuldenkrise kostet die Commerzbank weitere 798 Mio. Euro. Damit belaufen sich die Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen mittlerweile auf 52 Prozent des Nominalwertes. Unter dem Strich musste das teilverstaatlichte Institut im dritten Quartal im operativen Geschäft einen Verlust von 855 Mio. Euro verkraften.

In den ersten neun Monaten 2011 weist die Commerzbank einen operativen Gewinn von nur 344 Mio. Euro aus, was nicht einmal ein Drittel des Vorjahreszeitraumes beträgt. Damit sind die Gewinnziele der Bank zumindest für 2011 obsolet.

Das operative Geschäft ist erfolgreich

Doch abgesehen von den Verlusten durch Abschreibungen auf die Staatsanleihen der kriselnden Mittelmeerländer können sich die Ergebnisse der einzelnen Sparten durchaus sehen lassen. So generierte das Mittelstandsgeschäft in den ersten neun Monaten ein Vorsteuerergebnis von 1,256 Mrd. Euro, was gegenüber den bereits guten Vorjahreszahlen eine Steigerung um 11 Prozent bedeutet. Das Investmentbanking erwirtschaftete einen operativen Gewinn von 557 Mio. Euro, was marginal unter dem Vorjahreszeitraum liegt.

Große Fortschritte verzeichnete die Commerzbank im Osteuropa- und Privatkundengeschäft. Während das Institut im Osteuropageschäft im vergangenen Jahr noch 18 Mio. Euro verlor, konnte von Januar bis September 2011 ein Gewinn von 269 Mio. Euro eingestrichen werden. Im Privatkundengeschäft vervierfachte sich das operative Ergebnis von 60 Mio. auf 266 Mio. Euro.

“Neue Stellenstreichungen wird es nicht geben”

Somit schloss Finanzvorstand Eric Strutz einen weiteren Kahlschlag beim Personal über den beschlossenen Abbau von insgesamt 9000 Stellen hinaus kategorisch aus: “Die Antwort ist ein klares Nein. Neue Stellenstreichungen darüber hinaus wird es nicht geben.”

Insgesamt verminderte sich die Zahl der Mitarbeiter seit Jahresbeginn um rund 1000 auf nur noch 58.763 Beschäftigte. Dagegen blieb der Personalaufwand mit 3,317 Mrd. Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Durchschnittlich ließ die Commerzbank für jeden Mitarbeiter in den ersten neun Monaten rund 60.500 Euro springen, was immerhin 3,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum waren.

Leider hält sich das teilverstaatlichte Institut bei Angaben zum Personalaufwand in den einzelnen Geschäftsbereichen zurück. Dennoch scheint es zumindest bei den Mitarbeitern im erfolgreichen Mittelstandsgeschäft lauter in den Portemonnaies zu klingeln als im Vorjahreszeitraum. So heißt es im Geschäftsbericht: “Während der Personalaufwand insbesondere aufgrund höherer Rückstellungen für variable Vergütungen sowie Aufwendungen für Altersvorsorge gegenüber dem Vorjahr um 8,3 Prozent zunahm, ging der Sachaufwand im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,0 Prozent zurück.”

Spitzenkräfte und Consultants müssen Gürtel enger schnallen

Den Spitzenverdienern der Bank droht indes Ungemach: Falls die Bank auch im laufenden Jahr gemäß den Bilanzierungsregeln des deutschen Handelsgesetzbuches keinen Gewinn ausweist und somit keine Zinsen auf die stille Einlage des Bundes zahlt, dann dürften Vergütungen von über 500.000 Euro auch für 2011 passé sein.

Die Fortsetzung des Sparprogramms könnte indes auch viele externe Consultants treffen, die bei der Integration der Dresdner Bank in die Commerzbank zuhauf engagiert wurden. “So werden beispielsweise auch alle externen Beratungsleistungen und eingekaufte Serviceleistungen auf den Prüfstand gestellt”, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.

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