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Wie eine italienische Zeitbombe in der Allianz-Bilanz die Mitarbeiter bedroht

Die Versicherer sind bislang deutlich unbeschadeter durch die Krise gekommen als die Banken. Die vergleichsweise kontinuierlichen Flüsse von Ein- und Auszahlungen sorgen für Kontinuität und die konservative Anlagepolitik für Stabilität.

Doch eben diese konservative Anlagepolitik mit ihrem hohen Anteil festverzinslicher Wertpapiere birgt auch gewaltige Risiken. So hält die Allianz allein 413,5 Mrd. Euro an festverzinslichen Wertpapieren in ihren Büchern, wie aus den am heutigen Freitag (11. November) vorgelegten Geschäftszahlen für das dritte Quartal hervorgeht.

Davon entfallen auf die die kriselnden GIIPS-Staaten an der Peripherie der Eurozone allein 32,254 Mrd. Euro oder fast 8 Prozent des gesamten Rentenportfolios. Dabei spielt Griechenland mit einer Summe von gerade einmal 497 Mio. Euro eine untergeordnete Rolle, zumal die Allianz ihr Engagement in Hellas vollständig auf den Marktwert abgeschrieben hat.

Dagegen schlummert mit dem hohen Anteil an italienischen Anleihen eine wahre Zeitbombe in der Bilanz des größten deutschen Versicherers. So hält die Allianz italienische Rentenpapiere im Wert von 25,608 Mrd. Euro – wahrlich kein Pappenstiel. Doch es kommt noch schlimmer:

Die Allianz hat ihre italienischen Anleihen noch nicht auf den Marktwert abgeschrieben. Vielmehr beziffert der Versicherungsriese seine stillen Lasten allein bei italienischen Wertpapieren auf 2,228 Mrd. Euro. Zusammen mit den stillen Lasten aus den übrigen GIIPS-Staaten erhöht sich dieser Wert auf 2,681 Mrd. Euro. Da die Bilanzzahlen per 30. September gelten, ist darin die dramatische Zuspitzung der italienischen Staatsschuldenkrise in den vergangenen Wochen noch nicht berücksichtigt.

Daher verwundert es auch nicht, dass die Geschäftsergebnisse im dritten Quartal eher enttäuschend ausgefallen sind. Das Vorsteuerergebnis brach im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um stolze 66,7 Prozent auf 644 Mio. Euro ein. Von Januar bis September 2011 verschlechterte sich das Vorsteuerergebnis um 33,5 Prozent auf 3,744 Mrd. Euro.

Trotz beständigen Kostendrucks hielt die Allianz an ihren Mitarbeitern fest. So beschäftige der Versicherungsriese per Ende September insgesamt 149.436 Mitarbeiter, was 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr waren.

Dennoch darf keinesfalls zur Entwarnung geblasen werden. Denn wenn die Allianz ihre horrenden stillen Verluste auf italienische Anleihen abschreiben muss, dürften die Mitarbeiter kaum ungeschoren davonkommen. Mithin schwebt die italienische Staatsschuldenkrise wie ein Damoklesschwert über den Allianz-Mitarbeitern.

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