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Wie sieht der Schweizer Private Banker der Zukunft aus?

Die Zeiten, als Schweizer Private Banker nur die Füsse hochlegen mussten, bis die Kunden buchstäblich mit dem Koffer unter dem Arm das Neugeld in die Bank trugen, sind längst passé. Durch das verschärfte regulatorische Umfeld steigen überdies die Kosten und sinken die Margen.

Dennoch sieht zumindest das Beratungsunternehmen KPMG in seiner Ende 2010 vorgelegten Studie “Defining the Future of Swiss Private Banking” keinesfalls Schwarz für die einstige Paradebranche der Schweiz. Während sich die Banken bei der Vorjahresumfrage der KPMG noch mehrheitlich pessimistisch zeigten, wandle sich jetzt das Bild.

“Seither hat sich die Situation deutlich verbessert und viele Banker geben sich vorsichtig optimistisch, denn 75 Prozent der diesjährigen Umfrageteilnehmer erwarten, dass der Schweizer Markt in den kommenden drei Jahren wächst”, heisst es bei KPMG weiter.

Doch wie sieht der erfolgreiche Schweizer Private Banker der Zukunft aus? eFinancialCareers.ch hat bei Experten in Zürich nachgefragt.

Eine bessere Ausbildung ist Trumpf

“Im Fokus der Banken sind nicht mehr Private Banker, sondern weniger, die dafür besser ausgebildet und mehr senior sind, um auch professionelle Kundschaft besser betreuen zu können”, sagt Stephan Surber von Michael Page Schweiz. Dabei stellen die Banken nicht gerade bescheidene Ansprüche. “Ein Top-MBA von INSEAD oder IMD in Lausanne ist ein gern gesehenes Diplom”, ergänzt Surber.

Wachsende Bedeutung kommt Zusatzqualifikationen wie dem Certified Financial Planner (CFP) auch in der Schweiz zu, in denen vor allem die Fachkenntnisse u.a. zu Portfolio Management, Produkten und Kapitalmärkten vermittelt werden. Dies trifft jedoch laut Surber nur für Beschäftigte im Junior-, nicht im Senior-Level zu.

Fundierte Kenntnisse der Produkte und des Kapitalmarkes

“Im Vergleich zu vor zehn Jahren sind profundere Produkt- und Marktkenntnisse erforderlich”, meint Biermann. So müsse die gesamte Klaviatur wie Rohstoffe, Hedgefonds, Immobilien, strukturierte Produkte und vor allem Emerging Markets beherrscht werden.

“Mehr als die Hälfte der Banken (58 Prozent) erachten es als wichtig, Zugang zu Knowhow in Alternativen Anlageklassen für Kunden zu besitzen, die auf der Suche nach höheren Erträgen sind”, ergänzt KPMG.

Laut Biermann sei ein Generalist gefragt, der auch Anstösse für neue Produktideen geben könne. Dies könne bei höchst vermögenden Kunden bis zu Corporate Banking und Firmenfinanzierung reichen, wobei ggf. Experten hinzugezogen würden.

Juristische, steuerrechtliche und Sprachkenntnisse gefragt

“Das Verständnis von komplexeren Compliance- und Steuerregeln ist eine Schlüsselkompetenz”, heisst es bei KPMG. Von daher hätten laut Biermann künftig auch Juristen und Steuerexperten bessere Berufsperspektiven im Private Banking.

“Das Knowhow der lokalen Regulatorien und des Steuerrechts sind wichtige Faktoren für einen erfolgreichen Private Banker. Wie so oft heisst es: andere Länder, andere Sitten. Um Verwirrung zu vermeiden, ist es unabdingbar, die Sprache des Kunden zu sprechen”, ergänzt Surber. Dagegen beobachtet Biermann, dass die Relevanz der Sprache mit der Höhe der Vermögen abnimmt.

Die passende Persönlichkeit

Doch Qualifikationen wie Uniabschlüsse oder der CFP geben laut Biermann lediglich Auskunft über Kenntnisse in Produkten und den zugrunde liegenden Kapitalmärkten, nicht jedoch darüber, ob jemand von seiner Persönlichkeit her fürs Private Banking geeignet ist.

“Können die Personen Kunden akquirieren und Produkte bei dem Kunden positionieren und damit Neugeschäft generieren,” fragt Biermann. “Das kann man nicht lernen, das hat man im Blut oder man hat es nicht”, ergänzt der Experte.

Dem stimmt auch Surber zu: “Im zunehmenden Verdrängungskampf der Banken muss ein guter Private Banker ein Business Developer, Akquisiteur sein. Die Nähe zum Kunden ist ein wichtiger Faktor, um auch deren Bedürfnisse zu verstehen und somit das massgeschneiderte Produkt nachhaltig anzubieten.”

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