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Nomura zückt den Rotstift: Deutschland auch betroffen?

Für viele europäische Mitarbeiter der bankrotten US-Investmentbank Lehman-Brothers kam in 2008 die Rettung aus Fernost. Die japanische Investmentbank Nomura übernahm beträchtliche Teile der Lehman-Aktivitäten in der Alten Welt. So arbeiten derzeit 4436 Mitarbeiter für Nomura in Europa, wovon 130 in Deutschland tätig sind.

Doch auf die Nomura-Beschäftigten könnte jetzt Ungemach zukommen. Laut dem Wall Street Journal will die japanische Investmentbank ihre Kosten um 1 Mrd. US-Dollar senken. Dabei stehe das verlustreiche Europageschäft im Zentrum des Streichkonzertes. Nomura selbst wollte den Artikel aus dem Wall Street Journal nicht kommentieren.

Leider veröffentlicht Nomura keine Daten zum Personalaufwand. Doch falls die Kosten ähnlich wie bei JPMorgan, Goldman Sachs und UBS ausfallen, dann müsste sich der durchschnittliche Personalaufwand pro Kopf auf etwa 350.000 US-Dollar jährlich belaufen. Falls das Unternehmen die Kosteneinsparungen allein durch den Stellenabbau umsetzen wollte, müssten rein rechnerisch 2857 Mitarbeiter oder 64 Prozent des europäischen Personals gehen.

Dabei hat Nomura-Chef Kenichi Watanabe bereits Ende Juli “Kostenreduzierungsprogramme im institutionellen Geschäft” angekündigt. Damals waren allerdings Einsparungen von nur 400 Mio. Dollar im Gespräch. Laut dem Wall Street Journal seien die erweiterten Sparmaßnahmen von 1 Mrd. US-Dollar noch nicht in Stein gemeißelt. Vielmehr werden nähere Informationen für den 1. November erwartet, wenn Nomura die Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorlegt.

Neben dem schwierigen Marktumfeld hat die japanische Bank auch mit einer im Vergleich zum Wettbewerb schwächeren Bonität zu kämpfen. So gewährt Moody’s den Japanern lediglich ein Baa2. Dagegen haben Goldman Sachs und Morgan Stanley beispielsweise ein A1 oder A2. Viele durch die Finanzkrise sensibilisierte Unternehmenskunden beschränken sich auf Geschäfte mit A-gerateten Banken, wozu Nomura nicht zählt.

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