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Vor der Strategie-Kehrtwende: Kann die UBS zu einem “Casflow-Gigangen” mutieren?

Wenn Sergio Ermotti, Interims-CEO der UBS, es sich dauerhaft auf dem Chefsessel gemütlich machen möchte, dann muss der 51jährige Tessiner spätestens zum Investorentag am 17. November eine überzeugende Zukunftsstrategie für den strauchelnden Bankenriesen präsentieren. Vielleicht verrät der Tessiner auch schon etwas bei der Vorlage der Geschäftszahlen am kommenden Dienstag (25. Oktober).

So verwundert es nicht, dass bereits jetzt immer mehr Details über die Kehrtwende bei der Strategie durchsickern und jede Menge von Experten mit guten Ratschlägen zur Stelle sind.

Allerdings dürfte mit dem unfreiwilligen Abtritt des damaligen UBS-Chefs Oswald Grübel vor einem Monat bereits eine Vorentscheidung gefallen sein. Denn Grübel war es, der für eine Kombination des ertragsstarken, aber risikoreichen Investmentbankings mit dem ertragsschwächeren und risikoärmeren Wealth Management eintrat. Eine Strategie, die seit dem Fall Adoboli als gescheitert erachtet werden muss.

Einstellung des Investmentbankings vom Tisch

Das Wall Street Journal will unterdessen erfahren haben, dass für Ermotti Einstellung oder Verkauf des Investmentbankings vom Tisch seien. Zu wichtig sei die Sparte als Dienstleister des Wealth Managements. Vielmehr solle das Geschäftsvolumen deutlich verringert werden. Noch repräsentiert das Investmentbanking allein zwei Drittel der 1,24 Billionen Franken grossen UBS-Bilanz.

Die New York Times erwartet, dass die UBS an den relativ erfolgreichen Aktien- und Währungsgeschäften festhält. Auch das Research sei auf der sicheren Seite, da dies wichtige Dienstleistungen für das Wealth Management erbringe.

“Plötzlich ist das Investmentbanking zu einem schwierigen Stiefkind geworden und zählt nicht mehr zum Kerngeschäft. Niemand im Management würde dies zugeben. Doch Taten sagen mehr als Worte”, zitiert die Zeitung einen namentlich ungenannten UBS-Mitarbeiter.

Analyst rät zum Kahlschlag in Fixed Income

Von dem UBS-Streichkonzert dürfte indes das Fixed Income-Geschäft schwer getroffen werden. JPMorgan Cazenove-Analyst Kian Abouhossein rechnet damit, dass durch Restrukturierung des Fixed Income-Geschäfts bis 2013 allein 1700 Stellen zur Disposition stehen, wobei die gesamte UBS-Investmentbank zu Juniende noch exakt 17.776 Mitarbeiter beschäftigte. Durch die Restrukturierung könne überdies ein Eigenkapital von 7 Mrd. Franken freigesetzt werden.

Laut Abouhossein sollte das Fixed Income-Geschäft zu einem weniger eigenkapitalintensiven Geschäftsmodell eingeschrumpft werden und im wesentlichen dem Wealth Management zuarbeiten.

Doch es gibt auch Hoffnung: Abouhossein hält den erforderlichen Umbau der UBS für eines der leichteren Restrukturierungsprojekte im Bankensektor. Dagegen wären die Herausforderungen bei der Citigroup und der Bank of America deutlich grösser. Falls die UBS die richtigen strategischen Weichenstellungen vornehme, könne sich die Bank in einen wahren “Cashflow-Giganten” verwandeln.

Aus der folgenden Matrix lässt sich ablesen, wo Sie lieber nicht bei der UBS arbeiten sollten.


Quelle: JPMorgan

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