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Der Runaway-MBA: Bewerben Sie sich nur auf MBAs, die Ihnen einen Finanzjob verschaffen und nicht in einen Consultant verwandeln

Der Herbst ist da. Tausende angehender MBA-Studenten verfolgen Ihren Traum aus den Hochglanzbroschüren, wonach ein MBA-Abschluss zu einer steileren Karriere verhilft.

Doch irgendwo kommen viele Bewerber vom Weg ab und verfolgen nicht mehr ihre eigenen Interessen. Sie werden verführt, sich blindlings bei denjenigen Business Schools zu bewerben, die in den Rankings der MBA-Führer am besten abschneiden. Dabei vergessen sie, dass ein MBA ein Investment in die eigene Zukunft darstellt. Und der Schlüssel zur Beurteilung eines Investments besteht im Return on Investment. Mit anderen Worten: Hilft Ihnen Ihr Investment an Zeit und Geld bei der Karriere weiter?

Anfangs dachte ich, dass alle MBA-Programme ähnlich konzipiert seien – doch dies trifft nicht zu. Ein MBA vermittelt Kompetenzen und allen künftigen Teilnehmern kann ich nur raten, sich bei Business Schools zu bewerben, die Kompetenzen vermitteln, die die erklecklichen Kosten rechtfertigen. Ich rate Ihnen daher, die Rankings beiseite zu legen und reichlich Zeit darauf zu verwenden, sich eingehend mit den Alumni, den Ressourcen, Dozenten und vor allem dem Umfang des Karriere-Services zu beschäftigen.

Wie gut sind Professoren und Alumni?

Zunächst sollten Sie sich selbst fragen: Gefällt Ihnen die Struktur des Programms? Gibt es Schwerpunkte, die Sie interessieren? Wird das Lehrpersonal von den Studenten geschätzt und von akademischen Kollegen geachtet? Dies sollten Sie niemals unterschätzen. Falls die Professoren nicht über einschlägige Verbindungen verfügen, dann wird auch Ihnen das nicht gelingen.

Unterstützen die Alumni das Programm? Nehmen sich diese Zeit, um den Studenten mit Rat beizustehen? Stehen sie für Gespräche bereit? Stellen sie Geld zur Verfügung? Falls die Alumni nicht zur finanziellen Ausstattung beitragen, dann hat ihnen das MBA-Programm bei ihrer Karriere finanziell nicht weitergeholfen. Sprechen sich die Alumni aktiv für eine Teilnahme aus oder bleiben ihre Antworten unbestimmt – als wollten sie Sie vor Ihrer Wahl warnen? Sie sollten im Hinterkopf behalten, dass Alumni kein Interesse daran hegen können, dass ihre Business School in schlechtem Licht erscheint. Daher werden diese sich mit Äußerungen zurückhalten, die sie bedauern könnten.

Das Märchen der Jobvermittlungs-Statistik

Wenn der Zwecke einer Business School darin besteht, die Karriere voranzubringen und somit ihre Kosten zu rechtfertigen, dann sollten Sie verstehen, wie die Career Services dabei helfen können. Die Hochglanzbroschüren heben schicke Statistiken zu den Jobvermittlungen hervor – doch was steht tatsächlich hinter den Zahlen? Schauen Sie sich diese genau an, stellen Sie fragen und noch wichtiger: verstehen Sie, wie diese berechnet worden sind.

Bei wie vielen “erfolgreichen” Jobvermittlungen kehren die Absolventen einfach zu ihrem alten Arbeitgeber zurück, wovon einige sogar von ihrem Arbeitgeber gesponsert wurden? Wie viele unter den Alumni stellen tatsächlich Absolventen ein? Falls die Alumni nicht die Absolventen ihrer eigenen Business School rekrutieren, dann sollten Sie schleunigst das Weite suchen.

Hilft Ihnen der MBA dabei, einen Job in den Finanzdienstleistungen zu finden oder qualifiziert er eher für andere Branchen?

Schließlich sollten Sie den eigentlichen Zweck einer Business School verstehen. Bereitet diese auf Finanzdienstleistungen, Consulting, Marketing oder Management vor?

So sehr ich auch meine Mitstudenten mochte, handelte es sich doch bei meiner Business School um eine Parkgarage von Consultants und einen Zulieferer für Consultants. McKinsey, Bain, BCG beherrschten mein Leben auf eine Weise, wie es Unternehmen niemals erlaubt werden dürfte. Ich hegte keinerlei Interesse, ins Consulting zu gehen und fand mich selbst bei langweiligen Consulting-Diners wieder, nur um unter die Leute zu kommen.

Das runde Dutzend an Leuten in meiner Klasse, das in Finance gehen wollte, benötigte ein ganzes Semester, um festzustellen, dass Top-Finanzdienstleister nicht wirklich Absolventen von unserem Programm einstellten. Im Nachhinein haben viele von ihnen aus Bedauern den Schwanz eingekniffen. Denn sie hätten sich nur bei Business Schools bewerben sollen, die eine wahre Armee an talentierten Finanzprofis produzieren dank ihrer umfangreichen Finanzfalkultäten.

Beachten Sie auch, dass MBA-Programme ein Geschäft darstellen. Sie sollten deren Beweggründe und Intentionen kennen, bevor Sie dort Geld und Zeit investieren.

Kommentare (1)

Comments
  1. Ok, Intention grundsätzlich verstanden. Aber die genannten Auswahlkriterien für einen guten Finanz-MBA sind sehr schwammig. Wie sieht es mit Beispielen aus? Welche Fulltime und Executive MBA in Europa sind nachweisbar geeignet für eine Finanzkarriere … und welche nicht?

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