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KARRIEREINTERVIEW mit Karin Oertli von der UBS: “Werfen Sie Ihr Skript über Bord und vergessen Sie Standard-Rezepte”

Karin Oertli ist Head Global Financial Intermediaries bei UBS Wealth Management & Swiss Bank. In einem Interview mit eFinancialCareers.ch blickt Oertli auf ihren Werdegang zurück und gibt Tipps für eine Karriere im Banking.

Welche Berufserfahrungen haben Sie schon in den Finanzdienstleistungen gesammelt?

Meine Bank-Karriere erstreckt sich über nahezu zwei Jahrzehnte. 1992 begann ich bei UBS mit einem Trainee Program und arbeitete danach als Kundenberaterin in den Bereichen Corporate Clients und Recovery Management. Danach wechselte ich für einige Jahre zu Ernst & Young als Consultant in M&A und Corporate Finance. Zurück bei UBS habe ich spannende berufliche Stationen durchlaufen, vom Risk Management bis hin zum Private Banking für sehr vermögende Kunden.

Seit Anfang 2009 führe ich eines der dynamischsten und vielseitigsten Business-Segmente der Bank: Global Financial Intermediaries. In diesem Tätigkeitsgebiet widmen wir uns ausschliesslich der Dienstleistung für professionelle und institutionelle Vermögensverwalter weltweit.

Würden Sie Ihren Karriereweg als konventionell oder als ungewöhnlich beschreiben?

Meine bisherige Laufbahn wurde durch zwei Elemente bestimmt: Zum einen die Art und Weise, wie ich Herausforderungen anging. Es bereitete mir immer grosses Vergnügen, neue Berufsfelder zu erkunden. Das Erreichen der gesteckten Ziele gab mir die Bestätigung, die Messlatte noch weiter anzuheben und Neues wagen zu können.

Zum anderen hatte ich das Glück, von Personen umgeben zu sein, die es verstanden, meine Talente zu fördern, an mich glaubten und mich in meinen Entscheidungen unterstützten. Zum Beispiel war der Wechsel von Risk Management zum Private Banking nicht ganz selbstverständlich, doch meine Vorgesetzten unterstützten mich voll und ganz bei diesem Schritt. Was jedoch letztendlich bei wichtigen Entscheidungen zählt, ist ein gewisses Mass an Selbstvertrauen. Ich hörte stets auf mein Bauchgefühl und liess mich von meinen Überzeugungen leiten.

Was ist wichtiger: Talent oder harte Arbeit?

Beides und vieles mehr! Talentiert zu sein, ist nicht genug – überdurchschnittliches Engagement und viel Freude an der Arbeit sind ebenso essenziell! Ich mag Leute, die vor Enthusiasmus und Energie sprühen, denn das überträgt sich aufs ganze Umfeld. Leute, die neugierig sind, nichts unversucht lassen und bereit sind über sich selbst hinauszuwachsen, um ihr ganzes Potenzial auszuschöpfen. Ebenfalls wichtig ist, die eigenen Ideale zu finden und sich nicht zu scheuen, Konventionelles in Frage zu stellen – werfen sie ihr “Skript” über Bord und vergessen alle Standard-Rezepte!

Was würden Sie Bewerbern vor einem Vorstellungsgespräch mit Ihnen raten?

Ein fundierter Banking-Background und Branchenkenntnisse sind unabdingbar – keine Frage. Darüber hinaus sind mir zwei weitere Eigenschaften wichtig. Die erste ist Leidenschaft. Ich muss eine fröhliche, positive Einstellung beim Kandidaten herausspüren. Diese ist gerade im Banking absolut zentral, denn sie inspiriert und motiviert auch andere zu Höchstleistungen!

Die zweite Eigenschaft ist eine ausgeprägte Serviceorientierung gegenüber dem Kunden. Der Kundenfokus ist das wichtigste Element, mit dem sich ein Kandidat von seinen Mitbewerbern absetzen kann – ganz nach dem Motto: “Zeige mir eine kompromisslose Hingabe zum Kunden und der Job gehört Dir!”.

Was wissen Sie heute über das Bankgeschäft, was Sie gerne bereits vor 15 Jahren gewusst hätten?

Oh, das ist eine einfach zu beantwortende Frage: die raschen, regulatorischen Veränderungen in der Finanzindustrie! Ich wünschte, ich hätte gewusst, dass sich das Schweizer Banking in ein solch dynamisches und internationales Geschäft verwandeln wird. Ende der 80er assoziierte man Banking noch mit einem 9-to-5-Job, dominiert von stereotypen Denkweisen und bürokratischer Mentalität.

Heute ist es ein globales Tätigkeitsgebiet, welches 7/24 Stunden vernetzt ist über sämtliche Zeitzonen und kulturelle Differenzen hinweg. Dieser Trend ähnelt einem Schneeballeffekt und schreitet immer schneller voran. Hätte ich dies vorausgesehen, hätte ich mir früher technisches Wissen und weitere Fremdsprachen angeeignet.

Falls Sie nur einen Mitarbeiter in den kommenden sechs Monaten einstellen dürften, wie würde das Profil aussehen?

Der Kandidat sollte über ein breites Know-how in Banking verfügen, um sowohl mit unserer umfassenden Produktpalette schnell vertraut zu werden, als auch den spezifischen Kundenbedürfnissen gerecht werden zu können. Zudem benötigt er oder sie ein gutes Verständnis von Risk Management, einen guten Geschäftsinn und die Fähigkeit, die zukünftigen Entwicklungen auf den Märkten und an der Kundenfront antizipieren zu können.
Schliesslich muss der Kandidat nicht nur begeisterungsfähig und kundenorientiert sein, sondern auch bereit, seine eigene Komfort-Zone zu verlassen um volle Leistung zu zeigen.

Wie wird Ihr Geschäftsbereich in 2015 aussehen?

Die Technologisierung des Bankengeschäfts wird weiter zunehmen. Parallel dazu wird sich die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, weiterentwickeln. Physische Distanz wird immer irrelevanter. Zusätzlich werden wir nahtlos über virtuelle Netzwerke verbunden sein. Dies wiederum wird die kulturellen und nationalen Grenzen verschleiern und die ganze Welt bald in ein einziges globales Dorf verwandeln, in dem jedermann Zugriff auf Informationen hat, welche zuvor in den Händen weniger Personen lagen. Das hat das Kundenverhalten bereits stark beeinflusst und wird es auch weiterhin verändern.

Heute wissen unsere Kunden, über welche Informationen wir verfügen und welche Technologien uns was liefern können. Das verändert natürlich auch die Erwartungshaltung. Heute erwarten unsere Kunden mehr fürs Geld. UBS wird stark in elektronische Plattformen investieren – auch wenn gleichzeitig das klassische Beratungsgespräch in Zukunft elementar bleiben wird.

Wie würden Sie jemanden davon überzeugen, für Sie zu arbeiten?

Wir haben ein äusserst transparentes, multi-kulturelles und dynamisches Umfeld sowie eine offene Kommunikation und Feedback-Kultur. Zudem bieten wir eine leistungsorientierte Umgebung, in welcher wir die verschiedenen Fähigkeiten und Talente unserer Mitarbeiter gezielt nutzen und vor allem auch fördern. Wir ermöglichen es unseren Mitarbeitern zu wachsen und ihr ganzes Potenzial auszuschöpfen. Hohe Leistungsbereitschaft und Resultate werden anerkannt und belohnt. Und schliesslich stehen in den verschiedensten Bereichen interessante Karrierewege offen.

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