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Vom Goldesel zur lahmen Ente: Die Investmentbanker der Deutschen Bank

Während sich in den zurückliegenden Quartalen die Investmentbanker rund um den designierten Ackermann-Nachfolger Anshu Jain als goldener Esel der Deutschen Bank erwiesen und für über 80 Prozent der Gewinne verantwortlich waren, glich die Sparte im dritten Quartal eher einer lahmen Ente.

Laut den am heutigen Dienstag (25. Oktober) vorgelegten Geschäftszahlen generierte der deutsche Branchenprimus einen Vorsteuergewinn von 942 Mio. Euro. Insgesamt akkumuliert sich der Vorsteuergewinn für das Gesamtjahr bislang auf gut 5,7 Mrd. Euro, womit sich Ackermanns Gewinnziel von 10 Mrd. Euro für 2011 erledigt haben dürfte.

Absturz von über 80 auf nur noch 35 Prozent

Für die enttäuschenden Zahlen sind hauptsächlich die Investmentbanker des Hauses verantwortlich. So trug das Corporate and Investment Banking (CIB) nur noch 329 Mio. Euro zum Quartalsgewinn bei, was gerade einmal 35 Prozent ausmacht.

Doch diese Zahlen zeigen noch nicht das gesamte Ausmaß des Gewinneinbruches. Denn das Kerninvestmentbanking, der Bereich Corporate Banking & Securities, erwirtschaftete gerade einmal einen Minigewinn von 70 Mio. Euro.

Der Löwenanteil des Vorsteuergewinns der CIB entfiel indes mit 259 Mio. Euro auf den Bereich Global Transaction Banking, der ebenfalls zur CIB der Deutschen Bank gehört. Gegenüber dem Vorjahr konnte diese Sparte ihr Ergebnis sogar um 14 Prozent steigern.

Kein Einzelfall: Auch die übrigen Geschäftsbereiche hatten im dritten Quartal die Nase vor Corporate Banking & Securities. So kletterte der Vorsteuergewinn im Asset Management gegenüber dem Vorjahr um 38 Prozent auf 117 Mio. Euro. Das Private Wealth Management konnte seinen Gewinnbeitrag sogar von 7 Mio. auf 69 Mio. Euro verzehnfachen und damit Corporate Banking & Securities einholen.

Das Retail- und Firmenkundengeschäft verbesserte seinen Vorsteuergewinn um 27 Prozent auf 310 Mio. Euro. Dabei handelt es sich jedoch ebenfalls um einen eher enttäuschenden Wert. Denn zwischenzeitlich hat der deutsche Branchenprimus die Postbank mit über 20.000 Beschäftigten übernommen.

Falls die Erträge im Investmentbanking nicht steigen, droht Kahlschlag beim Personal

Unter dem Strich schnitten im dritten Quartal die hochdotierten Investmentbanker um Anshu Jain aus dem Bereich Corporate Banking & Securities schlechter als alle anderen Geschäftsbereiche der Deutschen Bank ab.

Somit ist die Kostenertragsquote der Sparte mit 95 Prozent eindeutig zu hoch. Falls es den Investmentbankern der Deutschen Bank nicht gelingen sollte, das Ruder umzulegen und die Erträge zu steigern, dann wird es kaum beim Abbau von 1000 Stellen im Investmentbanking bleiben.

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