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Ein Niedersachse zählt so viel wie hundert Bayern: Hannover Rück stellt Konkurrenz in den Schatten

Die kleine Hannover Rück zeigt der viel größeren Munich Re, wie sich trotz eines schwierigen Marktumfeldes im Rückversicherungsgeschäft gutes Geld verdienen lässt.

So strich das Unternehmen in den ersten neun Monaten des Jahres ein Konzernergebnis von 381,7 Mio. Euro ein, was 34,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum waren. In dem schwächeren Ergebnis spiegeln sich vor allem die höheren Schadenslasten aus den Erdbeben in Neuseeland und Japan zu Jahresbeginn wider.

Dennoch können die Niedersachsen stolz sein, wie ein Blick auf die bayrische Konkurrenz zeigt. Denn bei der Munich Re brach das Konzernergebnis sogar um 95,9 Prozent auf nur noch 80 Mio. Euro ein.

Dabei spielen Munich Re und Hannover Rück eigentlich in ganz anderen Ligen. So umfasst das Münchner Unternehmen mit der Tochter Ergo Deutschlands zweitgrößtes Erstversicherungsunternehmen und beschäftigt insgesamt 47.107 Mitarbeiter. Pro Kopf generierten die Mitarbeiter also nur einen Gewinn von mageren 1700 Euro.

Ganz anders bei der Hannover Rück: Bei den Niedersachsen standen gerade einmal 2208 Mitarbeiter in Lohn und Brot, womit jeder durchschnittlich einen Gewinn von fast 173.000 Euro erwirtschaftete. Kurz: Ein Niedersachse ist hundert Mal so viel wert wie ein Bayer.

Nur haben die Mitarbeiter von dem Erfolg nicht allzu viel, denn das Rückversicherungsgeschäft zeigt sich bei der Bezahlung im Vergleich zum Investmentbanking knausrig. Da sich der Personalaufwand der Hannover Rück laut Unternehmensangaben in den ersten neun Monaten 137,6 Mio. Euro betrug, wurden für jeden Beschäftigten gerade einmal gut 62.300 Euro ausgegeben.

Auch ohne die durch Sexskandale in die Schlagzeilen geratene Ergo können die Münchner nicht mit den Hannoveranern mithalten. Denn die Rückversicherungssparte von Munich Re allein strich von Januar bis September einen Gewinn von 108 Mio. Euro ein, wobei dieser Bereich jedoch 11.306 Mitarbeiter beschäftigt. Jeder Mitarbeiter generierte also durchschnittlich einen Gewinn von weniger als 9600 Euro. Auch die Rückversicherung der Munich Re benötigt also 18 Beschäftige, um den Gewinn eines Hannover Rück-Mitarbeiters zu erwirtschaften.

Doch auch bei einem Blick über die Grenze können sich die Hannoveraner sehen lassen. Denn die Swiss Re mit schickem Firmensitz am Zürisee strich ein Konzernergebnis von umgerechnet gut 994 Mio. Euro ein. Damit generierte jeder der 10.731 Mitarbeiter der weltweiten Nummer zwei im Rückversicherungsgeschäft durchschnittlich knapp 92.700 Euro, was deutlich weniger als bei der Hannover Rück ist.

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