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GASTKOMMENTAR: Vier Fragen, die Sie auf keinen Fall in Ihrem ersten Vorstellungsgespräch stellen sollten

Sie nähern sich dem Ende eines Vorstellungsgesprächs mit einem Arbeitgeber in spe und bislang ist es recht gut gelaufen. Das heißt: Keine Frage hat Sie zum Schwitzen oder Stottern gebracht. An diesem Punkt sollten Sie eigentlich dem Arbeitgeber einige Fragen stellen, die Ihn mit einer derart hellsichtigen Einsicht blendet, dass er Sie nicht aus dem Gespräch entlässt, bevor Sie nicht Ihre Unterschrift unter den Arbeitsvertrag gesetzt haben.

Doch lassen Sie uns die tiefen Einsichten durchgehen, die Ihnen möglicherweise an diesem Tag entschlüpfen: Welche Fragen, sollten Sie dabei NICHT stellen? Um dies zu verstehen, sollten Sie sich für einen Augenblick in die Situation eines Arbeitgebers versetzen.

1. “Wie steht Ihr Unternehmen zur Work-Life-Balance?”

Dies bringt den Arbeitgeber auf folgenden Gedanken: “Oh, Du verlierst aber keinen Augenblick, um Deine Prioritäten zu setzen.”

Jedes Unternehmen möchte ein Arbeitgeber erster Wahl sein. Das ist gut für die Unternehmenskultur und ziert jeden Geschäftsbericht ungemein. Doch mit einer solchen Frage zur Work-Life-Balance am Ende eines Vorstellungsgesprächs säen Sie die Saat des Zweifels an Ihrem Einsatz für das Unternehmen – zu recht oder unrecht.

Dabei gibt es zwei Dinge zu beachten: Dem Arbeitgeber liegt daran, die Stelle mit dem bestmöglichen Kandidaten zu besetzen – und nicht, sich dem Work-Life-Balance des Bewerbers zu unterwerfen. Falls es darüber hinaus mehrere Runden an Vorstellungsgesprächen gibt, dann werden sich noch reichlich Gelegenheiten bieten, um diese Frage vorzubringen – nachdem Sie Ihre Qualifikationen für die Stelle darlegen konnten.

2. “Wie steht Ihr Unternehmen zur Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz?”

“Meint der gute Mann das ernst?”

Auch Unternehmen, die in prähistorischen Zeiten gegründet worden sind, erkennen langsam, wie tief verankert Social Media in den Köpfen der jüngeren Generation ist. Dennoch muss man ehrlicherweise sagen, dass manche dieser Webseiten eher mit Spiel und Vergnügen in Verbindung gebracht werden.

Falls Sie also nach der Einstellung nach Social Media fragen, erkundigen Sie sich tatsächlich, ob das Unternehmen Sie dafür bezahlt, dass Sie sich mit den Mätzchen Ihrer Freunde während ihres Griechenland-Urlaubs beschäftigen. Jedenfalls zählt diese Frage zu denen, die Ihr potenzieller Arbeitgeber ganz bestimmt nicht hören möchte. Da wir es alle während der Arbeitszeit machen – also wieso sollten Sie danach fragen?

3. “Wie sieht die Unternehmenskultur aus?”

“Ich hoffe mir würde ein Euro gezahlt, immer wenn ich diese Frage höre!”

In neun von zehn Fällen wird Sie der Arbeitgeber mit einer Standardantwort abspeisen, die so einstudiert und unoriginell klingt, dass Sie sich langweilen. Doch während die Phrasen durchgerattert werden, wird sich Ihr Gesprächspartner fragen, wieso Sie keinen Blick auf die Webseite des Unternehmens geworfen haben, wo sich derartigen Floskeln unter der Rubrik “Über uns” finden oder noch besser unter “Unsere Unternehmenskultur.”

Falls Sie tatsächlich etwas über die Unternehmenskultur erfahren wollen, dann sollten Sie Ihre langjährige Social Media-Erfahrung nutzen. Alternativ können Sie auch den Gesprächspartner direkt fragen, wie lange er schon im Unternehmen arbeitet und wie er das Umfeld so im Arbeitsalltag erfährt. Sie werden überrascht sein, wie viele Leute sich verplaudern, wenn Sie direkt angesprochen werden.

4. “Wie stehen die Chancen auf einen Auslandsaufenthalt in der Zukunft?”

“Klingt, als wollte uns der Kandidat als Sprungbrett nutzen.”

Viele Bewerber träumen von Auslandsaufenthalten an exotischen Destinationen mit traumhaften Sondervergütungen. Doch einer der sichersten Wege, um diesen Traum zu zerstören, besteht darin, diese Frage im ersten Vorstellungsgespräch zu stellen. Niemand möchte bloß ein Sprungbrett für einen besseren Job darstellen.

Wenn ein Arbeitgeber Bewerber dazu auffordert, am Ende des Vorstellungsgesprächs eigene Fragen vorzubringen, dann geht es dem Gesprächsführer um Folgendes:

1. Die zehn verbleibenden Minuten des Vorstellungsgesprächs zu füllen, um nicht zu früh an den eigenen Arbeitsplatz zurückkehren zu müssen.

2. Zu prüfen, ob der Kandidat Interesse gezeigt hat, etwas über das Unternehmen oder die Stelle in Erfahrung zu bringen. Es handelt sich aber keinesfalls um eine Gelegenheit für den Kandidaten um zu fragen: “Was ist für mich bei der Sache drin”. Derartiges hat im ersten Vorstellungsgespräch nichts zu suchen.

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