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Lust auf eine Pokerpartie? Acht Tipps, wie Sie eine Gehaltserhöhung herausschlagen

Einen Arbeitgeber von einer anständigen Gehaltserhöhung zu überzeugen, stellt eine große Kunst dar, die jeder Arbeitnehmer beherrschen sollte wie das kleine Einmaleins. Wir haben Executive Search-Experten in Frankfurt nach ihren besten Tipps gefragt:

1. Die großen Sprünge werden am Anfang gemacht

“Beim Jobwechsel werden die Gehaltssprünge gemacht, deswegen muss man immer gleich zu Anfang gut verhandeln”, rät Executive Search-Expertin Stefanie Storck von Euro London Appointments. “Eine riesige Gehaltserhöhung erhält man nur durch einen Unternehmenswechsel”, bekräftigt Headhunter Jan Veder von Huxley Associates.

2. 10 Prozent Gehaltserhöhung sind drin

Die Zeiten, als bei einem Arbeitgeberwechsel eine Gehaltserhöhung von 20 Prozent möglich war, scheinen vorerst passé zu sein. “10 Prozent sind realistisch”, ergänzt Storck. Dies treffe indes nur auf den Wechsel zu einer gleichwertigen Stelle bei einem anderen Arbeitgeber zu. Falls es sich um einen Karrieresprung die Hierarchieleiter hinauf zu mehr Verantwortung handle, dann könne die Steigerung deutlich höher ausfallen.

Storck beobachtet weiter, dass sich heute die Banken bei der Gewährung von Garantieboni wesentlich zugeknöpfter zeigen als in der Vergangenheit. Auch dies belaste die Vergütungsentwicklung “Die Garantiboni gehören ja auch zum Gehaltspaket”, bemerkt Storck.

3. Ohne Jobwechsel sind 5 Prozent schon viel

Bei einer gewöhnlichen Gehaltserhöhung müssen sich die Mitarbeiter indes bescheiden. “In der Industrie sind 3 bis 5 Prozent schon viel. Darum wird hart gekämpft”, sagt Veder. Oftmals verfügen bestimmte Unternehmen und Abteilungen nur über einen begrenzten Pool für Gehaltserhöhungen. Wenn die Leistungen OK sind, kann das Gehalt auch nur um 1 Prozent steigen, bei besseren Leistungen sind es vielleicht 4 Prozent und nur bei herausragenden Ergebnissen 5 bis 6 Prozent.

4. Gute Begründung entscheidend

Eine Gehaltserhöhung auszuhandeln – ohne den Arbeitgeber zu wechseln – stellt eine Herausforderung dar. “Einfach zum Arbeitgeber zu laufen und eine Gehaltserhöhung zu verlangen, funktioniert nicht”, warnt Storck.

Vielmehr sei es entscheidend, eine Anhebung sehr gut zu begründen und dies auch mit Fakten zu belegen. “Man muss sagen können, wieso eine Gehaltserhöhung gerechtfertigt ist. Diese kann aber von Job zu Job ganz unterschiedlich ausfallen”, sagt die Expertin. Dabei komme, es ganz darauf an, welche Währung in dem betreffenden Berufsfeld zähle.

Veder rät, sich rechtzeitig die eigenen “3 Top-Achievements” als Argumentatstionsmunition bereitzulegen. “Aber am Ende des Tages hängt eine Gehaltserhöhung von der jeweiligen Benchmark ab”, betont der Personalexperte.

5. Gehaltserhöhung offen ansprechen

In Deutschland rät Veder dazu, den Arbeitgeber gegebenenfalls direkt auf eine Gehaltserhöhung anzusprechen: “Sie sollten Ihre Vorstellung höflich und ohne Druck aufzubauen zur Geltung bringen.” Auch Storck hält die Bitte um eine Gehaltserhöhung für legitim: “Man wird ja nicht gefeuert, nur weil man eine Gehaltserhöhung verlangt hat.”

Dies scheint indes kulturabhängig zu sein. Laut Veder gibt es in anderen Ländern teilweise komplett andere Sitten. So wäre es in manchen Ländern üblich, dass ein Mitarbeiter scheinbar grundlos mehrmals morgens beim Chefbüro vorbeisehe. Entweder spricht der Chef dann seinerseits eine Gehaltserhöhung an oder sage, dass die steigenden Materialkosten derzeit eine Anhebung unmöglich machen. Auf diese Weise würden beide Seiten das Gesicht wahren.

6. Das hohe Risiko mit dem Gegenangebot

Dem Arbeitgeber ein anderes Jobangebot vorzulegen und so mit einem Weggang zu drohen – von einer derartigen Strategie rät Storck ab. “Sie sollten nicht pokern, da dann das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber gestört ist. Man muss das Risiko sehen, dass das nach hinten losgehen kann”, ergänzt Storck. Eine solche Taktik mache überdies nur Sinn, wenn Sie auch wirklich zu dem Arbeitgeberwechsel bereit sind.

Laut Veder würden 90 Prozent der Versuche, dem Arbeitgeber mit einer Offerte ein Gegenangebot abzujagen, mittelfristig nicht zum Erfolg führen. Headhunter sehen diese Strategie naturgemäß ungern. “Der Erfahrung nach verlassen diese Leute in den folgenden zwölf Monaten das Unternehmen”, ergänzt Veder.

7. Achten Sie auf die “Jobenrichment”

Gehalt ist nicht alles. Laut Veder sollten Sie auch die “Jobenrichment” beachten. Wenn es mit der Karriere aufwärts gehen soll, müsse ein Arbeitnehmer sukzessive mehr Verantwortlichkeiten erhalten. “Dabei müssen Sie darauf achten, dass dies auch im Lebenslauf deutlich wird. Schließlich gilt es, sich auch selbst zu verkaufen”, ergänzt Veder.

8. Der Trick mit dem attraktiven Angebot

Ein weiterer Executive Search-Experte, der namentlich nicht genannt werden möchte, warnt vor einer “ganz gerissenen Methode”. Demnach engagieren Unternehmen Headhunter, um Führungskräfte bei Konkurrenten gezielt anzusprechen und dabei mit einer Gehaltserhöhung zu locken.

Auf diese Weise würden in Vorstellungsgesprächen Informationen über den Wettbewerber abgeschöpft und Unruhe in das andere Unternehmen hineingetragen. “Wenn Sie ein fremdes Angebot erhalten, dann lenkt dies vom Job ab. Dies stellt richtigen Stress dar”, ergänzt der Headhunter. Im Banking sei ihm diese Strategie jedoch noch nicht untergekommen.

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