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Keine Revolution: Von welchen Bereichen sich die UBS verabschieden will

Der große Kahlschlag beim Personal bleibt bei der UBS aus. UBS-Chef Sergio Ermotti kündigte bei dem Investorentag in New York lediglich an, bis 2013 1500 Jobs im Investmentbanking abbauen zu wollen und weitere 300 bis 400 Jobs bis Ende 2016. Mithin verkleinert sich die Investmentbank gerade einmal von knapp 18.000 auf dann 16.000 Mitarbeiter.

Von einer angestrebten Eigenkapitalrendite von 25 Prozent verabschiedete sich Ermotti: “Wir sind zuversichtlich, dass wir eine Eigenkapitalrendite zwischen 12 und 17 Prozent erreichen können und wir sind entschlossen, Kapital an unsere Aktionäre zurückzuführen.” Konkret will die UBS eine Minidividende von 10 Rappen je Aktie zahlen.

Dabei will sich die UBS vor allem von eigenkapitalintensiven Bereichen des Investmentbankings trennen. Demnach entfallen bislang fast zwei Drittel der risikogewichteten Aktiva auf das Investmentbanking, während der Gewinnanteil der Sparte wesentlich niedriger liege. Die Summe der risikogewichteten Aktiva soll von derzeit 300 Mrd. auf künftig 155 Mrd. Franken nahezu halbiert werden.

Um dies zu erreichen, will sich die UBS vor allem aus dem Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen (FICC) sukzessive zurückziehen. Auf der Abschussliste stehen Bereiche, die unter Basel III zwar kapitalintesiv sind, aber nur geringe Gewinne versprechen. Dazu zählen FICC Asset Securitization, FICC Complex Structured Products, FICC Macro Directional Trading und Equity Prop Trading.

Welche Bereiche zur Disposition stehen, hat die UBS in einer Matrix zusammengefasst:

Doch es gibt auch Gewinner der Restrukturierung. So bezeichnete die UBS das Wealth Management als Kerngeschäft. Dem Verkauf des kriselnden US-Geschäfts mit vermögenden Privatkunden erteilte Ermotti eine Absage. Die Schweizer Großbank will auch weiterhin im Wealth Management in Asien und Südamerika expansieren.

Für das zentrale Geschäft mit reichen und sehr reichen Kunden setzt die UBS auch weiterhin auf Synergien zwischen Wealth Management und Investmentbanking. Viele ultrareiche Kunden verfügten über ausgedehnte Unternehmen und agierten ähnlich wie institutionelle Investoren.

Weitere Einstellungen sind auch in der Investment Banking Division (IBD) denkbar, da die Eigenkapitalanforderungen nach Basel III hier vergleichsweise gering ausfallen.

Die Medien sahen in diesem Reformprogramm keinen großen Wurf. So betont der Zürcher Tagesanzeiger, dass die UBS mit dieser Restrukturierung lediglich das nachvollziehe, was die Mitwettwerber wie die Credit Suisse bereits angekündigt hätten.

Die englische Financial Times sieht indes die Deutsche Bank als Gewinner der UBS-Restrukturierung. Die UBS mache durch ihren Rückzug aus dem Fixed Income-Geschäft des Weg für den deutschen Rivalen frei.

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