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Auch bei der Dekabank gehen die Boni auf Tauchstation

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten gehen auch an der Dekabank, der Cashcow der Sparkassenfinanzgruppe, nicht spurlos vorüber. So stürzte das wirtschaftliche Ergebnis in den ersten neun Monaten um 45,5 Prozent auf 340,7 Mio. Euro ab, wie das Unternehmen am heutigen Mittwoch (23. November) mitteilte.

Dies scheint auch ganz gewaltig auf die variablen Vergütungen zu drücken. Im Zwischenbericht heißt es hierzu lapidar: “Der Personalaufwand lag mit 277,8 Mio. Euro um 4,3 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert (290,2 Mio. Euro), was ergebnisbedingt auf reduzierte Rückstellungen für erfolgsabhängige Sonderzahlungen zurückzuführen ist.”

Doch der sinkende Personalaufwand ist nur die halbe Wahrheit. Denn vor allem durch die Übernahme von Aktivitäten der Landesbank Baden-Württemberg in Luxemburg kletterte die Mitarbeiterzahl (auf Vollzeitbasis) um 8,2 Prozent auf 3435. Darin enthalten sind indes auch 17 Beschäftigte, die im Rahmen der Vertriebsoffensive im Sommer eingestellt wurden. Laut einem Unternehmenssprecher sind hier aber vorerst keine weiteren Neueinstellungen geplant.

Das ganze Ausmaß des Bonus-Downturns wird erst bei der Umlage des gesunkenen Personalaufwandes auf die gestiegene Mitarbeiterzahl deutlich. So stürzte der Personalaufwand pro Kopf bei der Dekabank von 91.430 um 11,5 Prozent auf 80.873 Euro ab.

Damit haben die Beschäftigten der Dekabank allerdings nur sehr bedingt Grund zur Klage. Denn bei dem jüngsten Ranking der bestzahlenden Banken in Deutschland für die ersten neun Monate würde die Dekabank nach der Deutschen Bank und HSBC Trinkaus einen respektablen dritten Platz belegen.

Der Gewinn pro Kopf gab jedoch noch stärker nach. Während jeder Mitarbeiter von Januar bis September 2010 zu dem wirtschaftlichen Ergebnis der Bank stolze 197.101 Euro beitrug, waren es im laufenden Jahr “nur” noch 99.185 Euro. Doch auch damit reicht die Dekabank in dem Ranking nahezu an den deutschen Branchenprimus heran. Die Kostenertragsquote verschlechterte sich von 49,7 auf nunmehr 62,8 Prozent.

Gemäß der Unternehmens-Einschätzung ist eine Besserung vorerst nicht in Sicht: “Im vierten Quartal geht die Dekabank bestenfalls von geringen positiven Impulsen für das Jahresendergebnis 2011 aus. Die EU-Schuldenkrise dürfte bis zu einer absehbaren Beherrschung noch einige Zeit zu Unsicherheiten an den Wertpapiermärkten und zunehmend auch in der Realwirtschaft führen.”

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