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“Jetzt ist die Katze aus dem Sack”: Deutsche Bank plant weiteren Stellenabbau im Zuge der Postbank-Übernahme

Nachdem die Kapitalerhöhung von 10 Mrd. Euro bei der Deutschen Bank reibungslos über die Bühne gegangen ist, hat der heimische Branchenprimus am gestrigen Donnerstag (7. Oktober) ein Übernahmeangebot von 25 Euro für die ausstehenden Postbank-Aktien unterbreitet.

Auch aus Arbeitnehmersicht hat es das Angebot in Sich. Denn dort wird unverholen ein weiterer Stellenabbau angekündigt: “Wie bereits erwähnt, beabsichtigt der Bieter, im Zusammenwirken mit der Postbank Synergien zu realisieren. Ohne dass hierzu schon konkrete und detaillierte Planungen vorliegen, ist zu erwarten, dass in diesem Zusammenhang auch Personalreduzierungen – voraussichtlich auf beiden Seiten – stattfinden werden.”

Neues Sparprogramm angekündigt

Der Gewerkschaft Verdi haben diese Ausführungen gar nicht gefallen. “Jetzt ist die Katze aus dem Sack – für den Kauf und die Integration der Postbank sollen auch die Beschäftigten aus beiden Konzernen bluten”, wetterte Wolfgang Hermann von Verdi gegenüber dem Handelsblatt.

In dem Übernahmeangebot wird denn auch eine Verschärfung des Sparkurses bei beiden Instituten als wahrscheinlich dargestellt. “Veränderungen über die bereits bestehenden Effizienzsteigerungsprogramme hinaus sind jedoch zu erwarten, aber noch nicht konkret geplant und noch nicht quantifizierbar”, heißt es in dem Dokument weiter.

Laut dem jüngsten Geschäftsbericht für das zweite Quartal 2010 unterhält die Deutsche Bank noch 81.929 Vollzeitstellen, wovon lediglich 30.479 auf den Heimatmarkt entfallen. Bei der Postbank beläuft sich die Zahl an Vollzeitstellen auf 20.750.

Auch der Verkauf der BHF Bank dürfte zu Stellenstreichungen führen

Unterdessen hat der Branchenprimus mit dem Verkauf der BHF Bank begonnen, sich von uninteressanten Geschäftsbereichen zu trennen. Die BHF Bank beschäftigt ihrerseits rund 2000 Mitarbeiter und verfügt über einen Buchwert von 650 Mio. Euro.

Für den Verkauf interessieren sich die Liechtensteiner Fürstenbank LGT, das zur Oetker-Gruppe gehörende Bankhaus Lampe und der Finanzinvestor Apollo. Auch der indischen Hinduja Gruppe wird ein Interesse an der BHF Bank nachgesagt.

Da sich die BHF Bank bereits gegen einen Finanzinvestor ausgesprochen hat, stehen die Chancen für die LGT Bank und das Bankhaus Lampe recht gut. Eine Veräußerung an strategische Investoren würde die Deutsche Bank überdies vor einem Imageschaden bewahren, der mit dem Verkauf an einen Finanzinvestor unausweichlich verbunden wäre.

Dennoch hegen Branchenvertreter Zweifel an einer Übernahme durch die LGT oder das Bankhaus Lampe. Denn bei der BHF Bank handle es sich weniger um eine lupenreine Privatbank, sondern um eine kleine Universalbank, die in vielen Geschäftsbereichen eher zweitklassig sei. Der Restrukturierungsbedarf sei immens, womit ein Stellenabbau kaum auszuschließen ist. Andernfalls würde sich die Deutsche Bank kaum von der BHF Bank trennen wollen.

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