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Immer mehr Deutsche am Finanzplatz Schweiz

Mit Abschluss der Bilateralen Verträge II und dem Ende des so genannten Inländervorranges ist es für Bürger zahlreicher EU-Länder viel leichter geworden, in der Schweiz zu arbeiten.

Angesichts der Misere am heimischen Arbeitsmarkt suchen immer mehr Deutsche nach Jobs im Ausland. Die Schweiz liegt dabei auf Platz zwei der beliebtesten Zielländer. Rund 12000 Deutsche suchen hier jährlich ihr Glück.

Hochqualifizierte Arbeitnehmer sind bei Schweizer Arbeitgebern besonders willkommen. Nach den Entlassungswellen bei deutschen Banken finden viele der Zuwanderer Jobs in der hiesigen Finanzindustrie.

Hat der Verdrängungswettbewerb also schon begonnen? Aus Kreisen jobsuchender Schweizer Banker hört man vereinzelt Klagen über Deutsche, die angeblich zu Dumpinglöhnen arbeiten. Markus Senn von Zurich Financial Services bestreitet vehement, dass die Deutschen die Löhne drücken: “Das kann ich so nicht unterschreiben. Wir bei ZFS bezahlen jeden Mitarbeiter entsprechend seiner Position und Qualifiaktion – unabhängig von der Nationalität.”

Wie sieht also die Situation in der Bankenmetropole Zürich derzeit tatsächlich aus?

Das Statistische Amt des Kantons Zürich vermerkt seit einigen Jahren einen verstärkten Zuzug hochqualifizierter Arbeitskräfte mit Universitätsabschluss aus Nord- und Westeuropa, die vor allem im Finanz- und Forschungssektor unterkommen. Seit 2002 stieg ihr Anteil sprunghaft an. Diese Nord- und Westeuropäer arbeiten inzwischen zu 13 Prozent in der Finanzindustrie. Den grössten Anteil an dieser Gruppe haben die Deutschen.

Andererseits weist die offizielle Arbeitsmarktstatistik für den Juli 2005 für die gesamte Schweiz 4747 registrierte Arbeitslose aus dem Kredit- und Versicherungsgewerbe aus. Die Zahl blieb gegenüber dem Vormonat zwar relativ stabil, deutet aber schon an, dass sich hier ein scharfer Wettbewerb zwischen einheimischen und ausländischen Arbeitskräften anbahnt.

Markus Senn sieht einen ungebrochenen Trend an Jobsuchern aus Deutschland: “Wir beschäftigen schon heute mehr Deutsche als noch vor einigen Jahren und wir erhalten auch deutlich mehr Bewerbungen aus Deutschland. Der Anteil deutscher Arbeitnehmer bei ZFS dürfte sich also noch erhöhen.”

Der Headhunter Ralph E. Jaeger bestätigt, dass Schweizer Firmen seit 2002 viel offener für Bewerber aus Deutschland geworden sind. “Wenn ich frage, ob ich auch einen deutschen Kandidaten vorstellen darf, dann heisst es in der Regel: Kein Problem”, fährt Jaeger fort.
Einschränkungen gibt es laut Jaeger nur bei Positionen, in denen lokale Beziehungen im Mittelpunkt stehen. Zu den grössten Nachteilen der Jobsucher aus Deutschland zählen nach den Erfahrungen von Jaeger die mangelnden Fremdsprachenkenntnisse. Besonders bei Französisch können die Schweizer Manager aus der Finanzindustrie punkten.

Allerdings scheint der Zustrom deutscher Banker auch ein eher lokales Phänomen zu sein, denn Markus Schai, Geschäftsleiter von Wilhelm Kaderselektion St. Gallen, kann für die Ostschweiz keinen nennenswerten Zustrom Deutscher Banker feststellen.

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