☰ Menu eFinancialCareers

Zürich wird zum Mekka der Family Offices: Welche Qualifikationen werden gesucht?

Diskretion ist in Zürich für Banker eine Ehrensache. Vielleicht ist dies auch der Grund, weshalb die Strassenzüge rund um Limmat und Zürisee immer mehr zum Mekka der Family Offices avancieren. Mit dem Aufschwung des verschwiegenen Geschäfts vermehren sich auch die Karrierechancen für qualifiziertes Personal.

1. Family Offices liegen voll im Trend

“Zur Zeit ist viel Aktivität in diesem spezifischen Markt”, beobachtet Reto Jauch, der mit seiner Jauch Associates AG als Headhunter in Zürich und London tätig ist. Da Jauch auf Investment Management spezialisiert ist, sucht er regelmässig auch im Auftrag von Family Offices nach Talenten. “Neuerdings beschäftigen sich auch ehemalige Private Banker mit diesem Thema, bei dem es einiges an Know-how braucht”, erklärt Jauch den Trend.

Während der Krise habe das Vertrauen von sehr vermögenden Kunden in das Wealth Management der Banken gelitten. Mit dem Trend zu Family Offices werde überdies das traditionelle Konzept des unabhängigen Vermögensverwalters wiederbelebt.

Laut einem Branchenexperten spiele auch die Qualität der Dienstleistungen in Zürich eine entscheidende Rolle. Zürich sei ein internationaler Finanzmarkt, über den sich effizient in alle Märkte investieren lasse. “Das ist nicht selbstverständlich”, ergänzt der Experte.

Ein Single Family Office mache nur bei einem Familienvermögen von 500 Mio. Franken aufwärts Sinn. Dagegen könne bei Multi Family Offices auch mit einem geringeren Vermögen eingestiegen werden.

2. Kernkompetenz rund um die Asset Allocation gefragt

Laut Jauch benötigt ein Family Office als Kernkompetenz Investment Management-Kompetenzen – besonders im Bereich der Asset Allocation. Überdies spiele auch Wissen um alternative Anlageformen wie Private Equity oder sogar Corporate Finance eine Rolle. Denn die Family Offices betreuen häufig das Vermögen von Unternehmerfamilien, die gegenüber unternehmerischen Anlageformen wie Private Equity besonders aufgeschlossen sind.

Eine weitere Kernkompetenz bestehe im Reporting der Vermögenssituation. Denn bei den tatsächlich sehr wohlhabenden Menschen ist das Vermögen oftmals über diverse Anlageklassen, Unternehmen, Banken und Währungsräume verteilt. “Da ist es wichtig, dass die Vermögenskonsolidierung funktioniert, um den Überblick zu bewahren”, sagt Jauch.

Dagegen werde die Expertise in Steuern und in Rechtsfragen oder auch diskrete Kommunikationsdienstleistungen oftmals hinzugekauft. Auch die Umsetzung der Asset Allocation in konkrete Anlagen werde nicht selten externen Dienstleistern wie Banken übertragen.

3. Family Offices werden von Banken und Dienstleistern heiss umworben

Damit sind Family Offices auch von Banken heiss umworben. “Da ist Geld zu verdienen. Denn wenn ich für ein Family Office arbeite, dann verteile ich den Kuchen”, erläutert Stefan Bächer vom Executive-Search Unternehmen Guggenbühl und Bächer in Zürich. So manches Family Offices gleiche einem kleinen Institutionellen Anleger, für die Banken auch spezielle Ansprechpartner unter ihren Sales-Leuten vorhielten.

4. Der ganz eigene Karriereweg in Family Offices

Laut dem Branchenexperten beschäftigen Family Offices oftmals nur wenige Mitarbeiter – bei 20 Mitarbeitern handle es sich schon um grössere Häuser. Der mangelnde Rückhalt einer Bank stelle beträchtliche Herausforderungen an das Knowhow der Beschäftigten. “Wie bleiben sie auf der Höhe der Zeit?”, fragt der Branchenexperte. Durch die kleinen Teams böten sich auch wenige Karrierechancen innerhalb der Family Offices.

Darüber hinaus müssen Bewerber bedenken, dass sie vor allem in den Single Family Offices auf Gedeih und Verderb der Eigentümerfamilie ausgeliefert sind. “Wenn das tolle Leute sind, dann ist das spannend”, meint Bächer. Doch es gebe auch schwierige Persönlichkeiten, warnt der Headhunter.

Um eine Abfluss von Knowhow zu vermeiden und aus Gründen der Diskretion, hätten die meisten Familien ein Interesse an niedriger Mitarbeiterfluktuation. Doch die Realitäten sehen oftmals anders aus, beobachtet der Branchenexperte: “Wir sehen relativ viel Fluktuation.”

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier