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Trauriges Retailgeschäft: Postbank erwirtschaftet Minigewinn

Mit dem Retailgeschäft lässt sich in Deutschland kaum Geld verdienen. Dies scheinen zumindest die heute vorgelegten Geschäftszahlen der Deutschen Postbank für das zweite Quartal 2010 zu belegen. Demnach konnte der Retailspezialist seinen Vorsteuergewinn von April bis Juni auf 94 Mio. Euro steigern; im Vorjahreszeitraum musste das Unternehmen noch einen Verlust von 29 Mio. Euro verkraften.

Dabei profitierte die Postbank von dem Sparverhalten ihrer Kundschaft. So legten die Sichteinlagen binnen Jahresfrist um 11,4 Prozent auf 19,5 Mrd. Euro zu und die Spareinlagen stiegen um 0,9 Prozent auf 56,4 Mrd. Euro.

Die steilere Zinsstrukturkurve habe sich positiv auf das Ergebnis ausgewirkt, da die Aktiva zumeist langlaufend und die Passiva kurzlaufend sind. Mithin stieg der Zinsüberschuss im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf 671 Mio. Euro.

Dagegen purzelte der Provisionsüberschuss um 7 Prozent auf 316 Mio. Euro. Das Minus im Handelsergebnis konnte die Postbank von 103 auf 40 Mio. Euro verringern. Die Kernkapitalquote wurde auf immer noch magere 7,6 Prozent gesteigert.

Auch für die weitere Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr wollte Postbank-Chef Stefan Jütte keine Entwarnung gegeben. Zwar rechnet Jütte für 2010 mit einem positiven Ergebnis. “Allerdings gehen wir nach derzeitiger vorsichtiger Einschätzung nicht davon aus, dass sich das Ergebnisniveau des ersten Halbjahres auch im zweiten Halbjahr fortschreiben lässt.”

Durch die Übernahme von 277 Postniederlassungen konnte die Deutsche Postbank die Zahl ihrer Filialen auf 1119 steigen. Die zusätzlichen Kosten bezifferte das Unternehmen auf 60 bis 70 Mio. Euro jährlich.

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