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Enttäuschende Credit Suisse-Zahlen: Mitarbeiter müssen mit kräftigen Gehaltseinbußen rechnen

Um stattliche 74 Prozent auf 609 Mio. Franken ist der Reingewinn der Credit Suisse im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen, wie das Zürcher Institut am heutigen Donnerstag (21. Oktober) mitteilte.

Verantwortlich für die ernüchternden Ergebnisse war vor allem das Investmentbanking, in dem das Vorsteuerergebnis um 77 Prozent auf 395 Mio. Franken purzelte. Auch im Asset Management muss die Credit Suisse einen Einbruch um 57 Prozent auf 135 Mio. Franken verkraften.

Dagegen rettete das Private Banking das Quartalsergebnis. In dem Geschäft mit vermögenden Privatkunden sank das Vorsteuerergebnis um moderate 4 Prozent auf 836 Mio. Franken. Auch der Nettoneugeldzufluss im dritten Quartal kann sich mit 12,6 Mrd. Franken sehen lassen.

Credit Suisse-Chef Brady W. Dougan bemühte sich dennoch gute Stimmung zu verbreiten: “Angesichts des schwierigen Marktumfeldes mit tiefen Volumen und geringer Kundenaktivität ist dies ein gutes Ergebnis.” Im Private Banking profitiere die Credit Suisse von den Emerging Markets.

Steigende Beschäftigtenzahlen und sinkende Personalkosten

Entgegen den schrumpfenden Erträgen hat die Schweizer Großbank das Personal im laufenden Jahr kräftig aufgestockt. So unterhielt die Credit Suisse im dritten Quartal 50.500 Vollzeitstellen, was 7 Prozent mehr sind als im Vorjahreszeitraum. Aufgrund der schwachen Erträge kletterte die Cost-Income-Ratio von 70 Prozent auf stolze 88,4 Prozent.

Schon im dritten Quartal haben die Beschäftigten die schwache Ertragssituation am eigenem Portemonnaie zu spüren bekommen. Denn die Personalkosten verminderten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 3,327 Mrd. Franken.

Da in dem Zeitraum die Beschäftigung gestiegen ist, purzelten die Personalkosten pro Kopf noch stärker. Während die Credit Suisse für jede Vollzeitstelle im Vorjahresquartal noch 80.717 Franken aufwandte, waren es im dritten Quartal lediglich 65.881 Franken, was ein Minus von 18,4 Prozent bedeutet.

Gehaltseinbußen von 20 Prozent bei Investment und 4,4 Prozent bei Private Bankern

Mit den größten Einbußen müssen die Investmentbanker rechnen. So hat die Credit Suisse im Investmentbanking die Stellenzahl im Jahresvergleich um 9,8 Prozent auf 21.200 erhöht, wobei allein zwischen Juli und September 600 neue Stellen geschaffen wurden. Dagegen sank der Personalaufwand im gleichen Zeitraum um 12 Prozent auf 1,872 Mrd. Franken. Pro Kopf wandte das Institut durchschnittlich 88.300 Franken auf, was beachtliche 20 Prozent weniger sind als im Vorjahresquartal.

Mithin dürften die Zahlen bei den Mitarbeitern Angst und Schrecken verbreiten, denn die Cost-Income-Ratio im Investmentbanking belief sich auf 89 Prozent; ein Jahr zuvor hatte dieser Wert noch bei 65 Prozent gelegen. Falls sich die Ertragslage nicht deutlich aufhellen sollte, dürfte die Credit Suisse kaum um tiefe Einschnitte beim Personal vorbeikommen.

Private Banker werden nur halb so gut wie Investmentbanker bezahlt

Doch auch die Private Banker müssen den Gürtel deutlich enger schnallen. Auch in diesem Geschäftsbereich hat die Credit Suisse ihr Personal um 5,4 Prozent auf 25.500 Vollzeitstellen erhöht. Dagegen blieb der Personalaufwand im Geschäft mit den wohlhabenden Kunden mit 1,139 Mrd. Franken etwa auf Vorjahresniveau. Somit zahlte die Bank für jeden Mitarbeiter mit knapp 44.700 Franken 4,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Obgleich das Private Banking bei den Gewinnen langsam das Investmentbanking abhängt, ist der durchschnittliche Private Banker der Credit Suisse gerade einmal gut die Hälfte eines Investmentbankers wert.

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