☰ Menu eFinancialCareers

Absturz eines Superstars: Wie Axel Wieandt mit Jobhopping die Karriereleiter hinunterstolpert

Normalerweise schreibt eFinancialCareers darüber, wie Banker die Karriereleiter hinaufsteigen. Doch im Falle von Axel Wieandt ist das Gegenteil der Fall. Denn die 44jährige Führungskraft des deutschen Branchenprimus galt lange als Ziehsohn und möglicher Nachfolger des Deutsche Bank-Chefs Josef Ackermann.

Doch zum 1. Juli wechselt Wieandt ausgerechnet zum Konkurrenten Credit Suisse, wo er als Managing Director in das Investmentbanking für Deutschland & Österreich eintritt. Dort ist er für die Betreuung von Finanzdienstleistern sowie von ausgewählten Kunden aus anderen Branchen verantwortlich.

Credit Suisse Deutschland-Chef Michael Rüdiger rühmt den Neuzugang in höchsten Tönen: “Mit Axel Wieandt wechselt ein weiterer Top-Banker zur Credit Suisse in Deutschland. Mit einem so erfahrenen und bestens vernetzten Banker werden wir unsere Position signifikant verstärken und unser Momentum zusätzlich unterstützen. Die Betreuung von Finanzdienstleistern gehört zu den Kernaufgaben im Investmentbanking in unserer Region.”

Der kometenhafte Aufstieg des Axel Wieandt…

Was der Roman Franz Kafkas “Das Schloss” für die Weltliteratur darstellt, ist der Karrierestart Wieandts für die Lebenslauf-Prosa: geradezu vorbildlich. So erblickte der heute 44jährige das Licht der Welt als Sohn des renommierten Bankmanagers und Bundesverdienstkreuzträgers Paul Wieandt.

1986 schloss er an der angesehenen Privathochschule WHU in Vallendar sein Betriebswirtschaftsstudium ab. Darauf folgte ein MBA an der renommierten Kellogg School of Management in den USA. Und selbstverständlich durfte auch ein Doktortitel nicht fehlen.

Der Berufseinstieg führte Wieland zu McKinsey in Düsseldorf und Boston, wonach er zur US-Investmentbank Morgan Stanley in London wechselte und schließlich 1998 bei der Deutschen Bank landete. Mit gerade einmal Anfang 30 wurde der Shootingstar dort zum Bereichsvorstand im Corporate Center befördert, wo der Hoffnungsträger für nichts geringeres als die Strategieentwicklung des deutschen Branchenprimus verantwortlich war.

Ausgerechnet die Finanzkrise erlaubte Wieandt endlich, selbst den Chefsessel einer Bank zu erklimmen. Denn nach der Beinahepleite der Hypo Real Estate (HRE) im Herbst 2008 hiefte sein Mentor Ackermann Wieandt an die Spitze des krisengeschüttelten Instituts. Mit 42 Jahren wurde Wieland somit in den erlauchten Kreis der Bankbosse aufgenommen.

… und die Bruchlandung des Axel Wieandt

Doch Ikarus gleich folgte auf den rasanten Aufstieg der Karriere-Sturzflug. So trat Wieandt am 25. März 2010 von seinem Amt als HRE-Chef zurück. Laut Medienberichten kam es zu einem Zerwürfnis mit dem Bund als Eigentümer über die Zukunftsstrategie für die HRE und über Bonuszahlungen an Schlüsselmitarbeiter

Nach dem erfolgsarmen Auftritt bei der HRE kehrte Wieandt als Managing Director ins Corporate Center der Deutschen Bank zurück, wobei ihm u.a. die Integration von Sal. Oppenheim in den Finanzkonzern oblag. Doch auch hier agierte der ehemalige Hoffnungsträger zuletzt unglücklich. So scheiterte etwa der Verkauf der BHF Bank an die Liechtensteiner LGT Bank am Einspruch der Finanzaufsicht. Dadurch blieb die Deutsche Bank auf der BHF Bank wie auf einem Ladenhüter sitzen.

Den nächsten Schritt die Karriereleiter abwärts scheint Wieandt jetzt mit dem Wechsel zur Credit Suisse zu unternehmen. Denn als Managing Director im deutsch-österreichischen Investmentbanking ist der ehemalige Bankboss nur einer von vielen, wie die Credit Suisse selbst in einer Mitteilung eingesteht: “Das Investment Banking Department Deutschland & Österreich wird von Ken Oliver Fritz geleitet und umfasst u.a. Produkte wie Mergers & Acquisitions und Equity Capital Markets. Lorne Campbell leitet den Bereich Equities im Investment Banking, Harald Epple den Bereich Fixed Income.”

Damit erweist sich wiederum, dass Jobhopping keine gute Karrierestrategie ist. Laut einem Branchenexperten ist es anrüchig, wenn jemand mehr als drei Mal in fünf Jahren seinen Arbeitgeber wechselt. Wieandt hat für den Parforceritt von drei Arbeitgeberwechseln keine drei Jahre benötigt. Die unrühmliche Weise, wie die beiden jüngsten Abtritte erfolgten, scheinen auch nicht gerade karriereförderlich zu sein.

Kommentare (4)

Comments
  1. Vitamin B und genügend Knete für teuer Privatunis hilft halt irgendwann bei der Karriere nicht mehr weiter. Dann zählt nur Leistung und da überzeugt Wieandt nicht.

  2. Habe ihn gerade eher gehemmt und schwafelnd kennengelernt. Ein Blender als Person Möchte man meinen

  3. Ein langjähriger Kollege:
    Wer seine Mitarbeiter wie ein Stück Dreck behandelt, sozial inkompetent, ja sogar asoziale Züge hat und andere für sich arbeiten lässt und bei Joe und Rolf (Patenonkel) schleimt, hat nichts anderes verdient. Eine Lachnummer. Bei CS gebe ich ihm max. 1 Jahr. Von IB hat er keine Ahnung. Blender. Viel Spass mit ihm liebe CS Mitarbeiter. He’ll further trade down.
    Good luck DrW und man sieht min. 2 Mal in
    Leben, vielleicht bei CS.

  4. Ist er wirklich so schlimm, wie die bisherigen Kommentare es darstellen? Ich bitte um positive Kritiken aus seinem direkten Umfeld.

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier