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3600 Luxemburger Mitarbeiter sorgen sich um Zukunft: DEXIA will BIL verkaufen

Die Schräglage der belgisch-französischen Großbank DEXIA scheint schlimmer zu sein als befürchtet. Die Ratingagentur Moody’s hegt Zweifel an der Fähigkeit der Bank, sich mit frischem Geld zu versorgen. So müssen die Regierungen Belgiens, Frankreichs und Luxemburgs dem Finanzkonzern vermutlich mit erneuten Milliardensummen unter die Arme greifen.

Der Luxemburger Finanzminister Luc Frieden betonte unterdessen gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass die drei Regierungen alle notwendigen Schritte unternehmen würden, um die Zukunft der Bank und der Mitarbeiter zu sichern.

Die Priorität der Bank scheint in einer drastischen Reduzierung der Bilanzsumme zu bestehen, was mit einer umfangreichen Veräußerung von Geschäftsbereichen einhergehen dürfte. So wurden die Mitarbeiter der DEXIA-Töchter BIL und DEXIA Assetmanagement laut dem Luxemburger Branchenmagazin Paperjam am heutigen Dienstag (4. Oktober) über den geplanten Verkauf ihrer Geschäftsbereiche informiert. Demnach gebe es bereits mehrere Interessenten für die Luxemburger DEXIA-Töchter.

Mittlerweile hat die BIL Stellung zu den Medienberichten bezogen: “Die Unternehmensleitung von DEXIA BIL bemüht sich aktiv, mit der DEXIA-Gruppe eine belastbare Langzeitlösung für DEXIA BIL in Luxemburg zu erarbeiten.” Das Eigenkapital des Luxemburger Unternehmens belaufe sich auf 2,5 Mrd. Euro, was eine “exzellente” Tier One-Quote von 22,1 Prozent bedeute.

Laut dem Präsidenten der Luxemburger Arbeitnehmervertretung ALEBA Marc Glesener habe eine Information der DEXIA-Mitarbeiter noch nicht stattgefunden. Vielmehr solle es am heutigen Nachmittag zu einem Treffen der Geschäftsführung mit Arbeitnehmervertretern kommen. Glesener betonte, dass die BIL in Luxemburg über ein funktionierendes Geschäftsmodell verfüge. Mithin bestehe die Hauptfrage darin, wer die künftige Muttergesellschaft sein werde.

Nach Bekanntwerden der Schwierigkeiten brach der DEXIA-Kurs im Verlauf des Dienstags zeitweilig um ein Drittel auf 0,87 Euro ein. Das Institut ist im besonderen Maße von der schwelenden Staatsschuldenkrise betroffen. Denn DEXIA zählt zu den größten ausländischen Besitzern von Staatsanleihen Griechenlands, Portugals, Irlands, Spaniens und Italiens, die sich insgesamt auf 21 Mrd. Euro summieren.

Durch notwendige Abschreibungen musste die Bank im zweiten Quartal bereits einen Verlust nach Steuern von rund 4 Mrd. Euro verkraften. Branchenbeobachter erwarten eine Aufspaltung der Bank, wobei die problematischen Wertpapiere in eine Bad Bank ausgelagert und diverse Aktivitäten verkauft werden könnten.

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