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Subprime-Loan-Krise: Arbeitsplätze in Gefahr? (Teil 1)

Millionenverluste und Restrukturierungen – mit diesen Auswirkungen aus der Subprime-Krise ging die gebeutelte IKB Anfang der Woche an die Öffentlichkeit. Sind nun branchenweit Arbeitsplätze in Gefahr?

Die rosaroten Aussichten im deutschen Finanzsektor könnten durch die weltweiten Auswirkungen der US-Hypotheken-Krise getrübt werden. Ein Blick über die Landesgrenzen legt dies nahe:

Am Finanzplatz London sind nach Schätzungen von Ökonomen bis zu 5.000 Arbeitsplätze als direkte Folge der Subprime-Krise in den USA gefährdet. Noch schlimmer sieht es naturgemäß im US-Bankenmarkt, dem Auslöser der Situation, aus: Hier sind in den letzte Wochen bereits mehr als 18.000 Bank-Jobs – insbesondere im direkten Umfeld der Immobilienfinanzierung – als Folge des zusammenbrechenden Immobilienmarkts gestrichen worden. So hat beispielsweise Lehman Brothers bereits sein Geschäft mit zweitrangig besicherten Darlehen eingestellt und als Folge dessen alle 1.200 Stellen bei der Tochter BNC Mortgages gestrichen.

Den Angestellten der reinen Hypothekenbanken in den USA ging es als erstes an den Kragen: Der Insolvenz von American Home fielen 7.000 Stellen zum Opfer, der Hypothekenanbieter Accredited Home Lenders plant in einer Umstrukturierung die Entlassung von 1.600 seiner 2.600 Mitarbeiter, der unter Gläubigerschutz stehende Hypothekenfinanzierer First Magnus Financial entließ bis auf eine Kernmannschaft von 60 Angestellten alle 6.000 bisherigen Mitarbeiter.

Zuvor hatte bereits der Kreditriese Capitol One bekannt gegeben, seine Hypothekensparte schließen und 1.900 Mitarbeiter entlassen zu wollen. HSBC, Countrywide, Bear Stearns, Novastar – die Liste der entlassenden Finanzinstitute lässt sich nahezu beliebig fortsetzen.

Einstellungsstopp

Dies hat direkte Auswirkungen auf den Finanzplatz Deutschland: “Seit rund 3 Wochen beobachten wir, dass die deutschen Büros einiger US-Häuser Hiring-Freezes ausgerufen haben. Hier soll zunächst die weitere Entwicklung abgewartet werden”, berichtet Stefan Zweck, Leiter des Geschäftsbereichs Investment Banking & Financial Services beim international tätigen Personalberatungsunternehmen Michael Page in Frankfurt.

Bis auf solche Einstellungsstopps sind laut Matthias Junges, geschäftsführender Gesellschafter der Bad Homburger MJ Consult Junges & Schüller Personalberatung, jedoch bis dato in Deutschland kaum direkte Auswirkungen zu spüren: “Entlassungen oder freiwillige Abgänge von Bankern aus den direkt von der Krise betroffenen Banken sind bislang noch nicht im großen Stil zu verzeichnen.” Junges sieht in der Auslobung von Halteprämien, zum Beispiel der WestLB, den Hauptgrund für die bislang noch nicht zu verzeichnenden Massenwechsel von Bankern der betroffenen Häuser zur Konkurrenz.

Stefan Zweck sieht in den Anfang der Woche angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen der Düsseldorfer IKB allerdings erst den Anfang: “Hier wird noch mehr auf uns zukommen.”

Lesen Sie in Teil 2 alles zu den mittelfristigen Folgen der aktuellen Krise auf den Banken-Arbeitsmarkt.

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