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Wie Ihr ein Praktikum bei Goldman Sachs bekommt: Müsst Ihr dazu einen wichtigen Verwandten haben und mit ihm protzen?

Falls Ihr dasitzt und Euch wundert, wieso Ihr kein Praktikum bei Goldman Sachs erhalten habt und wie Ihr Eure Chancen das nächste Mal verbessern könnt, dann kann Haitem Zarti womöglich die Lösung liefern.

Die englische Financial Times berichtet am heutigen Dienstag (14. Juni), dass Haitem Zarti rein zufällig der Bruder Mustafa Zartis ist, dem stellvertretenden Chef des libyschen Staatsfonds “Libyan Investment Authority”, mit dem Goldman Sachs ein grottenschlechtes Derivate-Geschäft abschloss.

Denn das Wall Street Journal hat im vergangenen Monat berichtet, dass Partner von Goldman Sachs sich erstmals im Mai 2007 mit den Libyern trafen. Dabei scheint Mustafa Zarti, ein langjähriger Gefolgsmann von Gaddafi, ihr Hauptansprechpartner gewesen zu sein.

Zwischen Januar und Juni 2008 überwies die Libyan Investment Authority an Goldman Sachs 1,3 Mrd. US-Dollar für ein Optionsbasket und im Juni 2008 tauchte Haitem – damals 26 Jahre alt – für ein dreimonatiges Praktikum nach seinem MBA bei der US-Bank auf.

Laut Goldman Sachs stehen die beiden Vorgänge in keinem Zusammenhang, doch das Ganze sieht ein wenig allzu zufällig aus. Noch sonderbarer ist, dass Haitem auch nach seinem Praktikum bei der Bank blieb – obgleich derartige Praktika üblicherweise auf halben Weg zu MBA unternommen werden – und verließ die Bank erst im Mai 2009.

Vielleicht war Haitem unhaltbar geworden. Denn laut dem Wall Street Journal beorderte Mustafa Zarti im Juli 2008 Goldman Sachs-Mitarbeiter nach Libyen und benahm sich wie ein “wütender Bulle” nach einem 98prozentigen Verlust des besagten Optionsgeschäftes. Dabei soll Goldmans Nordafrika-Chef derart verflucht und bedroht worden sein, dass die Goldman-Mitarbeiter bis zum Verlassen des Landes beschützt werden mussten.

Wie auch immer die Realität hinter diesen Vorfällen aussehen mag, wirft Haitems Fall doch abermals Licht auf den Zusammenhang zwischen Vetternwirtschaft und Praktika: Während es den Banken recht leicht fällt, ihren Mitarbeitern zu erklären, dass sie ihre eigenen Verwandten nicht bevorzugt behandeln dürfen, die einen Job von ihnen haben wollen, fällt es ihnen wesentlich schwerer, dies ihren Kunden zu erklären, die für Erträge in Millionenhöhe verantwortlich sind.

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