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Aus dem Tagebuch eines Praktikanten (VIII): Auf Tuchfühlung mit Computerfreaks

Falls es einen Weltrekord im Schlafen gibt, dann muss ich ihn im Verlauf des Wochenendes gebrochen haben. Es handelte sich praktisch um alles, was ich gemacht habe und was ich brauchte, um die zusätzliche Arbeit zu bewältigen, dich in in der vergangenen Woche nicht beendigen konnte (und was mir zweifellos in den kommenden fünf Tagen wieder bevorstehen würde).

Ich entschied mich, so effizient wie irgendmöglich zu arbeiten. Daher habe die verbleibenden Aufgaben priorisiert und plötzlich stellte ich fest, dass ich mit dem Projekt für den Managing Director nicht einmal begonnen hatte – und dabei handelte es sich um eine Mammutaufgabe. Also setzte ich mich eine Stunde hin, um überhaupt erst den Titel zu verstehen. Doch ich musste feststellen, dass ich damit nicht vorankam und selbst meine Trainee-Kollegin hatte keine Idee, was ich schreiben könne.

Da ich ein einfallsreicher Praktikant bin, habe ich das Research-Team angerufen und ein Meeting arrangiert.

Bei dem Meeting hat mich der Research-Trainee aus irgendeinem absonderlichen Grund an den Computerfreak aus Mariah Careys Video “Touch My Body” erinnert, was mich zu seiner Verwirrung gelegentlich zum Kichern brachte.

Das lenkte mich oft von dem ab, was er sagte. Doch üblicherweise sind die Leute aus dem Research wandelnde Enzyklopädien. Am Ende der Sitzung sprudelte mein Notebook vor Daten und Fakten über – einschließlich der obskursten Dinge, die ich mir auch nur vorstellen konnte.

Wenn Du mit neuen Produkten ankommst, dann zählt Risiko – insbesondere seit der Finanzkrise – zu den bedeutendsten Themen. Mit diesem Wissen habe ich mich entschlossen, mich mit dem Risiko-Spezialisten zusammenzusetzen, der in unserem Team vorbeischaute.

Dies war vermutlich das längste Meeting während meines Praktikums. Nach dem Ende dieses vierstündigen Treffens, waren meine Oberschenkel von all meinen Kniffen wund, die ich mir selbst zugefügt habe, um im Dämmerlicht des Besprechungszimmers wach zu bleiben.

Später in der Woche musste sich ein weiteres mal mit den Leuten vom Research und dem Risikomanagement treffen, weil ich weitere Fragen hatte. Aber nach meinen jüngsten Begegnungen mit beiden, war ich recht lustlos. Ich entschied mich dazu, ihnen eine Email zu senden. Als sie sich treffen wollten, wiegelte ich sie mit allerlei Ausreden ab, wonach ich bis zum kommenden Jahr keine Zeit hätte. So haben sie mir dankenswerterweise detaillierte Antworten per Email gesendet.

Zum Wochenende waren alle vier Aufgaben abgearbeitet und fertig. Ich bin ein Risiko eingegangen und habe meine Arbeit an alle Mitglieder meines Teams versandt. Jedem habe ich eine andere Ausrede präsentiert, wieso auch er die Ergebnisse erhalten hat. Denn ich wollte ihnen zeigen, was ich geleistet habe.

Anschließend saß ich an meinem Computer und habe nervös auf irgendeine Form von Feedback gewartet, aber bis 18 Uhr habe ich nichts erhalten. So gab ich die Hoffnung auf, packte meine Sachen zusammen und ging nach Hause, wobei ich mir insgeheim selbst für die Leistungen in der Woche auf die Schulter geklopft habe.

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