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AUSZUG: Was ein Hochschulabsolvent für den Job als Investmentbanker mitbringen muss

Unabhängig von der gewünschten Abteilung steht eine hohe Affinität zu Zahlen ganz oben auf der Wunschliste einer jeden Investmentbank. Diese ist direkt gefolgt von Belastbarkeit und hoher Sozialkompetenz. Warum ein Banker zahlenaffin sein sollte, dürfte niemand in Frage stellen. Allerdings ist damit keine höhere Mathematik gemeint, sondern oft einfach ein gutes Gespür für Zahlen, wenn mal wieder Geschäftsberichte in einem Benchmarking ausgewertet werden sollen oder Prognosen für eine Unternehmensbewertung auf Basis von Research Reports erstellt werden müssen. Des Weiteren ist die Arbeit mit Excel und bei komplexen Handelsvorgängen ggf. mit Visual Basic-Programmierung (Bereich Derivate) verbunden.

Die abverlangte Ausdauer eines Analysten reicht von 60-Stunden-Wochen bei täglichem Beginn um 7 Uhr morgens (Trading/Sales), bis zu bankenabhängig 80 bis 100 Stunden im M&A. In jedem Fall erfordert das Investment Banking eine hohe zeitliche Flexibilität und Belastbarkeit. Zu guter Letzt zählt die Sozialkompetenz zu den ausschlaggebenden Kriterien. Wenn man so lange wie oben angedeutet mit Kollegen eng zusammenarbeitet, muss man sich gut in ein Team einfinden und Konflikte diplomatisch lösen können. Auch in stressigen Zeiten sollte man in der Lage sein, den Überblick zu behalten und mit klarem Kopf die Aufgaben von simultanen Projekten zu strukturieren, zu priorisieren und vor allem die Erwartungen der Senior-Banker kontinuierlich zu managen. Schließlich gilt es trotz der hohen Arbeitsbelastung die “Attention to detail” nicht zu vernachlässigen.

Auch wenn die Atmosphäre in den Büros in New York und London aufgrund ihrer Größe stark von derjenigen in den deutschsprachigen Niederlassungen abweicht, ist es überall unmöglich, innerhalb des eigenen Teams unterzutauchen. Man steht in ständigem Austausch mit den Kollegen, leidet und freut sich gemeinsam und wird zumindest den frühen Abend unter der Woche stets mit dem Team verbringen.

Der Trading / Sales-Bereich

Im Trading / Sales-Bereich der Investmentbanken, wo man aufgrund der identischen Hierarchie ebenfalls als Analyst startet, ist weniger eine lange Ausdauer als vielmehr die Schnelligkeit unter Hochdruck während der Börsenzeiten gefragt. Hinzu kommt ein sehr guter Umgang mit Klienten und Vertriebsaffinität, da die Analysten im Capital-Markets-Bereich bereits relativ früh Asset Manager als eigene Klienten zur Betreuung zugewiesen bekommen. Die Arbeitszeiten sind zwar nicht so lang wie in der Investment Banking Division, dafür aber “höher getaktet” und in der Regel mit einem Mittagessen am Trading Desk verbunden.

Der Investment Management-Bereich

Der Investment Management-Bereich der Investmentbanken ist in seinem Anforderungsprofil dem des Capital Market Bereiches sehr ähnlich. In diesem Bereich geht es jedoch in der Regel mehr um individuelle Lösungen für eine optimale Vermögensanlage in Abhängigkeit des Risikoprofils. Des Weiteren ist der Zeitdruck hier geringer. Vielmehr steht der vertrauensvolle Aufbau langfristiger Klientenbeziehungen im Vordergrund.

Mergers & Acquisitions und Private Equity

Ein ähnliches Anforderungsprofil wie im M&A äußern die Private Equity-Firmen. Auch wenn üblicherweise erst aus dem Associate Pool der Investmentbanken rekrutiert wird, ist es in Einzelfällen möglich, als Analyst im Private Equity-Bereich zu arbeiten. Die Aufgaben ähneln hierbei denen in der M&A-Abteilung einer Investmentbank, wobei ein weit größerer Fokus auf der Analyse von Businessplänen, sowie unternehmerischem Verständnis liegt. Dies liegt in der tendenziell unternehmerischen Natur des Private Equity-Geschäfts begründet. Hinzu kommt das Management der Prozesse mit den externen Beratern (Banken, Kanzleien, Unternehmensberatern, etc.) und Portfoliounternehmen.

Der Corporate Finance-Bereich

Da die Unterschiede zwischen Unternehmensberatern und Investmentbankern nicht zu vernachlässigen sind, ist auch das Anforderungsprofil eines Corporate Finance-Beraters separat zu betrachten. Einige der großen Strategieberatungen bieten eine Spezialisierung auf Corporate Finance erst ab einem gewissen Erfahrungsgrad an, häufig erst nach ca. drei Jahren Berufserfahrung in der jeweiligen Branche (z.B. als Investmentbanker oder Rating Analyst). Es gibt aber auf Corporate Finance spezialisierte Beratungen bzw. Corporate Finance-Abteilungen von großen Beratungen, die auch Einsteiger einstellen.

Ansonsten gilt es, die üblichen Unterschiede zwischen Unternehmensberatungen und Investmentbanken zu beachten. Das Beratungsgeschäft ist um den Klientenkontakt herum aufgebaut. In diesem Kontext zählen Due Diligence-Mandate (im sogenannten Datenraum) wohl zu den Projekten mit dem seltensten Klientenkontakt, wohingegen die strategische Ausleuchtung von Finanzierungsthemen wohl stets beide Parteien, den Klienten sowie die Berater, für die Laufzeit des Projektes an einen Tisch bringen wird.

Vor diesem Hintergrund leuchtet es ein, dass die Intensität der Zusammenarbeit in all diesen Bereichen dazu führt, dass der sogenannte “Personal Fit” im Interview eine enorm wichtige Rolle spielt. Wer sich als Kandidat im Interview unwohl mit den potenziellen Kollegen fühlt, sollte ehrlich zu sich selbst sein und die persönlichen Ambitionen zurückstellen, um zu erkennen, dass er in dem jeweiligen Segment oder der jeweiligen Firma mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht glücklich wird.

Hierbei handelt es sich um einen gekürzten Auszug aus dem Ratgeber von squeaker.net: Das Insider-Dossier: Die Finance-Bewerbung. Investment Banking, Private Equity, Corporate Finance & Co. Erfahrungsberichte zu aktuellen Interviews aus der Finance-Branche finden Sie auf squeaker.net. Mit dem Einladungscode EFIN0111 können Sie sich exklusiv einloggen.

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