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Ist die Finanzbranche out?

Subprime-Krise, Bonus-Diskussion, Händler-Skandale – der Ruf der Finanzbranche in der Öffentlichkeit ist angeknackst. Sinkt nun die Attraktivität der Finanzbranche auch für den dringend benötigten qualifizierten Nachwuchs?

Deutsche Absolventen sind anspruchsvoll. “Die Hochschulabsolventen von heute lassen sich stärker von ihren Wertevorstellungen leiten und nehmen ihren potenziellen Arbeitgeber genau unter die Lupe”, bestätigt Norbert Büning, Geschäftsführer im Bereich Human Performance beim Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture. Eine Studie seines Unternehmens hat ergeben, dass deutsche Hochschulabsolventen ihren ersten Arbeitgeber mit Bedacht auswählen.

Ganz vorn in der Beliebtheitsskala der Absolventen liegen der Accenture-Studie zufolge aktuell mit 35 % der Nennungen der Kommunikationsbereich, dicht gefolgt vom Bildungswesen und der Medien- und Unterhaltungsindustrie. Von der Finanzbranche ist nichts zu sehen – die Versicherer bilden gar mit nur 5 % der Nennungen das Schlusslicht.

Traineeprogramme weiter gefragt

Ist die Finanzbranche also out? Bei den Banken ist den eigenen Angaben zufolge davon nicht viel zu merken. “Wir stellen keinen Unterschied in der Nachfrage von Absolventen nach unseren Traineeprogrammen zu den vergangenen Jahren fest”, zeigt sich Marion Dreßler von der Deutschen Bank gelassen. Ihr Haus habe keinerlei Probleme, genügend geeignete Bewerber für die knapp 1.200 Traineeplätze zu finden, welche die Deutsche Bank weltweit bereit stellt, davon rund ein Fünftel in Deutschland.

Für Jürgen Bühler von der auf Absolventen und Young Professionals spezialisierten Personalberatung alma mater, ist dies wenig verwunderlich: “Die ganz großen Adressen haben bei Hochschulabsolventen immer noch große Zugkraft, unabhängig von eventuellen negativen aktuellen Geschehnissen.”

Doch auch die Attraktivität kleinerer Häuser scheint unter den Geschehnissen der letzten Monate nicht gelitten zu haben. Wir bei Rothschild merken von einem nachlassenden Interesse an der Finanzbranche derzeit noch nichts”, erklärt beispielsweise Erneste Wilbert, bei der Frankfurter Investmentbank Rothschild zuständig für das Recruiting. Allerdings ist hier die Einstellungsrunde, im Rahmen derer 13 Hochschulabsolventen rekrutiert wurden, bereits Anfang des Jahres abgeschlossen worden.

Warum die Bewerbungen in der Finanzbranche nicht abreißen scheint ein weiterer Blick in die Accenture-Studie zu erklären. Die Entscheidungsdeterminanten sind nämlich immer noch altbekannte: Ein gutes Gehalt ist für nahezu alle deutschen Befragten ein wichtiges Entscheidungskriterium. Fast gleich wichtig sind ihnen ein kollegiales Betriebsklima und eine interessante, herausfordernde Tätigkeit. Alles Kriterien, die in den Augen vieler Absolventen auf die Banken zutreffen.

Kommentare (1)

Comments
  1. Natürlich überlegt man sich, ob die Entscheidung, in die Branche zu gehen richtig war. Aber wegen so einer vorübergehenden Krise wirft man ja nicht gleich seine Karriereplanung über den Haufen!

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