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Genügt der Bachelor für den Einstieg ins Berufsleben?

Jodeldiplom oder Karrieresprungbrett? Über die Relevanz des Bachelor-Abschlusses für einen gelungenen Berufsstart gibt es widersprüchliche Auffassungen. Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, hat der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft jetzt die Studie: “Mit dem Bachelor in den Beruf” erstellen lassen.

Stifterverbandspräsident Arendt Oetker von der der gleichnamigen Unternehmensgruppe, zu dem übrigens auch das Bankhaus Lampe gehört, ist voll des Lobes für den neuen Abschluss: “Die Studie lässt den vorsichtigen Schluss zu, dass der Bachelor am Arbeitsmarkt angekommen ist.”

Bachelor besser als sein Ruf

Die wiederholte Kritik an der Praxistauglichkeit des Bachelor lässt Oetker nicht gelten: “Was den tatsächlichen Arbeitsmarkterfolg angeht, gilt: Der Bachelor ist besser als sein Ruf.”

Demnach unterliegen Bachelor-Absolventen kaum Karriererestriktionen. “So können in 94 Prozent der Unternehmen Bachelorabsolventen Projektleiter werden, Bereichsleiter in 83 Prozent der Unternehmen, Abteilungsleiter in 86 Prozent und Fachgebietsleiter ohne Personalverantwortung in 91 Prozent der Unternehmen.”

Auch ein Berufseinstieg scheint den Bachelor vergleichsweise reibungslos zu gelingen. Gerade die Studenten der Wirtschaftswissenschaften schätzen ihre Arbeitsmarktchancen überdurchschnittlich ein. Die Fakten scheinen ihnen recht zu geben, denn lediglich 2 Prozent aller Bachelor-Absolventen sind arbeitslos gemeldet.

Die meisten Bachelor streben den Master an

Bei den Gehältern müssen die Bachelor indes gegenüber den Absolventen mit Diplom oder Master den Gürtel enger schnallen. So erhält ein Bachelor-Absolvent von einer Uni über alle Fächergruppen hinweg ein Einstiegsgehalt von durchschnittilch 28.700 Euro.

Dies liegt interessanterweise signifikant unter demjenigen der Fachschulabsolventen mit Bachelor, die im ersten Jahr durchschnittlich 34.050 Euro einstreichen. Allerdings trifft dies nicht auf Ökonomen zu: “Mit Ausnahme der Wirtschaftswissenschaften erzielen die FH-Absolventen generell ein höheres Einkommen als ihre Kollegen von den Universitäten”, heißt es in der Studie.

Doch nach einer anderen Analyse gibt es in dem Loblied auf den Bachelor einige Dissonanzen. So untersucht das Hochschul-Informations-System in seiner neuen Studie “Studien- und Berufsperspektiven von Bachelorstudierenden in Deutschland” ganz speziell auch den Übergang in die Masterstudiengänge.

Demnach wollen 55 Prozent aller Bachelor-Studenten anschließend ein Masterstudium aufnehmen. Wenn hierzu ein entsprechender Anteil der noch unentschlossenen Studenten hinzu addiert wird, erhöht sich der Anteil sogar auf 76 Prozent. Bei Uni-Bachelor klettert diese Zahl noch weiter auf bis zu 87 Prozent. Folglich scheinen Uni-Bachelor, die direkt ins Berufsleben einsteigen, geradezu eine Ausnahme darzustellen.

Auch von den neuen Möglichkeiten des Bachelor- und Mastersystems will nur eine Minderheit Gebrauch machen. So plant die Mehrheit der angehenden Bachelor sofort in einen direkt aufbauenden Master einzusteigen. Einen Fachwechsel oder eine Studienunterbrechung, um Arbeitserfahrung zu sammeln, intendiert indes nur eine Minderheit.

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