☰ Menu eFinancialCareers

Ein kleines Wunder: Immer häufiger schwarze Zahlen bei den Landesbanken

Nachdem in 2009 abgesehen von der Helaba sämtliche Landesbanken rote Zahlen geschrieben haben, kehren immer mehr Institute in die Gewinnzone zurück. So konnte die WestLB im ersten Quartal einen Minigewinn vor Steuern von 72 Mio. Euro erwirtschaften, wie die Düsseldorfer Bank am heutigen Donnerstag (20. April) mitteilte.

Allerdings hatte die WestLB im Vorjahreszeitraum noch einen Vorsteuergewinn von 250 Mio. Euro eingestrichen. Als Ertragsperle erwies sich der Zinsüberschuss, der um fast 30 Prozent auf 511 Mio. Euro geklettert ist.

Dagegen gab der Provisionsüberschuss um 13,7 Prozent auf 63 Mio. Euro nach. Im Handelsergebnis erwirtschaftete die WestLB einen Verlust von 130 Mio. Euro. Verantwortlich hierfür war laut Unternehmensangaben der Wertverfall bei europäischen Staatsanleihen.

Dabei wurde der Verwaltungsaufwand um 3,6 Prozent auf 270 Mio. Euro gedrückt und die Beschäftigtenzahl sank um weitere 66 auf 4905 Vollzeitkräfte. “Mit dem Start ins neue Jahr sind wir zufrieden”, kommentierte WestLB-Chef Dietrich Voigtländer die Geschäftszahlen.

Mit Wirkung zum 30. April hatte die WestLB krisenbehaftete Wertpapiere im Wert von 71 Mrd. Euro an eine Bad Bank ausgelagert. Damit wurde die Voraussetzung für eine Fusion mit einer anderen Landesbank geschaffen, wie von der EU-Kommission gefordert.

“Der Anpassungsdruck im Landebankensektor ist unverändert groß. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und werden unseren Beitrag leisten, den Landesbankensektor zukunftsfähig zu gestalten”, sagte Voigtländer.

Branchenexperten hatten in der Vergangenheit Zweifel an einer erfolgreichen Konsolidierung im Landesbanken-Sektor geäußert. Das Hauptproblem bestehe in den Risiken, die möglicherweise in den Bilanzen versteckt seien.

Dagegen konnte die Helaba im ersten Quartal ihre Gewinne weiter ausbauen. Das Vorsteuerergebnis stieg um 54,7 Prozent auf 133 Mio. Euro, wie die Bank ebenfalls heute mitteilte. Dabei hatte das Frankfurter Institut als einzige Landesbank im abgelaufenen Jahr einen Gewinn erzielt.

Mit 226 Mio. Euro lag der Zinsüberschuss knapp unter Vorjahresniveau, während der Provisionsüberschuss um gut 14 Prozent auf 64 Mio. Euro zulegte. Das Handelsergebnis gab indes um 13 Prozent 117 Mio. Euro nach.

“Wir erwarten eine Kreditrisikovorsorge für das gesamte Geschäftsjahr 2010 auf Vorjahresniveau, während die Wertaufholungseffekte in den Wertpapierbeständen sich tendenziell abschwächen dürften. Ich wäre daher zufrieden, wenn wir in der Geschäfts- und Ertragsentwicklung am Ende des Jahres auf eine Seitwärtsbewegung im Vergleich zum Vorjahr zurückblicken könnten”, sagte Helaba-Chef Hans-Dieter Brenner.

Kommentare (0)

Comments

Antworten

Pseudonym

Pflichtfeld

E-Mail

Ungültige E-Mail-Adresse

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier